MITTEILUNGEN DER "GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS"

An dieser Stelle finden Sie Informationen, die in chronologisch umgekehrter Reihenfolge angeordnet sind.

Die frischesten Mitteilungen sind also ganz am Ende dieser Rubriken zu finden, die im Wesentlichen die entsprechenden Rubriken in ZGR-Heften beinhalten.

 

Teil I (Stand: 28.02.2000)

Teil II (Stand: Ende 2001)

Teil III (Stand: Dezember 2003)

TEIL I [Stand: 28. Februar 2000] 

I. ZUM 250. GEBURTSTAG VON JOHANN WOLFGANG GOETHE (28. August 1749 – 28. August 1999)

In Absprache mit dem Präsidenten der Rumänischen Akademie, Prof. Dr. Eugen Simion, und mit dem Leiter des Forschungsinstituts “George Calinescu” der Akademie schlug der Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und Präsident der Goethe-Gesellschaft in Rumänien, Prof. Dr. George Guţu, eine Reihe von Aktivitäten aus Anlaß des 250. Geburtstages des bedeutenden klassischen deutschen Dichters Johann Wolfgang Goethe vor. Dabei wurde angeregt, weitere Institutionen zur Organisierung und Durchführung dieser Veranstaltungen heranzuziehen. Es sind das also: Rumänische Akademie, Parlament Rumäniens, Kulturministerium Rumäniens, Ministerium für Nationale Bildung Rumäniens, Außenministerium Rumäniens, Forschungsinstitut “George Calinescu” der Rumänischen Akademie, Goethe-Gesellschaft in Rumänien, Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, Schriftstellerverband Rumäniens, Komponistenverband Rumäniens, Goethe-Institut Bukarest.
Inzwischen hat die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens ihren gewichtigen Beitrag geleistet, so daß die Feierliche Sitzung der Rumänischen Akademie vom 29.-.30. Oktober 1999 erfolgreich abgehalten werden konnte.

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II. 3. LANDESKONFERENZ DER GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS
Gemäß den Bestimmungen des Statuts der GGR hat demnächst die 3. Landeskonferenz der GGR stattzufinden. An der Konferenz nehmen Delegierte aller Zweigstellen des Landes sowie die Mitglieder des Komitees der GGR teil. Sie beraten über die bisherige Tätigkeit des Komitees der GGR, über die Finanzlage sowie über die künftigen Aufgaben der GGR.
Als weitere wichtige Aufgabe der Landeskonferenz gilt die Wahl des neuen Landeskomitees der GGR und des Präsidenten der GGR für die nächsten vier Jahre.
Als möglicher Zeitpunkt für die Durchführung der Landeskonferenz wird Ende März/Anfang April 2000 ins Auge gefaßt.
Ein entsprechendes Rundschreiben an die Zweigstellen wird weitere Einzelheiten über dieses Ereignis vermitteln.

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III. GGR-ZWEIGSTELLEN GESTALTEN REGIONALE WISSENSCHAFTLICHE TAGUNGEN DER GERMANISTIKLEHRSTÜHLE MIT
Im Jahre 1998 hat das organisatorische und wissenschaftliche Zusammenwachsen der GGR-Zweigstellen mit den bedeutenden und traditionsreichen Germanistiklehrstühlen des Landes wesentlich zugenommen und dabei sich sehen lassende Leistungen vollbracht. Es ist dies eine selbstverständliche Zusammenarbeit, die von einem offenen, hellen Geist der jeweiligen KollegInnen spricht: Denn damit überwindet man den schädlichen engen Provinzialismus, die erstickende Enge der Einseitigkeit und betreibt im konkreten Handeln die sonst groß hinausposaunten Prinzipien des europäischen und universellen Denkens, der Multikulturalität und Interdisziplinarität. Denn all dies Multi- und Inter- müssen erst recht im eigenen Fach Wirklichkeit geworden sein, um weitere Bereiche aufschließend zu betreten.
Das haben inzwischen die meisten unserer KollegInnen verstanden, die in diesem echt konstruktiven Sinne handeln.

Beispielhaft war die Tagung des Bukarester Germanistiklehrstuhls vom 3.-4. April 1998, die auf Initiative von Frau Prof. Dr. Doina Sandu, der damaligen langjährigen Lehrstuhlleiterin, veranstaltet wurde. Die bewährte Zusammenarbeit mit der GGR-Zweigstelle Bukarest hat sich auch diesmal als besonders günstig erwiesen. Sowohl durch die Beteiligung als auch durch das Niveau der dabei gehaltenen Vorträge sowie der Fachdiskussion gestaltete sich die Tagung zu einem echten germanistischen Ereignis.

Dasselbe läßt sich auch von der Wissenschaftlichen Tagung des Klausenburger Germanistiklehrstuhls und der dortigen GGR-Zweigstelle, die am 13.-14. Mai 1998 stattfand und eine ebenfalls sehr niveau- und anspruchsvolle Veranstaltung war. Hier tat sich insbesondere unsere Kollegin Elena Viorel durch Initiativgeist und organisatorisches Können  hervor.
Von beiden Tagungen bringt die ZGR wesentliche Vorträge heraus, um das oben Behauptete mit konkretem Material zu belegen.

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IV. WISSENSCHAFTLICHE JAHRESTAGUNGEN IM JAHRE 1999

Mehrere Tagungen von Germanistiklehrstühlen und GGR-Zweigstellen fanden 1999 statt. Wir führen sie in chronologischer Reihenfolge an:
- Arbeitstagung der Germanistikabteilung der Universität „Transilvania“ Kronstadt und der Zweigstelle Kronstadt der GGR, 11.-14. März 1999. Mögliche Schwerpunkte können die Jubilare des Jahres 1999, J.W. Goethe und Erwin Wittstock, abgeben. Anläßlich der Tagung wird der erste Tagungsband Kronstädter Germanistik vorgestellt. Zur Ergänzung des Tagungsprogramms boten die Organisatoren die Möglichkeit einer Exkursion. Kontaktadresse: Carmen E. Puchianu, str. Lunga 248, 2200 Brasov (Tel.: 068-41.64.26)
- Jahrestagung des Hermannstädter Germanistiklehrstuhls der Universität „Lucian Blaga“, 11.-12. Mai 1999. Zur Diskussion gestellt wurden Forschungsergebnisse aus verschiedenen Bereichen, wobei jedoch auf den 100. Geburtstag von Erwin Wittstock hingewiesen wurde: Vorgelegt wurden Arbeiten zum Rumänienbild bei Erwin Wittstock, zu den Übersetzungen aus seinem Werk, zur Goethe-Rezeption in Wittstocks Romanen u.ä. In Zusammenarbeit mit der Familie ist auch eine Ausstellung vorbereitet worden. Kontaktadresse: Gerhard Konnerth, Lucian-Blaga-Universität Sibiu, Fakultät für Philologie, Geschichte und Journalistik, Lehrstuhl für Germanistik, B-dul Victoriei 5-7, 2400 Sibiu (Tel.: 069-21.55.56; 069-21.60.62; Fax: 069-21.05.12)
- Jahrestagung des Germanistiklehrstuhls der Babes-Bolyai-Universität Klausenburg und der GGR-Zweigstelle Klausenburg, 21.-22. Mai 1999. Die Tagung lief in drei Sektionen ab und war dem Andenken von Johann Wolfgang Goethe und Stephan Ludwig Roth gewidmet, wobei freilich die Thematik sehr vielfältig war. Die Vorträge werden im nächsten Heft der Zeitschrift der Germanisten Rumäniens herausgegeben. Kontaktadresse: Elena Viorel, Babes-Bolyai-Universität, Philologische Fakultät, Lehrstuhl für Germanistik, Str. Horea Nr. 31, 3400 Cluj-Napoca. (E-mail-Adresse: eviorel@lett.ubbcluj.ro).
- Germanistiklehrstuhl an der West-Universität Temeswar / Timisoara und GGR-Zweigstelle Temeswar kündigen ihre wissenschaftliche Jahrestagung an.
Am 22.-23. Oktober 1999 fand die Fachtagung des Germanistiklehrstuhls an der West-Universität Temeswar und der mitgliedstärksten GGR-Zweigstelle in Temeswar zum Thema Deutschland, Österreich und Südosteuropa - Paradigmenwechsel und Partialität statt. Es tagten folgende Sektionen: Literaturwissenschaft, Deutsch- bzw. österreichisch-rumänische Beziehungen, Sprachkontakte / Übersetzungen, Didaktik. Außerdem luden die Organisatoren die Schriftsteller Joachim Wittstock und Michael Köhlmeier zu einer Lesung ein.
Weitere Informationen sind über Prof. Dr. Roxana Nubert (e-mail: ana@quasar.uvt.ro) und über Doz. Peter Kottler (e-mail: gkohn@mb.sorostm.ro) zu erreichen.

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V. ROXANA NUBERT – ORDENTLICHER UNIVERSITÄTSPROFESSOR
Unsere Kollegin Roxana Nubert, langjährige Mitarbeiterin in der Redaktion der ZGR und aktives Mitglied unserer GGR, seit mehreren Jahren Inhaberin des Germanistiklehrstuhls an der West-Universität Temeswar, ist seit Herbst 1998 zum ordentlichen Universitätsprofessor ernannt worden. Somit ist die Zahl der Universitätsprofessoren in Rumänien auf 6 (George Guţu, Andrei Corbea-Hoisie, Doina Sandu, Horst Schuller, Speranţa Stănescu) angestiegen.
Seit mehreren Jahrzehnten gab es in Temeswar – nach dem Emeritieren von Prof. Stefan Binder – keine Professur mehr. Nun hat auch dieses bedeutende germanistische Lehr- und Forschungszentrum eine koordinierende, fachlich ausgwiesenen Persönlichkeit, die das Potential des Temeswarer Lehrstuhls und der Zweigstelle Temeswar der GGR voll zur Geltung bringen kann. Dies wurde mehrere Male durch die Veranstaltung von bedeutenden Tagungen an der West-Universität überzeugend unter Beweis gestellt.
Wir hoffen, daß auch weitere verdienstvolle KollegInnen diese wissenschaftlich-hierarchische Stufe erklimmen werden.
Unserer Kollegin Roxana Nubert gratulieren wir herzlichst zu diesem erfreulichen, verdienten Ereignis und wünschen ihr Gesundheit, Arbeitskraft und weitere wertvolle Initiativen zur Entwicklung der Germanistik in unserem Land.

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VI. WEITERE PROFESSUREN ANGETRETEN: ELENA VIOREL UND PETRU FORNA
Das Amt eines ordentlichen Universitätsprofessors erlangten außerdem Elena Viorel und Petru Forna (Klausenburg/Cluj). Allen beiden verdienten Germanisten unseres Landes entbieten wir unseren Gruß und unsere Gratulation. Für die harmonische, gleichgewichtige Entwicklung der Germanistik in Rumänien ist diese Förderung von großer Bedeutung, da die germanistischen Traditionen der Klausenburger Germanistik allgemein bekannt sind und gewürdigt werden.
An der Reihe ist nun auch unser Kollege Gerhard Konnerth (Hermannstadt/Sibiu).
Auch in all diesen Fällen bescheinigte der Präsident der GGR und Inhaber des Bukarester Germanistiklehrstuhls, Prof. Dr. George Gutu, durch entsprechende Gutachten die hervorragende Bedeutung und Rolle dieser KollegInnen bei der kreativen Entwicklung und Mitgestaltung des germanistischen Lehr- und Forschungsbetriebs in Rumänien.
Wir sind zuversichtlich, daß auch dem zuletzt genannten Antrag bald stattgegeben wird.

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VII. STUDENTENBRIEF AUS KLAUSENBURG

Vom Mutterschiff zum Heimathafen.

Richard Wagners Begegnung mit Klausenburger Lehrkräften und Studenten

Am 19.12.1998 rüttelte ein außergewöhnliches Ereignis das kulturelle Gewissen der Klausenburger wach. Richard Wagner, der Mann mit dem wohl klangvollsten Namen des Banats, ja der Schriftsteller, der Lyriker, der Essayist und Romancier Richard Wagner war doch tatsächlich für eine Lesung an der Philologischen Fakultät zu überreden.
Der Wahlberliner, der vor kurzem auch ins Rumänische übersetzt wurde, scheint sich inzwischen von der in seinem Buch Sonderwerg Rumänien angeschlagenen post-revolutionären Problematik losgelöst zu haben und stellte dem interessierten Publikum seinen neuesten Roman Im Grunde sind wir alle Sieger vor. Dieser dritte Teil einer Trilogie ist eine einzigartige Mixtur von Introspektion und Berichterstattung und debattiert ironisierend über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit. Die Reeperbahn, Amsterdam, Wien und Afrika bilden die Kulisse, in der Andre, eine Art moderner Taugenichts, zwischen diverse Frauen und die immer wieder erscheinende Vaterfigur Domino hin- und hergerissen wird, wobei alles auf den Schluß: “tu was du willst, es wird nicht von Bedeutung sein”, hinausläuft.
Die vormittägliche Gesprächsrunde wurde am Abend im Deutschen Kulturzentrum Klausenburg fortgesetzt. Unser prominenter Gast antwortete beflissen auf die Fragen des Auditoriums und wies dabei auf die Aufgabe des Autors, sein Publikum nicht zu bestätigen, sondern zu irritieren, hin. Weiterhin riet er von einer Überbewertung rumäniendeutscher Literatur ab, da die Aufmerksamkeit, die in diese Schublade gedrängte Schriften erregen würden, eher einem Interesse an Exoten einer seltenen Unterart Deutsch gleiche: die vielgepriesenen Vorteile der kulturellen Überlagerung weisen sich als zweischneidiges Schwert auf, meinte Wagner und deutete dabei auf die zahlreichen schriftlich tätigen Auswanderer, die von der Szene verschwanden, als ihr gewohnter Hintergrund auf einen Schlag weg war.
Die Gastgeber danken allen Teilnehmern und kündigen für die nahe Zukunft weitere solche Aktivitäten an. Wir hegen die Hoffnung, bald wieder prominente Gäste begrüßen zu dürfen.
(Christian Rakosy)

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VIII. DISSERTATIONEN RUMÄNISCHER GERMANISTEN/INNEN VERTEIDIGT ODER KURZ VOR VERTEIDIGUNG
Im November 1998 erlangte – nach Eleonora Pascu, die 1997 in Wien mit einer unter der wissenschaftlichen Betreuung von Wendelin Schmidt-Dengler verfaßten Dissertation über Peter Handke promovierte – ein weiterer rumänischer Germanist die Doktorwürde. Es handelt sich um Sorin Gădeanu von der West-Universität Temeswar, der an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf seine Inauguraldissertation Sprache auf der Suche. Zur Identitätsfrage des Deutschen in Rumänien am Beispiel der Temeswarer Stadtsprache erfolgreich verteidigte. Der Opus erschien im Roderer Verlag, Regensburg 1998, Reihe Theorie und Forschung, Bd. 578, Sprachwissenschaften, Bd. 8, und entstand unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Dr. Georg Stötzel und Prof. Dr. Peter Wunderli. Das Prädikat des gesamten Promotionsverfahrens lautete „magna cum laude“.
Noch im April 1998 fand im Festsaal der Rumänistik-Fakultät der Universität Bukarest die öffentliche Verteidigung der Dissertation von der jetzt bei Heidelberg lebenden Germanistin Lieselotte Pătruţ Friedrich Hölderlin un precursor al timpului sau. Interferente cu Mihai Eminescu (F.H. ein Vorgänger seiner Zeit. Interferenzen mit M.E.) statt. Die vergleichende Studie wurde von Prof. Dr. Romul Munteanu wissenschaftlich betreut und erscheint 1999 im Bukarester Paideia Verlag unter dem Titel “Nu credeam sa-nvat a muri vrodata”. Friedrich Hölderlin si Mihai Eminescu (Studiu de literatura comparata).
Im gleichen Jahr verteidigte Cornelia Cujbă (Jassy) ihre Dissertation Influena limbii germane asupra vocabularului limbii române literare contemporane (Der Einfluß des Deutschen auf den Wortschatz der literarischen rumänischen Sprache der Gegenwart). Wissenschaftlicher Betreuer war Prof. Dr. Cornel Dimitriu (Jassy).
Nach Bukarest kam die jetzt in Freiburg i. Br. lebende Ileana Snagoveanu-Spiegelberg, die die Dissertation Theoretische und praktische Grundlagen einer vergleichenden Untersuchung der Intonation im Deutschen und im Rumänischen (Bazele teoretice si practice ale unui studiu comparativ al intonatiei în limbile româna si germana) öffentlich verteidigte. Die wissenschaftliche Anleitung hatte Prof. Dr. Speranta Stanescu inne.
Im November 1998 verteidigte Rodica Miclea (Hermannstadt) ihre Dissertation mit dem Titel Nominalphrase in der Sprache des Zollwesens (Grupul nominal în limbajul vamal). Die Untersuchung entstand unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Dr. Speranta Stanescu. Somit wurde Rodica Miclea zum Dr. Phil. der Universität Bukarest. Die Studie kam 1998 im Verlag hora, Hermannstadt, heraus.
Außerdem verteigigten noch folgende KollegInnen über nachstehenden Themen:

In Iasi

- Magdalena Leca: Limbajul eminescian în traduceri germane si italiene (Die Sprache Eminescus in deutschen und italienischen Übersetzungen); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Dumitru Irimia (Jassy).
- Grigore Marcu: Receptarea operei lui Novalis în România: Limba traducerilor (Die Rezepzion des Werks von Novalis in Rumänien. Die Sprache der Übersetzungen); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Alexandru Andriescu (Jassy).

In Bukarest

- Ioan Gabriel Lăzărescu: Die Paronymie als lexikalisches Phänomen und die Paronomasie als Stilfigur im Deutschen (Paronimia ca fenomen lexical si paronomasia ca figura de stil în limba germana); wiss. Betreuer: Doz. Dr. Hans Müller (Passau; ehemals Bukarest).
- Mariana Lăzărescu: Hugo von Hofmannsthals Essayistik als wesentlicher Teil seines Schaffens (Eseurile lui Hugo von Hofmannsthal ca parte esentiala din opera sa); wiss. Betreuer: Doz. Dr. Hans Müller (Passau; ehemals Bukarest)
- Voichiţa Alexandra Ghenghea: Zum Einfluß verbaler und nonverbaler Textfaktoren auf das Verstehen deutscher Fachtexte im DaF-Unterricht (Rolul unor factori verbali si nonverbali în întelegerea si predarea textelor de specialitate în limba germana); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stanescu.
- Sigrid Haldenwang: Wortbildung des Adjektivs im Siebenbürgisch-Sächsischen entsprechend den Korpusbefunden im 19. bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts (Formarea adjectivelor în graiurile sasesti din Transilvania asa cum se reflecta ele în corpusurile lingvistice întocmite în perioada de la sfârsitul sec. al XIX-lea pâna în deceniul al optulea al sec. XX); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stanescu (Bukarest).
- Gheorghe Nicolaescu Georg Büchner und die metaliterarische Reflexion (Georg Büchner si reflectia metaliterara); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stanescu (Fachberatung: Prof. Dr. George Gutu).

Im Herbst 1999 verteidigen außerdem:

- Johanna Bottesch: Semantisch-strukturelle Aspekte der Phraseologismen im Landlerischen in Großpold (Expresii frazeologice sub aspect structural si semantic în dialectul „Landlerisch“ din Apoldul de Sus); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stanescu (Bukarest).
- Lora Constantinescu: Die Wirtschaftswerbung. Die linguistisch-rhetorische Analyse deutscher und rumänischer Werbeanzeigen (Reclama în domeniul economic. Analiza lingvistico-retorica a anunturilor publicitare în limbile germana si româna); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stanescu.
- Ruxandra Cosma: Aspekt und Aspektualität im Deutschen. Eine Untersuchung zur Begriffsbestimmung, Typologie und Realisierung (Aspect si aspectualitate în limba germana. Un studiu asupra definirii tipologiei si realizarii lor); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stanescu.
- Anca Rădulescu: Zur sozialen Funktion der Kunst und des Künstlers im deutsch-sprachigen Roman nach 1945 (Functia sociala a artei si artistului în romanul german contemporan); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Jean Livescu und Prof. Dr. George Gutu.

In Temeswar sollen in diesem Jahr verteidigen:

- Peter Kottler: Das System der Verbalreflexion in den Banater Mundarten rhein- und moselfränkischer Prägung (Sistemul flexiunii verbale în graiurile germane de tip renano-francon si mozelo-francon din Banat); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranta Stsnescu (Bukarest).
- Laura Cheie: Georg Trakl si poezia româneasca (Georg Trakl und die rumänische Dichtung) unter der Leitung von Prof. Dr. Liviu Petrescu (Klausenburg) / Die Poetik des Obssessiven bei Georg Trakl und George Bacovia (Poetica obsesiei la G.T. si G.B.) unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Metlhagl (Innsbruck).
- Eva Marianne Marki: Romanische Einflüsse im Deutschen (Influente romanice în limba germana); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Ileana Oancea (Temeswar).
- Kinga Gall: Elemente romanice în limba presei germane din Banat (Romanische Elemente in der banatdeutschen Pressesprache); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Ileana Oancea (Temeswar).
- Timea Janosi: Die Negation im Deutschen und im Rumänischen (Negatia în limba germana si româna); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Ivan Evseev (Temeswar).

In Klausenburg verteidigte:

- Lucia Gorgoi: Receptarea filosofiei lui Nietzsche în cultura româneasca (Die Rezeption von Nietzsches Philosophie in der rumänischen Kultur); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Liviu Petrescu (Klausenburg).

In Iassy werden verteidigen:

- Gundula-Ulrike Fleischer: Die Übertragungen von Goethes „Faust“ ins Rumänische (Traducerile din „Faust“ de Goethe în limba româna); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Vasile Arvinte (Jassy).
- Adina Lucia Nistor: Rumänisch-deutsche / siebenbürgisch-sächsische Sprachinterferenzen im Südwesten Siebenbürgens (Interferente lingvistice româno-germane / sasesti în sudvestul Transilvaniei); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Vasile Arvinte.

Bemerkung: Wir bitten unsere KollegInnen aus dem ganzen Land, uns genaue Angaben über die Promotionsabsichten für die nächsten Jahre zu vermitteln, um sie in die Homepage aufzunehmen! Dafür sind wir einem jeden im Voraus dankbar.

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IX. DIE GGR IN DEN INTERNATIONALEN DEUTSCHLEHRERVERBAND AUFGENOMMEN
Nach entsprechenden Kontakten zwischen der Leitung der GGR und der Leitung der IDV reichte die GGR die Unterlagen im Hinblick auf ihren Beitritt zum IDV ein. Nach eingehender Überprüfung der Unterlagen nahm der Vorstand des IDV auf seiner Sitzung in Sevres (Frankreich) am 28. Januar 1999 den Antrag der GGR an. Er wurdel der 13. Vertreterversammlung vom 29.-31. Juli 1999 in Frankfurt an der Oder zur Bestätigung vorgelegt. Die Generalsekretärin der IDV, Frau Helena Hanuljakova, übermittelte noch am 28.02.1999 dem Präsidenten der GGR, Prof. Dr. George Guţu, folgende Zeilen:

Sehr geehrter Herr Gutu,
Ihre Unterlagen zum Beitritt sind überprüft worden. Sie sind in Ordnung, sie können dann bei der Vertreterversammlung, zu der Sie eingeladen sind, angenommen werden.
Wir freuen uns auf unsere Zusammenarbeit.

Die Abstimmung ergab eine reibungslose Aufnahme der GGR in den Internationalen Deutschlehrerverband. Wir alle hoffen auf eine möglichst fruchtbare Zusammenarbeit mit dem IDV.

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X. DOZ. DR. HANS MÜLLER GESTORBEN
Am 2. Juli 1999 hat unser ehemaliger Kollege, Doz. Dr. Hans Müller, an seiner früheren Wirkungsstätte, der Universität Bukarest, an der öffentlichen Verteidigung der Dissertationen seiner "Doktorkinder" Mariana und Ioan Lazarescu teilgenommen. Eine Woche später ereilte uns an derselben akademischen Stätte die erschütternde Nachricht vom Ableben Hans Müllers, der einem tragischen Verkehrsunfall in Deutschland zum Opfer gefallen ist. Auf Vorschlag der Doktoratskommission hielten die Beteiligten eine Minute schweigenden Gedenkens.
Hans Müllers Name ist mit dem Lehrstuhl der Universität Bukarest, dem er jahrelang vorstand, untrennbar verbunden.
Er war Gründungsmitglied der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und gehörte bis zu seiner Übersiedlung nach Deutschland dem Landeskomitee der GGR an.
Als Lehrkraft erfreute er sich unter den StudentInnen einer verdienten Anerkennung und Beliebtheit. Seine Lehr- und Forschungstätigkeit erfaßte fast alle Abschnitte der deutschen Literaturgeschichte, der Geschichte der rumäniendeutschen Literatur und der Dialektologie.
Seine Dissertation widmete er dem Thema des deutschen Romans nach dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem veröffentlichte er eine ganze Reihe von kommentierten Anthologien relevanter Texte der deutschen Literaturgeschichte sowie eine stattliche Anzahl von Beiträgen in wissenschaftlichen Publikationen in Rumänien und im Ausland. Hans Müller hatte sich in Rumänien auch als Verfasser von Lehrbüchern für den Deutschunterricht für Muttersprachler und Nichtmuttersprachler erhebliche Verdienste erworben. Trotz zeitbedingter dogmatischer Hindernisse gelang es ihm und seinen Mitarbeitern, den Schülern eine große Anzahl von brauchbaren Texten und Kenntnissen zu vermitteln, die zu ihrer Allgemeinbildung wesentlich beitrugen.
Durch seine Übersiedlung nach Deutschland 1993 unterbrach er das offizielle Verfahren zur Berufung auf den Posten eines Universitätsprofessors. Doch diesen Posten hat er sich durch seine Leistungen als Germanist von hoher fachlicher Berufung und Qualifizierung schon verdient.
Der angenehme, gesprächsbereite, verständnisvolle Mensch Hans Müller war auch unter den KollegInnen des Bukarester Lehrstuhls beliebt. Er führte gewissenhaft, in stets bester Absicht und im Interesse des Lehrstuhls die Geschäfte unserer beruflichen akademischen Gemeinschaft und opferte dafür viel von der kostbaren Zeit seines Lebens. Er hat es jedoch gern, ohne jegliche Ansprüche getan.
Wir sprechen der trauernden Familie das tiefempfundene Beileid aller DeutschlehrerInnen unseres Landes aus.
Und werden unserem ehemaligen Kollegen stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

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XI. Univ.-Lektor VALERIU MUNTEANU GESTORBEN
Am 20. Dezember 1999 schied unser Kollege Valeriu Munteanu nach einem fast zweimonatigen Leiden aus dem Leben.
Nach dem Studium der Rechte (Klausenburg und Hermannstadt), der Philologie (Bukarest) und der nordischen Sprachen (Uppsala, Schweden) war er an der Bukarester Universität unermüdlich tätig. Er wurde zum Begründer des Schwedisch-Unterrichts (1968) und des Dänisch-Unterrichts (1970) an der Universität Bukarest. In Anerkennung seiner Lehr-, Übersetzungs- und Forschungstätigkeit sowie der Förderung der rumänisch-schwedischen und rumänisch-dänischen Kulturbeziehungen wurde er zum Ritter des schwedischen Ordens "Nordstjärne" erster Klasse (1981) und des dänischen Ordens "Dannebrog". Außerdem war er Träger des Übersetzungspreises der Schwedischen Akademie (1981) sowie des Rumänischen Schriftstellerverbandes (1997).
Valeriu Munteanu verfaßte zahlreiche Anthologien schwedischer und dänischer Literaturtexte sowie von Texten für seine Vorlesung der vergleichenden Linguistik, Wörterbücher und Konversationsführer. Er tat sich auch durch wertvolle Übersetzungen aus der schwedischen, dänischen, isländischen und norwegischen Literatur (H. Bergman, A. Strindberg, A. Lundkvist, H. Scherfig, H. Bang, S. Undset, K. Hamsun etc.) ins Rumänische hervor.
Sein außergewöhnlicher Fleiß, sein menschlich-freundlicher Umgang mit seinen KollegInnen, seine hervorragende didaktische Begabung, die bei seinen StudentInnen oft Begeisterung hervorrief - das alles machte ihn überall beliebt. Obwohl emeritiert, hat er noch kurz vor seinem Ableben weiterhin seine Lehrerpflicht getan und mit den StudentInnen gearbeitet.
Wir sprechen seiner Wittwe, unserer ehemaligen Kollegin Doz. Dr. Sanda Munteanu, unser tiefempfundenes Beileid aus.
Wir werden Valeriu Munteanu stets in angenehmer, achtungsvoller Erinnerung behalten.

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XII. WAHLEN AN DEN HOCHSCHULEN
In den Monaten Januar, Februar und März 2000 fanden an den Hochschulen in Rumänien die alle 4 Jahre fälligen Wahlen der akademischen Leitungsgrämien statt.
Für den 26. Januar 2000 wurde die Sitzung des Lehrstuhls für Germanistik der Universität Bukarest einberufen. Auf dieser Sitzung wurde Prof. Dr. George Guţu zum Lehrstuhlinhaber wiedergewählt.

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XIII. SITZUNG DER NATIONALEN KOMMISSION FÜR DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE
Am 23. Februar 2000 fand im Ministerium für Nationale Erziehung eine Sitzung der Nationalen Kommission für Deutsch als Fremdsprache statt, die von der Ministerialdirektorin Silvia Florea einberufen wurde. Es nahmen alle Kreisschulinspektoren für Fremdsprachen des Landes teil sowie: der Ehrenpräsident der Nationalen Kommission für Deutsch als Fremdsprache in Rumänien, Prof. Dr. George Guţu, Ministerialdirektorin Christiane Cosmatu, der Leiter der Sprachabteilung des Bukarester Goethe-Instituts Uwe Lehners, der Leiter der in Rumänien tätigen Deutschlehrer aus der BR Deutschland Egenhof sowie Multiplikatoren des Weiter- und Fortbildungsprozesses.
Zur Diskussion standen Fragen der Curricula für die Prüfungen zur Bestätigung im Lehramt (rum. definitivat), zur Förderung zum II. und zum I. Grad. Hier erwies sich eine eingehende Diskussion über allgemeine Kriterien der Themenwahl sowie konkrete Aspekte der auch über diese Art Prüfungen betriebenen Fortbildung als besonders notwendig und ergiebig.
Eine Vertiefung dieser Diskussion stellte Prof. George Gutu in Aussicht, der sich dabei verpflichtete, eine Beratung zu diesen Fragen mit allen Germanistiklehrstuhlleitern des Landes, den Verantwortungsträgern im Ministerium sowie in den Schulinspektoraten jener Kreise, in denen der Anteil der Deutschlehrer sehr groß ist, vorzubereiten und durchzuführen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden Fragen des neuen Lehrwerks für die 12. Klasse besprochen.

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XIV. DR. WOLF-DIETRICH SCHILLING, BOTSCHAFTER DER BRD IN RUMÄNIEN, ZU BESUCH IM BUKARESTER GERMANISTIKLEHRSTUHL
Am 24. Februar 2000 leistete seine Exzellenz, Dr. Wolf-Dietrich Schilling, der vom Inhaber des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest, Prof. Dr. George Guţu, asugesprochenen Einladung Folge.
Um 10.00 Uhr stellte er sich zusammen mit der Leiterin des Kulturreferats der Deutschen Botschaft, Frau Gönke Roscher, bei einem protokollarischen Empfang durch die Dekanin der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Bukarest, Prof. Dr. Sanda Rîpeanu, ein.
Danach traf er sich im Saal des Professorenkollegiums der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Bukarest mit allen Mitarbeitern des Germanistiklehrstuhls, die dem hohen Gast einen herzlichen Empfang bereiteten.
Um 11.00 Uhr waren die Germanistikstudentinnen und -studenten dran, sich mit dem Chef der diplomatischen Vertretung Deutschlands freimütig zu unterhalten.

 

MITTEILUNGEN DER "GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS"

Teil II [Stand Ende 2001]

I. VERANSTALTUNGSREIHE DER ZWEIGSTELLE BUKAREST DER GGR
Am 8. Dezember 2001 begann auf Initiative der Zweigstelle Bukarest der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens in Zusammenarbeit mit dem Bukarester Germanistiklehrstuhl eine Reihe von regelmäßigen Kolloquien zu Fragen der germanistischen Lehre und Forschung. Das Treffen soll sich zu einer echten ganztägigen wissenschaftlichen Tagung aller Lehr- und Forschungsgebiete, d.h. sowohl der Sprach- und LiteraturwissenschaftlerInnen als auch der DaF- und der Methodik-Fachleute gestalten. Anders als bei solchen Treffen üblich sollen hier alle Referate im Plenum ab-gehalten und interdisziplinäre Debatten geführt werden, so daß man dabei möglichst viel voneinander lernt und wissenschaftlich profitiert.
Die anregende  Veranstaltungsreihe will künftig ein breites Themespektrum angehen und kennt keine wissenschaftlichen Tabus. Eigene ausgereifte, ja bereits publizierte Arbeiten, aber auch kritische Auseinandersetzungen mit der neuesten Forschungsliteratur oder erst heranwachsende Forschungsprojekte sind als Diskussi-onsgrundlage willkommen.
Die Tagungen dieser Art sollen den TeilnehmerInnen trotz ihres wissenschaftlichen Charakters die Gelegenheit bieten, in entspannter, kollegialer Atmosphäre einen gemütlichen, erlebnisreichen Tag am Germanistiklehrstuhl miteinander zu verbringen.
Beim ersten Treffen wurden 5 Referate gehalten. Es sprachen - wie vorher angekündigt - Doz. Dr. Mihaela Zaharia, Assist. Dd. Ioana-Hermine Fierbinţeanu, Assist. Dd. Daniela Ionescu, Doz. Dr. Mariana Lăzărescu und Doz. Dr. Ioana Crăciun-Fischer. In angenehm entspannter Atmosphäre wurde in aller Ruhe vorgetragen und debattiert, wobei wichtige germanistische Aspekte angegangen wurden. Das Treffen bestätigte die Erwartungen der Veranstalter: Man zeigte sich wißbegierig, so daß eine wirksame wissenschaftliche und menschliche Kommunikation zustande kam.
Das nächste Treffen der Bukarester KollegInnen soll im April 2002 stattfinden. Dazu sollen auch DeutschlehrerInnen aus Bukarest eingeladen werden, die Mitglieder der GGR sind. Die durchaus lobenswerte Initiative der derzeitigen Leiterin der Bukarester GGR-Zweigstelle, Doz. Dr. Ioana Crăciun-Fischer erwies sich als ein sinnvoller, gewinnbringender Einfall, der unseren begeisterten Beifall verdient.

II. NEUE PUBLIKATION DER GGR: transcarpathica. germanistisches jahrbuch. Rumänien (GJR)
Nach Verhandlungen mit der Leitung des Deutschen Akademischen Diensts in Bonn wurde einvernehmlich beschlossen, in der Herausgeberschaft der GGR und des DAAD und in der bekannten DAAD-Reihe das "Jahrbuch der Germanisten Rumäniens" (JGR) herauszugeben. Die wichtigsten diesbezüglichen Dokumente werden auch in der ZGR, 1-2 (19-20)/2001, also nicht nur über unsere (unseres Wissens gut besuchte) Web-Seite im Internet (http://www.ggr.ro) zugänglich sein.
Dem wissenschaftlichen Beirat des Jahrbuchs gehören von rumänischer Seite an:
Prof. Dr. George Guţu (für die GGR), Lekt. Beate Schindler-Kovats (für den DAAD), Prof. Dr. Andrei Corbea-Hoisie (Iaşi/Jassy), Prof. Dr. Roxana Nubert (Timişoara/Temeswar), Prof. Dr. Horst Schuller (Sibiu/Hermannstadt), Prof. Dr. Speranţa Stănescu (Bucureşti/Bukarest) Prof. Dr. Elena Viorel (Cluj/Klausenburg).
Aus dem Ausland wurden folgende KollegInnen gebeten, dem wissenschaftlichen Beirat des JGR anzugehören. Sie haben unser Angebot freundlicherweise auch angenommen:
Prof. Dr. Alberto Destro (Bologna), Dr. Peter Motzan (München), Prof. Dr. Gerhard Plumpe (Bochum), Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler (Wien), Prof. Dr. Anton Schwob (Graz), Prof. Dr. Paul Valentin (Paris), Prof. Dr. Peter Wiesinger (Wien), Prof. Dr. Gisela Zifonun (IdS, Mannheim)
Die Zusammensetzung der Redaktion muß von der GGR und dem DAAD sowie vom rumänischen Teil des wissenschaftlichen Beirats noch vereinbart werden.
Über Internet hat sich die GGR bereits an KollegInnen im In- und Ausland mit entsprechend informativen Rundschreiben gewandt, um das Vorhaben bekannt zu machen und Materialien für das erste Heft des Jahrbuchs anzufordern, das noch im Jahre 2002 erscheinen soll.
Nun laufen die letzten Vorbereitungen und Gespräche, um den komplizierten Mechanismus der Herausgabe des "Jahrbuchs der Germanisten Rumäniens" in Gang zu setzen und das regelmäßige Erscheinen der Publikation zu gewährleisten. Die einnzelnen Germanistiklehrstühle sollen (wie vereinbart) folgende Jahrgänge in ihre Verantwortung übernehmen und zusammenstellen: 2002 - Bukarest, 2003 - Hermannstadt, 2004 - Jassy, 2005 - Temeswar, 2006 - Klausenburg.
 
III. IM JAHRE 2003 - VI. KONGRESS DER GERMANISTEN RUMÄNIENS
Der VI. Kongreß der GermanistInnen Rumäniens findet 2003 in Sibiu/Hermannstadt statt. H a u p t v e r a n s t a l t e r: Gesellschaft der Germanisten Rumäniens. (Näheres)

IV. TAGUNG IN BRAŞOV/KRONSTADT
Die Germanistikabteilung des Lehrstuhls für Fremdsprachen und -literaturen der Transilvania-Universität Brasov/Kronstadt veranstaltet vom 21.- 24. März 2002 die jährliche Arbeitstagung Kronstädter Germanistik zum Thema: GERMANISTIK IM DRITTEN MILLENNIUM - UNGEAHNTE MÖGLICHKEITEN ODER SACKGASSE?
Dazu laden wir Sie herzlich ein und erwarten Ihre Anmeldung mit Titelangabe nebst zehn zeiliger Zusammenfassung Ihres Vortrags, ganz gleich ob im Bereich der Literatur- oder Sprachwissenschaft, der Didaktik und Methodik (Vortragsdauer: 15 MInuten) bis spätestens 15. Februar 2002.
Die Anmeldungen können brieflich sowie telefonisch, über Fax oder e-mail erfolgen.
Anreisetag ist Donnerstag, der 21.03., Abreisetag Sonntag,  der 24.03.2002.
Die Unterbringung und Verköstigung der Gäste findet in dem Gästehaus "Casa Sperantei", Moldovei-Str. Nr. 2 statt, wo auch getagt wird. Bei entsprechender Förderung umfaßt das Tagungsprogramm außer den eigentlichen Arbeiten (im Plenum und in Sektionen) eine Dichterlesung und eine Bildungsexkursion in die Kronstädter Umgebung. Die Vorträge werden im fünften Band der Reihe Kronstädter Beiträge zur germanistischen  Forschung veröffentlicht.
Tagungsbeitrag: ca. 200.000 Lei.
Kontaktperson:
Lekt. Dd. Carmen E. Puchianu [B-dul Eroilor Nr. 25, RO-2200-Braşov/Kronstadt, Tel. (004) 068 477965/ 104, Fax.(004) 068 410525, e-mail: c.e.puchianu@unitbv.ro]

V. MITTEILUNG DER "ZGR"-REDAKTION:

Auf Wunsch vieler KollegInnen aus dem In- und Ausland beschloßen die Zweigstelle Bukarest der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und der Germanistiklehrstuhl der Universität Bukarest die "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" in ihre Verantwortung zu übernehmen und weiterhin herauszugeben. Die Publikation soll nicht nur Bukarestern GGR-Mitgliedern, GermanistInnen und DeutschlehrerInnen, sondern - wie bisher - allen germanistisch tätigen KollegInnen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen. Sie wird ihr bewährtes dynamisches, modernes, offenes und tolerantes wissenschaftliches Profil beibehalten und optimieren und die Tradition der "Revista Germanistilor Români" im Einklang  mit den aktuellsten Anforderungen an eine moderne, grenzüberschreitende und völkerverbindende Germanistik fortsetzen.
Die Redaktion hat dieselbe Anschrift wie bisher:

Societatea Germaniştilor din România / Filiala Bucureşti
Str. Pitar Moş 7-11
RO-70151 Bucureşti 1
Tel.: 0040-1-252.15.51; Tel.+ Fax: 0040-1-252.15.51; Tel.: 0040-1-211-18.19
E-Mail: ggr01@ggr.ro ; gutu@lycos.com ; gutugeorge@yahoo.de

Wir erwarten gerne Ihre wissenschaftlichen Beiträge.

 

MITTEILUNGEN DER "GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS"

Teil III [Stand: Dezember 2003]

I. Neue Fachpublikation der GGR: transcarpathica. germanistisches jahrbuch. Rumänien

Auf Beschluß des Komitees der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und auf Grund der Vereinbarung zwischen der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), Bonn, wurde ein neues Publikationsorgan der rumänischen Germanistik ins Leben gerufen: "transcarpathica. germanistisches jahrbuch. Rumänien". Nr. 1 (2002) dieser Publikation erschien gerade rechtzeitig aus Anlaß des VI. Kongresses der Germanisten Rumäniens (Sibiu/Her-mannstadt, 26.-29. Mai 2003) und wurde den In- und Ausländischen TeilnehmerInnen als Präsent überreicht. Das Jahrbuch hat einen internationalen wissenschaftlichen Beirat und eine gemischte Redaktion. Zu den Zielen und Aufgaben der neuen Fachpublikation der GGR führen die Herausgeber, George Gu]u (GGR) und Beate Schindler-Kovats (DAAD), im Vorwort aus:

«Mit vorliegendem ersten Heft erscheint eine neue germanistische Publikation, die seit einigen Jahren angekündigt wurde: transcarpathica. germanistisches jahrbuch. Rumänien. Damit wurde die Absicht der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR), in gemeinsamer Herausgeberschaft mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD, Bonn) ein neues wissenschaftliches Organ ins Leben zu rufen, verwirklicht. Turnusmäßig soll die Publikation von den wichtigsten Zweigstellen der GGR und den jeweiligen germanistischen Lehrstühlen des Landes zusammengestellt werden, so daß buchstäblich alle Germanistinnen und Germanisten in Rumänien dazu aufgerufen sind, an der Konzeption und Realisierung des Jahrbuchs beteiligt zu sein.

Der Titel transcarpathica geht auf eine Stelle in einem Brief Paul Celans an Alfred Margul-Sperber aus dem Jahre 1962 zurück, in dem Celan sich folgendermaßen definierte: "In einem gewissen Sinne ist mein Weg noch einmal der Ihre, wie der Ihre beginnt er am Fuße unserer heimatlichen Berge und Buchen, es hat mich, den - um es mit einem Scherzwort zu sagen - 'Karpatisch Fixierten' weit ins Transkarpatische hinausgeführt…" Damit sind biographische, geschichtliche sowie interkulturelle Genesis- und Entwicklungmomente mitgemeint, die die interreferenzielle Dynamik geistiger Austauschprozesse und des polyglotten Dialogs von Kulturen in einer sowohl nehmenden, als auch gebenden, ausgeprägte Individualitäten hervorbringenden geistigen Landschaft bestimmen. Zugleich weist der Titel auf die bahnbrechende Zeitschrift Alfred Meschendörfers, "Die Karpathen" (1907-1914), hin, die sich gegen die Enge siebenbürgisch-sächsischer Kulturwahrnehmung und -produktion, für den Anschluß an die Moderne sowie für die Vermittlung verschiedener sich berührender Kulturen ausgesprochen hatte. In transkulturellem Sinne will auch unser Jahrbuch dem Dialog der Kulturen, des Geistes überhaupt in einer Zeit konstruktiver Vernetzung neue Impulse verleihen.

Mit unserem Jahrbuch wird die publizistische Landschaft im Bereich Germanistik in Rumänien um eine weitere Publikation reicher.

Gab es in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen - neben zahlreichen deutsch-, rumänisch- und anderssprachigen Kultur- und Literaturzeitschriften - nur ein einziges, sich als solches bezeichnendes germanistisches Periodikum, "Revista Germaniştilor Români" (1932-1938), so erschien nach dem Zweiten Weltkrieg die kurzlebige "Revista de filologie romanică şi germanică". Die Germanistiklehrstühle von Jassy und Bukarest bemühten sich um die Herausgabe periodischer Veröffentlichungen: so entstanden.die Reihe "Jassyer Beiträge zur Germanistik", die bis heute 9 Bände herausbrachte, und die Reihe "Beiträge zu den Lehrerfortbildungskursen" in Bukarest, in der bislang drei Bände zusammengestellt wurden.

Die 1990 erfolgte Gründung der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens schuf geeignete organisatorische Bedingungen für die Neubelebung und Erneuerung der germanistischen Lehre und Forschung. Im März 1992 publizierte die GGR das erste Heft der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" (ZGR), dem bislang weitere 10 Hefte folgten und das damit das Erscheinen eines allen Germanistinnen und Germanisten aus dem In- und Ausland offen stehenden Fachorgans einleitete. Von Anfang an konstituierte sich die "ZGR" zu einem intergermanistischen, interkulturellen, grenzüberschreitenden Periodikum von wissenschaftlichem Format. Es wird seinen Beiträgern und Lesern aus dem In- und Ausland in gleicher lebendiger Form und mit denselben hohen Ansprüchen weiterhin zur Verfügung stehen.

Neben der ZGR dokumentiert sich die Germanistik in Rumänien seit Jahren mit einer Reihe von eigenen Fachpublikationen: "Germanistische Beiträge" in Sibiu/Hermannstadt, "Temeswarer Beiträge zur Germanistik", "Kronstädter Beiträge zur germanistischen Forschung", "Klausenburger Beiträge zur Germanistik". Zudem begann die GGR 1997 mit der Herausgabe ihrer wissenschaftlichen Buchreihe "GGR-Beiträge zur Germanistik", in der Dissertationen und andere wissenschaftliche Schriften Platz finden und bislang 9 Bände erschienen sind. Zählt man auch die reichhaltige Zeitschrift des rumänischen Deutschlehrerverbandes "Deutsch aktuell" dazu, so ergibt sich daraus das Bild einer produktiven, inhaltsreichen periodischen germanistischen Publikationslandschaft, die zusammen mit den Kongressen der Germanisten Rumäniens (1994, 1997, 2000, 2003) und den jährlichen Deutschlehrertagungen von der "erstaunlichen Aktivität der rumänischen Germanistik" (Fachdienst Germanistik, München) Zeugnis ablegen.

In der Förderung eigener Lehr- und Forschungstraditionen haben die in Rumänien erscheinenden germanistischen Publikationen den Ruf einer soliden, interkuturellen, grenzüberschreitenden, dialogfreudigen (Auslands)Germanistik begründet, die mit der Germanistik im deutschsprachigen Kulturraum und weltweit enge Kontakte pflegt und diese durch ihre eigene Spezifik zu bereichern vermag. Besondere Aspekte brachte die rumänische Germanistik nicht zuletzt durch Geschichte und Kulturtradition der deutschen und deutschsprachigen Bevölkerung in Siebenbürgen, im Banat, in der Bukowina, in der Dobrudscha sowie in Bukarest, durch die mehrsprachigen und polykulturellen Kontakte in den genannten pluriethnischen Gebieten ein. Durch all ihre Publikationen ist der thematische und methodische Pluralismus der Germanistik in Rumänien gesichert. Zugleich sorgt der Rückgriff auf eigene identitäts-, aber auch diversitätsstiftende Traditionen dafür, daß die Globalisierungsfreudigkeit im Herangehen an aktuelle Forschungsvorhaben keinerlei Nivellierung zur Folge hat.

germanistisches jahrbuch. Rumänien folgt dem Muster der vom DAAD unterstützten Reihe internationaler Jahrbücher und stellt sich zum Ziel, die wissenschaftliche Forschung in Rumänien zu fördern, ihre repräsentativsten Beiträge zu veröffentlichen und in internationale Zusammenhänge zu stellen. Mit dem Jahrbuch soll eine Ergänzung und ein weiteres Forum geschaffen werden, um die rumänische Germanistik verstärkt in den internationalen Kontext und Dialog einzubringen.

Die Vielzahl der sowohl aus Rumänien als auch aus dem Ausland eingegangenen Beiträge belegen das Interesse und das Bedürfnis nach diesem neuen Forum.

Thematischer Schwerpunkt des nun vorliegenden Heftes ist die Frage nach dem Verhältnis zwischen Inlands- und Auslandsgermanistik. Die hiermit erneut angeregte internationale Debatte umfaßt Situationsberichte aus verschiedenen Ländern, nimmt eine historische und gegenwärtige Bestandsaufnahme vor, stellt zugleich kritisch und provokativ Fragen nach der Pluralität des mehrgleisigen Verhältnisses zwischen den Inlands- und Auslandsgermanistiken.

Aus historischer sowie interkultureller Sicht versammelt der Abschnitt Dialog der Texte, Dialog der Kulturen ein breites Spektrum an literaturwissenschaftlichen Beiträgen unterschiedlicher Herangehensweisen.

Im sprachwissenschaftlichen Teil Kontakte, Kontraste schenken die Beiträge allgemeinen Aspekten sowie der Spezifik des in rumänischen Gebieten gesprochenen Deutschen bei ethnischen Minderheiten eine besondere Aufmerksamkeit. Die Beiträge spiegeln die Vielfalt sprachbezogener Betrachtungen und Forschungsansätze, wobei Fallstudien einen gewichtigen Platz einnehmen.

Buchbesprechungen nehmen zu neueren Publikationen mit Rumänienbezug Stellung oder verweisen auf germanistisch-interkulturell bedeutende Veröffentlichungen. Aspekte der deutschsprachigen Literatur der Bukowina, insbesondere der Lyrik Rose Ausländers bilden - aus aktuellem Anlaß - einen regionalen Schwerpunkt mit weitreichender interkultureller Ausstrahlungskraft. Zugleich werden germanistische Publikationen in Rumänien und Publikationen rumänischer Autoren auf dem internationalen Buchmarkt berücksichtigt - was in den nächsten Heften weiterhin und in verstärktem Maße Beachtung finden soll.

Für das erste Heft der transcarpathica lag die redaktionelle Arbeit in der Verantwortung der Zweigstelle Bukarest der GGR und des Bukarester Germanistiklehrstuhls (unter Leitung von Prof. Dr. George Gutu), die die inhaltliche Konzeption vorgaben und das Zustandekommen sowie die Gestaltung des Jahrbuchs koordinierend besorgten. Kontinuität für die Arbeit am germanistischen Jahrbuch. Rumänien wird durch die Zusammensetzung der Redaktion gewährleistet, der Vertreter der GGR, der Germanistiklehrstühle und des DAAD angehören.

Dank gilt den Redaktionsmitgliedern, namentlich Hans Neumann (Jassy), Eleonora Pascu (Temeswar), Carsten Hennig (DAAD-Lektor Temeswar), Markus Bauer (DAAD-Lektor Jassy), den mitarbeitenden Kolleginnen und Kollegen, insbesondere Prof. Dr. Speranţa Stănescu (Bukarest), und vor allem der leitenden Redakteurin, Ioana Crăciun (Bukarest), die nicht nur die schwierige Aufgabe der Lektorierung auf sich nahm, sondern auch viele Impulse für das Jahrbuch setzte.

Besonderen Dank gebührt dem DAAD, der durch die finanzielle Unterstützung das Erscheinen des germanistischen jahrbuchs. Rumänien ermöglicht.

Abschließend möchten wir die Leser auffordern, in den auch von uns betriebenen Dialog der Texte und der Kulturen einzutreten. Konstruktive Meinungen, Stellungnahmen und Vorschläge sind uns willkommen. Sie tragen zu einem lebendigen Gedankenaustausch und zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung im Dienste der Germanistik bei.

Die Herausgeber»

*****

II. Internationale Beziehungen - konkret, intensiv: Dr. Stefan Sienerth zum Ehrenprofessor der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Bukarest ernannt

Im Zuge der zunehmenden Internationalisierung der Beziehungen der rumänischen Germanistik werden neue Momente konkreter, intensiver Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen in Rumänien und im Ausland gemeldet. Nachdem zwischen dem Bukarester Lehrstuhl für Germanistik und dem neugegründeten Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas in München, zu dessen Gründungsmitgliedern auch der Leiter des Bukarester Germanistiklehrstuhls, Prof. Dr. George Guţu gehört, eine Vereinbarung über die bilaterale Zusammenarbeit abgeschlossen wurde, verlieh die Fakultät für Fremdsprachen der Universität Bukarest dem Münchner Germanisten Dr. Stefan Sienerth die Ehrenprofessur. Bei der feierlichen Übergabe des Ehrenrpofessordiploms im Professorenratssaal der ehrwürdigen Fakultät am 16. Oktober 2002 wurden die Verdienste Dr. Sienerths zur Vertiefung und Festigung der Beziehungen zwischen der rumänischen germanistischen Forschung und Lehre und den einschlägigen deutschen Einrichtungen gewürdigt.

Die Laudatio sprach Prof. Dr. George Guţu, Leiter des traditonsreichen Bukarester Germanistiklehrstuhls:

Onorata asistenta,

stimata doamna decan,

stimate colege, stimati colegi,

dragi studente si studenti,

ne-a adus astazi laolalta un fericit prilej: La initiativa Catedrei de Germanistica a Facultatii de Limbi si Literaturi Straine din Universitatea din Bucuresti, Consiliul Profesoral si Senatul au hotarât sa i se decerneze titlul de "profesor honoris causa" domnului dr. Stefan Sienerth, cercetator principal la Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas din München si, de o buna bucata de timp, visiting professor la Universitatile din München, Budapesta si Bucuresti. Ca urmare, participam la festivitatea de acordare si înmânare a acestui titlu si ne bucuram de a ne fi întarit rândurile prin noul si distinsul nostru coleg.

Domnul Dr. Stefan Sienerth ilustreaza prin descendenta, prin traseul sau profesional si prin amprenta ardeleana a devenirii sale, destinul comunitatii sasesti din Transilvania, cu toate avatarurile si bucuriile izvorâte din convietuirea seculara a unor diverse semintii alaturi de poporul român. Nascut într-o familie de oameni simpli, dar exemplar de destoinici, si-a demonstrat de timpuriu apetenta pentru cultura si educatie, aviditatea de a cunoaste si de a se deschide spre varii orizonturi spirituale din care a stiut sa culeaga tot ceea ce a fost mai interesant si mai relevant, însusindu-si elemente definitorii ale specificului fiecareia dintre culturile cu care a intrat în contact. In prim-planul stradaniilor sale s-a situat istoria si cultura poporului sas din Transilvania, din rândul caruia provine.

Dupa studii aprofundate la Universitatea din Cluj, si-a început activitatea didactica la Târgu Mures, apoi la Sibiu, unde a facut o stralucita cariera universitara. S-a remarcat totdata ca un solid cercetator al literaturii germane din România, în speta al celei sasesti din Transilvania. A fost continuator de traditii si deschizator de drumuri prin elaborarea si publicarea unor antologii din literatura saseasca-transilvaneana din perioadele de început ale acesteia, pâna la umanism si pâna în secolul al XIX-lea. A editat o serie de opere inedite ale unor scriitori ai acestei literaturi, publicând studii si exegeze dedicate fie unor momente cruciale si definitorii ale literaturii de limba germana din Transilvania, fie unor aspecte teoretice referitoare la mecanismul productiei si receptarii literaturii în conditiile izolarii lingvistice si ale contactului unor culturi pe cât de vechi, pe atât de valoroase. Numele sau a devenit cunoscut si apreciat în cercurile specialistilor din România si din strainatate. Acordarea titlului de dr. în stiinte filologice al Universitatii din Bucuresti sanctiona rezultatele excelente ale stradaniilor sale în cercetarea istoriei literaturii germane din România.

Sosise momentul ca Domnia Sa sa acceada la postul de conferentiar al universitatii sibiene. Conform regulamentelor pe atunci în vigoare, candidatul avea nevoie de un contracandidat. Spre placuta mea surpriza, Domnia Sa mi-a solicitat sa fiu eu acel contracandidat - pro forma, fireste. Desigur, respectând conventia tacita a purei colegialitati. Încrederea Domniei Sale venea fericit în întâmpinarea preocuparilor, dar mai ales a convingerilor mele. Dosarul a fost acceptat si dr. Stefan Sienert a fost declarat câstigator al concursului. Scurta ne-a fost bucuria, caci masurile aberante ale diriguitorilor de atunci, cu care, privita din anumite un-ghiuri, pare a concura astazi strategia deconstructivista a diriguitorilor de astazi - pe scurt, germanistica de la Sibiu si din alte centre universitare din tara, cu exceptia Bucurestiului, au fost decapitate, ramânând doar cu germana ca a doua specialitate. În aceste conditii vitrege, dr. Stefan Sienerth a fost preluat de Centrul de studii socio-culturale de la Sibiu, unde si-a desfasurat activitatea pâna la plecarea sa în Germania, purtat de valul evenimentelor de dupa revolutie.

Cu el si cu numerosi alti colegi de-ai nostri de origine germana, germanistica, întreaga viata spirituala din România suferea o grea si ireparabila pierdere, golul ramas este atenuat doar de faptul ca toti acesti fosti colegi îsi promoveaza în continuare si cu consecventa legaturile cu tara de bastina, vizitând-o, participând la sesiuni de comunicari stiitifice, congrese si simposioane organizate de colegii nostri din România sau preluând cursuri si seminarii la universitatile noastre. Iata, si astazi îl simtim alaturi, ba mai mult, de azi înainte va fi colegul nostru, implicat si mai strâns într-o colaborare fructuoasa pe diverse proiecte.

În Germania a devenit cercetator principal la Institutul de Istorie si Cultura Germana din Sudestul Europei de la München, la care desfasoara, împreuna cu un alt ilustru germanist originar din România, dr. Peter Mo-tzan, o impresionanta activitate de cercetare si editoriala, fiind autor sau coautor al unor prestigioase lucrari precum Istoria literaturii sasilor din Transilvania, din care au aparut pâna în prezent doua volume masive, sau Dictionarul scriitorilor de limba germana din Europa de sud-est. Activitatea sa publicistica si editoriala s-a împletit strâns cu incitante comunicari stiintifice la numeroase simposioane si congrese internationale, multe dintre ele organizate cu concursul institutului din München. Vestite si apreciate sunt interviurile sale cu numeroase personalitati ale vietii literare, culturale din spatiul sudesteuropean.

Ne mândrim cu o colaborare frucutuoasa, colegiala, de o elevata solidaritate de breasla. De la bun început, congresele germanistilor din România au beneficiat de participarea dr. Stefan Sienerth si a celorlalti colaboratori ai institutului din München, care au îndrumat una dintre prestigioasele sectii ale congreselor noastre. Ne-am propus câteva proiecte ambitioase, pe care speram sa le realizam într-un viitor apropiat: editarea unor materiale valoroase din arhiva Alfred Margul-Sperber de la Bucuresti, conservarea acestei importante arhive, înfiintarea pe lânga Catedra de Germanistica a unui Centru de documentare si de cercetare a literaturii germane din România. Speram ca si institutiile românesti sa ne sprijine în realizarea acestor obiective.

Ele nu sunt vise desarte, ci dovada orientarii noastre spre teme de cercetare de actualitate, spre abordarea interculturala, în cele mai diverse contexte stratigrafice si cronologice, a fenomenului productiei si receptarii literaturii, a literaturii germane din România în special, cu toate elementele care o particularizeaza. Deschiderea spre Europa si spre lume este suprema menire a noastra, a tuturor cadrelor didactice din domeniul predarii si cercetarii limbilor si literaturilor straine.

Dr. Stefan Sienerth se înscrie pe traiectoria acelui homo transsilvanus descris si ilustrat magistral, prin destin si opera, de compatriotul sau Hans Bergel, detinator al titlului de doctor honoris causa al Universitatii din Bucuresti, si care definea spatiul sudesteuropean nu în termeni politici, ci în cei ai unei variante specifice a spiritului european. Carturarii sasi din Transilvania au fost, înaintea chiar a celor din scoala Ardeleana, liantul acestui spatiu interetnic de traire culturala si spirituala, legatura subterana, trainica si fertila, cu lumea si valorile occidentale, pe care le-au îmbinat fericit în sinteze pure, cristaline de gândire si simtire. Karl Jaspers sustinea ca asumarea istoriei se realizeaza prin "posibila aflare acolo", adica în radacina prezentului si în prezent deopotriva. Toti carturarii Transilvaniei s-au aflat "acolo".

Prin activitatea Domniei Sale, si dr. Stefan Sienerth este prezent în acest "acolo". Ştiindu-i radacinile, sa-i uram si noi bun-venit în prezentul si viitorul nostru! Şi sa-i mai uram sanatate, putere de munca si gânduri senine.

In seiner Antwort führte der Ehrengast und Mitarbeiter des Bukarester Germanistiklehrstuhls aus:

Stimata doamna decan,

Stimate domnule prorector,

Stimate colege, stimati colegi,

Va marturisesc ca sunt deosebit de emotionat pentru faptul ca ati avut amabilitatea de a-mi acorda valorosul titlu de "profesor honoris causa" al Facultatii de Limbi si Literaturi Straine a prestigioasei Universitati din Bucuresti.

Gestul Domniilor Voastre ma onoreaza si, în acelasi timp, îmi semnaleaza recunoasterea modestelor mele eforturi pe care le-am depus în cursul ultimelor câteva decenii în domeniul predarii limbii si literaturii germane în calitate de cadru didactic la Institutul Pedagogic din Târgu Mures si mai ales la Universitatea din Sibiu, între anii 1971-1990, precum si în domeniul cercetarii istoriei literaturii germane din România. Totodata, decernarea acestui titlu marcheaza si evolutia fructuoasa a relatiilor dintre mine si Catedra de Germanistica din universitatea bucuresteana, relatii stabilite înca de pe vremea când îmi desfasuram activitatea didactica si de cercetare în România.

Dupa 1989, în conjunctura data, am luat si eu decizia, deloc usoara, de a ma stramuta în Germania, unde lucrez ca cercetator principal la Institutul de Cultura si Istorie Germana din Europa de Sudest de la München – o institutie cu o bogata traditie de cercetare a interferentelor culturale si spirituale în acest spatiu multietnic al Europei. Înca de la începutul anilor 1990 am intensificat relatiile de colaborare ale institutului din capitala Bavariei cu Catedra de Germanistica din cadrul facultatii Dumneavoastra, respectiv cu Societatea Germanistilor din România. Începând cu anul 1994, din initiativa partii române, am preluat onoranta sarcina de a organiza, împreuna cu colegii români, o sectie proprie la prestigioasele congrese ale germanistilor din România, la care se pune în evidenta de fiecare data legatura strânsa dintre cercetarea germanistica româneasca si cea internationala. Ca urmare a acestor congrese am editat la institutul nostru câteva volume de studii, si vom edita si altele, cel târziu dupa congresul de la Sibiu din primavara anului viitor. Totodata, am început sa tin periodic, în calitate de profesor-oaspete, cursuri si seminarii de literatura germana la Catedra de Germanistica din Bucuresti, dupa cum fac acest lucru si la Universitatile din München si din Budapesta.

Recent, institutul pe care îl reprezint a încheiat un acord de colaborare cu Catedra de Germanistica din Universitatea din Bucuresti, axat în principal pe sprijinirea initiativei acestei catedre de a crea un Centru de cerceterare a literaturilor germane din România si, în special, pe conservarea si valorificarea bogatului material documentar existent în arhiva Alfred Margul-Sperber aflata la Muzeul Literaturii Române din Bucuresti. Totodata sunt prevazute si alte actiuni si activitati comune sau multilaterale, dintre care amintesc doar unul de prestigiu al institutului nostru, si anume amplul Dictionar al scriitorilor de expresie germana din sudestul Europei, cuprinzând aproape o mie de autori, la care lucram de mai multi ani cu o serie de specialisti de la universitati si institutii stiintifice din Germania, Austria, România, Ungaria, Slovenia, Serbia, Croatia si Slovacia.

Dupa aceasta enumerare factologica, îngaduiti-mi sa va fac o confesiune: Legaturile mele stiintifice si didactice cu tara în care m-am nascut si m-am format din punct de vedere profesional, cu tara de care ma leaga o sumedenie de amintiri mai placute sau mai putin placute, asa cum au fost ele posibile în vremuri de restriste ideologica si politica, dar si de împliniri în plan profesional si uman, sunt legaturi profunde, de suflet.

Provin din lumea traditionala a taranimii transilvanene; mi-am petrecut copilaria, cu toate ca de la razboi trecusera doar câtiva ani, într-o ambianta comunitara înca relativ bine organizata, în apropierea unei biserici cu ziduri vechi si înalte ca de cetate. Dar casa parinteasca, precum si cea a bunicilor din apropiere, care erau morari, era mereu deschisa pentru locuitorii satului, indiferent de statutul lor social si de limba în care se exprimau. (Regret ca profesorul Vasile Morar, de la Facultatea de Filozofie, un coleg pe care multi dintre Dumneavoastra îl cunosc foarte bine si cu care eu am copilarit pe malul Târnavei Mari, nu poate fi împreuna cu noi în aceste momente, fiind referent în cadrul sustinerii unei teze de doctorat. El ar putea sa va confirme cele spuse de mine.)

Crescut în spiritul respectului fata de semenii nostri, schimbarile ulterioare de peisaj, intervenite odata cu începerea studiilor liceale si universitare, nu m-au afectat în mod deosebit, dimpotriva, ele mi-au oferit posibilitatea sa cunosc multa lume din zone diverse, cu mentalitati diferite. Facând abstractie de ultimii ani ai dictaturii comuniste, ma consider norocos pentru faptul ca o buna parte a vietii mele mi-am putut-o petrece pe meleagurile frumoase si de neuitat ale României.

Am avut si am prieteni printre românii, maghiarii si membrii celeorlalte etnii din România, oameni de mare valoare morala, umana si profesionala. Spiritualitatea transilvaneana, tipul de om sudesteuropean, care apartine deopotriva culturii propriei sale nationalitati, dar si culturii celorlalte popoare cu care a convietuit, spiritul de deschidere spre alte orizonturi intelectuale si-au pus amprenta si asupra evolutiei mele spirituale si profesionale – si va asigur ca în acest spirit voi continua sa-mi exercit rolul de modest intermediar cultural între tarile noastre, asa cum a înteles aceasta misiune concetateanul meu, celebrul germanist originar din România Karl Kurt Klein, înca de la începutul secolului al XX-lea.

Corpul profesoral al Facultatii de Limbi si Literaturi Straine a Universitatii din Bucuresti a numarat de-a lungul deceniilor si numara si astazi personalitati de seama ale culturii române. Ca doctorand si doctor al acestei facultati eu însumi sunt în mare masura si produsul influentelor spirituale si profesionale exercitate de aceste personalitati. Timpul nu-mi permite sa-i nominalizez pe toti scriitorii si carturarii români care, pe lânga cei de expresie germana, au lasat urme adânci in viata mea spirituala. Din acelasi motiv n-am posibilitatea sa enumar nici macar o mica parte din scriitorii, filozofii si criticii literari din spatii culturale de limba franceza, engleza, italiana, rusa etc. pe care i-am cunoscut în mare parte prin intermediul limbii române. Nu pot sa-i trec însa cu vederea, fara sa-i nominalizez, pe profesorii mei din comisia de doctorat din ianuarie 1979, Sevilla Raducanu, Mihai Isbasescu, Jean Livescu si Alexandru Dima. Folosesc si acest prilej pentru a le exprim sincera mea recunostinta.

Acesta este un motiv în plus pentru care titlul pe care mi l-ati acordat ma umple de mândrie si va asigur din nou ca voi fi în permanenta alaturi de eforturile Domniilor Voastre, pe care le voi sprijini asa cum voi putea mai bine. Uitându-ma în sala, ma bucur sa-i vad pe câtiva dintre actualii mei studenti. Interesul lor pentru studiul limbii si literaturii germane, în special pentru cel al literaturii germane din România, ma îndeamna sa sprijin si în viitor germanistica din Bucuresti, din România, în special pe tinerii cercetatori si studenti români din domeniul germanisticii.

Legaturilor directe, personale, le revine – într-o epoca de globalizare a relatiilor interumane si interculturale – un rol din ce în ce mai important. Sper sa am ocazia de a reveni cât mai des posibil în mijlocul cadrelor didactice ale facultatii Dumneavoastra, de a participa la activitatea didactica si de cercetare a colegilor mei germanisti de la Bucuresti sau de a-i saluta, în calitate de gazda, la institutul nostru din München.

Multumesc doamnei decan, profesor dr. Sanda Rîpeanu, pentru onoarea de a prezida aceasta festivitate (si pentru amabilele cuvinte ale Domniei Sale), multumesc domnului prorector, prof. dr. Ioan Pânzaru, pentru ca a gasit timpul necesar de a fi în mijlocul nostru, multumesc reputatului germanist profesor dr. George Gutu, cu care ma leaga afinitati spirituale si un drum comun în vremuri bune si rele de peste doua decenii, pentru prezentarea elogioasa a activitatii mele didactice si stiintifice.

Nu în cele din urma doresc cu acest prilej festiv sa le multumesc colegilor mei de breasla de la Catedra de Germanistica pentru initiativa lor, precum si Consiliului Profesoral al Facultatii de Limbi si Literaturi Straine si Senatului Universitatii din Bucuresti pentru confirmarea initiativei Catedrei de Germanistica.

Asigurându-va de înaltul meu respect, ma voi stradui sa raspund prin fapte concrete acestei agreabile surprize pe care mi-ati facut-o prin acordarea titlului de "profesor honoris causa".

Totodata, va doresc succes în travaliul Dumneavoastra spiritual pus în slujba unei prestigioase Alma Mater si va multumesc din nou pentru onoarea pe care mi-ati facut-o de a ma putea considera de acum înainte colegul Dumneavoastra de departe si care va va fi, totusi, mereu aproape!

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III. 100. Gründungstag des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest im Jahre 2005

Am 5. November 1905 kamen zahlreiche Hörer in die Bukarester Alma Mater, um der Gründung des ersten Germanistiklehrstuhls im damaligen Rumänien sowie der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Simion C. Mândrescu beizuwohnen.

Der heutige Germanistiklehrstuhl der Bukarester Universität faßte auf Vorschlag seines Leiters, Prof. Dr. George Guţu, den Beschluß, das 100jährige Jubiläum dieser bedeutenden Gründung feierlich zu begehen. Im Hinblick auf das historische Ereignis werden für Anfang November 2005 vorläufig folgende Veranstaltungen ins Auge gefaßt:

  • Feierliche Sitzung im Gründungssaal des Alten Gebäudes der Universität Bukarest; Für den 10. November 2005 werden in- und ausländische Persönlichkeiten des Bildungs- und Kulturlebens in den Gründungssaal in der Edgar-Quinet-Straße geladen.

  • Wissenschaftliche Tagung des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest mit internationaler Beteiligung; Bedeutende Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland werden sich vom 10.-11. November 2005 zu einem zweitägigen fachmännischen wissenschaftlichen Erfahrungs- und Gedankenaustausch treffen.

  • Herausgabe eines Bandes zur Geschichte der Bukarester Germanistik in der Reihe "GGR-Beiträge zur Germanistik"; Germanistische Lehrkräfte, die am Bukarester Lehrstuhl in der Zeit von den Anfängen bis zur Wende 1989 tätig waren, sollen in kurzen monographischen Darstellungen gewürdigt werden.

  • Eröffnung einer Ausstellung zur Geschichte der Germanistik in Rumänien - mit Schwerpunkt Bukarest.

Die MitarbeiterInnen des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest haben sich bereits an die organisatorischen und inhaltlichen Fragen herangemacht und gesonderte Arbeitsgruppen gebildet.

Wir laden alle Interessenten (Institutionen und Körperschaften) aus dem In- und Ausland als Mitveranstalter sowie unsere KollegInnen als TeilnehmerInnen dazu herzlichst ein. Zu diesem Zweck stehen die E-Mail-Adressen ggr01@ggr.ro; und gutu@excite.com und gutugeorge@yahoo.de zur Verfügung.

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IV. In memoriam Alexandru Ţenchea

Die Organisatoren des VI. Kongresses der Germanisten Rumäniens in Sibiu/Hermannstadt erhielten seinerzeit mit besonderer Freude die Kunde, daß auch unser Kollege und Leiter der GGR-Zweigstelle Oradea/Großwardein, Univ.-Lekt. Alexandru Ţenchea, am Kongreß teilnehmen wird. In seiner E-Mail schrieb er:

"Sehr geehrter Herr Guţu,

Die Universität Oradea meldet sich erneut und grüßt Sie herzlichst durch ihren Vertreter Professor Alexandru Ţenchea. Ich hoffe, meine jetzige Botschaft erreicht Sie in bester Arbeits- und Gesundheitslage.

In Hinsicht auf den nächststehenden Germanistenkongress möchte ich diese ausgezeichnete

Gelegenheit nicht verpassen und deswegen habe ich es vor, meine Kolleginnen auf dieser Reise zu begleiten und für Oradea eine noch verbesserte Vertretung zu gewährleisten. Ich möchte einen Vortrag mit dem folgenden Titel halten: ‹Klaus Stephani und die Bukowina›. Ich hoffe dadurch einen guten Beitrag zur sächsischen Kulturrezeption aus dem rumänischen Raum zu bringen.

Es grüßt Sie ergebenst

Ihr Alexandru Ţenchea"

Trotz der Bedenken der Veranstalter, es könnte möglicherweise finanzielle Schwierigkeiten geben, erwiderte er voller Zuversicht und in kollegialer Fürsorge für seine jüngeren Kolleginnen:

"Geehrter Kollege Guţu,

Ich bedanke mich für die unverzügliche Antwort. Kurz und bündig gesagt, möchte ich trotz der beschränkten Finazierungsmöglichkeiten bei dem Kongress teilnehmen.

Ich werde mich dann schnell mit unseren Kollegen von der Hermannstädter Universität in Verbindung setzen und um Hilfe bitten. Wenn nicht, dann bleibt mir noch mein Haus aus Medias, von wo aus ich dann Hermannstadt ohne Schwierigkeiten erreichen kann.

Ich bestätige noch einmal mein Fürwort für die jüngeren Kolleginnen, Frau Buciuman und Frau Hamburg, und und versichere Sie von ihrer Teilnahme am Kongress. Soweit ich es weiß, wollen die beiden ein Doppelzimer gemeinsam teilen.

Mit freundlichsten Grüßen,

Ihr Alexandru Ţenchea"

Ein arbeitsbesessener, in aller Bescheidenheit seiner germanistischen Lehrtätigkeit treu ergebener Mensch konnte sich diesen Wunsch jedoch nicht mehr erfüllen. Kurz nach Beginn des Kongresses erfuhren wir von seinem urplötzlich eingetretenen Tod. Dieser hatte ihn erbarmungslos aus seiner Dozentur an der Philologischen Fakultät der Oradeaer/Großwardeiner Universität gerissen. Gerne hätten wir ihn auf dem Kongreß, an dem er unbedingt teilnehmen wollte, begrüßt und gehört. In der Sektion, in der er eingeplant war, vermißten wir ihn und seinen angekündigten Vortrag. Die Bukowina lag ihm schon lange am Herzen - einige Jahre war er auch an der Jassyer Universität tätig. Doch seine didaktische Laufbahn hatte an der Temeswarer Universität begonnen. Obwohl in den letzten Jahren krankheitshalber nicht immer hoffnungsfreudig gestimmt, bezeugt sein Werdegang die Tatsache, dass er ständig danach strebte, seine Fachkenntnisse zu erweitern. Aus einer Klausenburger Intellektuellen-Familie stammend, die ihn zur Ausbildung förderte, schließt er 1961 sein Germanistik-Studium an der Temeswarer Universität ab. Noch als junger Lehrer wird er zuerst an die Universität Temeswar und dann an die Jassyer Universität als Lehrkraft für DaF gerufen. Hier lernt er seine zukünftige Ehefrau, Ingeborg, kennen. Aus ihrer Ehe ist der Sohn Wolfgang hervorgegangen. 1968 vervollständigt er seine Ausbildung im Rahmen eienes Sommerkurses am Herder-Institut Leipzig, 1970 erhält er ein DAAD-Stipendium, dann folgen 1973 ein Sommerkurs im Goethe-Institut München und 1991 eine Dokumentationsexkursion in Deutschland durch Inter Nationes.

Die Kollegen erinnern sich an ihn als an eine „wandernde Enzyklopädie“, als an eine Persönlichkeit, die durch den scharfen Sinn für Humor hohe Ansprüche an seine Mitmenschen und Mitarbeiter stellt. Der für ihn selbst geltende Maßstab lag besonders hoch. Seine wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit galt verschiedenen Bereichen der inländischen und ausländischen Kulturgeschichte.

Zwischen 1990-1991 ist Alexandru Ţenchea Redakteur beim Wochenblatt Glasul Bucovinei und bei der Zeitschrift Arboroasa, Suceava, zwischen 1993-1998 Redakteur und Kulturberater bei der Rundfunk- und Fernsehgesellschaft „Nord 22” (Suceava-Bukarest-Luxemburg). Während seiner Tätigkeit in Oradea/Großwardein gründet er die Germanistikabteilung an der staatlichen Universität Oradea und später die örtliche Zweigstelle der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, deren Leitung ihm anvertraut wurde.

Seine Beiträge und Rezensionen erscheinen in Zeitschriften wie Buletin de informare şi documentare a cadrelor didactice, Suceava; Buletin Ştiinţific. Filologie, Suceava; Arboroasa, Suceava. Sein scharfer Geist und Sarkasmus schimmern in Pamphleten wie Arboroasa, Tinerii Revoluţiei, Glasul Bucovinei, Nord Press (Suceava) durch. Frucht seiner Großwardeiner Jahre sind die Veröffentlichungen in Noua Gazetă de Vest, Oradea. Unter seinen Büchern befinden sich einige Wörterbücher und zahlreiche Lehrmaterialien für den DaF-Unterricht, zu denen auch folgende gehören:

1. Dicţionar german-român. Termeni de fonetică. Suceava, 1973.

2. Curs de limba germană contemporană. Fonetica. Suceava, 1977.

3. Dicţionar german-român. Terminologie literară. Suceava, 1979.

4. Mic dicţionar de tehnică generală german-român. Suceava, 1983.

5. Dicţionar de sudură german-român. Suceava, 1988.  

Durch sein vorzeitiges Ableben bleibt ein von ihm in Angriff genommenes dreisprachiges Wörterbuch für Ausdrücke unvollendet.

Von seiner Vielseitigkeit zeugt auch das Interesse für die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, mit der er die Leser durch Übersetzungen vertraut machte. Sie erschienen in Cronica, Iaşi; Pagini bucovinene (Anhang zu Convorbiri literare), Iasi; Tribuna, Cluj; Studium, Suceava; Arboroasa, Suceava; Glasul Bucovinei, Suceava; Bucovina literară, Suceava; Familia, Oradea. Durch Teilnahme an Konferenzen und wissenschaftlichen Tagungen im Inland (Timişoara, Iaşi, Cluj-Napoca, Suceava, Piteşti, Oradea, Bacău, Rădăuţi, Sinaia) und im Ausland (Augsburg / Deutschland, Cernăuţi / Ukraine, Jastrowic / Polen) festigte er seinen Ruf als soliden Germanisten und ergänzte seine akademische Laufbahn.

Die GermanistInnen in Rumänien werden ihm ein stets ehrendes Andenken bewahren. 

(Veronica Buciuman, George Guţu)

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V. Unsere KollegInnen schreiben uns: Der Leiter der Wiener Staatsoper Ioan Holender in Temeswar

Der Persönlichkeit des gebürtigen Temeswarers Ioan Holender wurde am 8. Dezember eine Gala in der Temeswarer-Staatsoper gewidmet. Der Anlaß war die Buchpräsentation seines Memoirenbandes Der Lebensweg des Wiener Staatsoperndirektors. Von Temesvar nach Wien (Böhlau Verlag, Wien, 2001), das von Magdalena Marculescu ins Rumänische übertragen wurde und unter dem Titel De la Timisoara la Viena im Universal Dalsi Verlag, Bukarest, 2002, erschienen ist.

Der Literaturkritiker und Schriftsteller Livius Ciocârlie, ein Jugendfreund von Holender, schreibt in seinem Vorwort über die idealistisch-realistische Einstellung des Staatsoperndirektors aus Wien, der mit Ernst und Humor die Probleme des Lebens meistert. Sein natürlicher Auftritt findet sich in den erzählten Erinnerungen wieder, die dem Leser Beeindruckendes aus den Kulissen des Lebens anbieten. Das Beeindruckendste sei das Bekenntnis zum Rumänentum bzw. zur rumänischen Identität. Holender ist und bleibt ein treuer Rumäne, ein treuer Temeswarer. Der beste Beweis ist die ins Rumänische übertragene Variante des Buches, in dem er mit Nostalgie über seine Kindheit und Jugend in Temeswar, über Studium und Alltag bis 1959 erzählt. Er artikuliert sich bescheiden und erzählt ungeschminkt über die ulkigsten Episoden, aber auch über die Schicksalschläge seines Lebens. Die Leidenschaft zur Oper und zum Sport prägen seine Jugend, aber auch die kommenden Jahrzehnte. Schmerzvoll klingt der Bericht über das Verlassen der Heimat, das unter dem damaligen kommunistischem Regime unausweichlich geworden war, denn für Ungebetene gab es keine Zukunft mehr.

Der erste Teil seiner Memoiren, der über Rumänien erzählt, ist besonders beeindruckend für den Leser, der eine erschütternde Lebensgeschichte erfährt, aber auch einen tiefen Einblick in die Seele von Ioan Holender gewinnt. Lehrreich ist für viele Leser die Lektion über die Geschichte Rumäniens, über die Denkweise und Lebensart der Menschen dieses Landes. Die tolerante Atmosphäre der Stadt Temeswar wird hervorgehoben - ein wahres Plädoyer für diese besondere Prägung.

Der zweite Teil des Memoirenbandes führt nach Österreich. Die erste Wiener Zeit wird dargestellt, die Tätigkeit als Regieassistent am Burgtheater, wie auch als Sänger und Bühnenvermittler. Und schließlich die Operndirektion. Dem Leser wird ein Einblick in die Kulissen des Opernbetriebes mit seinen Risiken und Freuden gewährt. Als Opernmanager unterstützte Holender talentierte Sänger aus dem Osten wie Ludowig Spiess, David Ohanesian, Ileana Cotrubas, Corneliu Murgu. Fortuna lächelte ihm zu, als Eberhard Waechter ihn aufforderte, als Kodirektor mitzuwirken. Mit viel Liebe und Charm wird über die bewegte Welt der Wiener Oper berichtet, über Sorgen, Ängste, aber auch über Erfolge. Die Rolle des Staatsoperndirektors ist sehr wichtig und auch sehr schwer, die Liebe für den Menschen, egal welchen Beruf er ausübt, soll ausschlaggebend sein. Holender ist kein „Sparmeister“, aber überlegt stets, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Eine ganz besondere Kulturpolitik hat ihn auch als Manager bekannt gemacht, i.e. daß er stets junge und talentierte Sänger gefördert hat. Beispiele dazu finden wir in seinem Buch – Agnes Baltsa, Placido Domingo, Jose Carreras, Katia Ricciarelli, Leo Nucci u.a. Mit besonderer Dezenz erzählt Holender über die Berühmtheiten aus der Kunstwelt, deren Biographien sich mit seiner treffen und über beeindruckende Freundschaften berichten könnten. Dennoch bleibt in den Beschreibungen und zahlreichen Episoden der Erzählton nüchtern, auch wenn diesem ohnehin einen besonderen Humor anhaftet. Der Leser hat immer wieder den Eindruck, direkt angesprochen zu werden vom berühmten Holi, der ihm etwas mitgeben will, aus seinem Leben für das Leben der anderen.

Holenders Aussage: „Bin etwas geworden durch das Leben!“ ist ein Beweis, daß sein Erfolg eine Folge seines persönlichen Einsatzes ist. Eine beispielhaft faszinierende Karriere, die mit Schmerz und Freude verbunden ist.

Es steht fest, und der Staatsoperndirektor gibt es auch zu, daß die Oper eine nie dagewesene Wiederbelebung erlebt. Oper ist von Menschen für Menschen gemacht und da die Menschen sich ändern, muß die Oper sich auch stets ändern. Das verlangt einen besonderen Spürsinn für die Ansprüche des Publikums, neue Ideen, Wiederaufnahme verschiedenster Opern, die nur selten aufgeführt werden. Kunst ist wichtig, denn die Oper wie auch das Theater repräsentieren ein politisches Podest, von dessen Warte aus man sich politisch oder humanistisch zu den Problemen der Menschen äußert, die die Existenz der Menschen bessern oder verbessern können.

Das bekenntnishafte Buch von Ioan Holender, das mit besonderer Sympathie über Freunde erzählt, die Stadt der Kindheit mit Pathos und Liebe beschreibt, die erlebte Geschichte distanziert betrachtet, kann als eine der spannendsten Autobiographien eines Künstlers gelesen werden, dessen beeindruckender Lebenslauf beispielhaft wirkt.

  Eleonora Pascu-Ollinger

 

VI. Der neue deutsche Botschafter in Rumänien zu Besuch am Germanistiklehrstuhl der Universität Bukarest

Die Bukarester Tageszeitung "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" brachte am 13.11. 2003 unter der Überschrift "Begegnung mit Professoren und Studenten. Deutscher Botschafter bei Germanistiklehrstuhl" (siehe auch http://www.adz.ro/k031113.htm) folgenden Bericht:

mc. Bukarest - Deutschlands Botschafter Wilfried Gruber hat gestern Nachmittag den Germanistiklehrstuhl der Universität Bukarest zum ersten Mal besucht. An dem Treffen nahmen teil Erik Kurzweil, Kulturreferent an der Deutschen Botschaft, Professoren und Studenten der Germanistik. Am Gespräch beteiligten sich auch Stefan Sienerth vom Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas München, der österreichische Lektor Martin Stangl und der DAAD-Lektor Reimar Müller. Bei seinem Antrittsbesuch im Haus der Fremdsprachenfakultät erklärte Botschafter Gruber die Schwerpunkte der auswärtigen Politik und die Wirtschaftsstrategie der BRD in Rumänien. Als Priorität seines Mandats im Bereich der Kulturbeziehungen hat er den Unterricht in deutscher Sprache und das Erlernen des Deutschen als Fremdsprache an Schulen und Universitäten hervorgehoben. Im Kontext, in dem das Englische auch in Rumänien an Bedeutung gewinnt, soll die Förderung des Deutschen vom deutschen Staat stark unterstützt werden. "Wir müssen dafür sorgen, dass das Interesse für die deutsche Kultur und Sprache nicht zurückgeht, vielleicht auch zunimmt". Daraufhin wies der Botschafter auf die Stipendienangebote für Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Der Leiter des Germanistiklehrstuhls, Prof. Dr. George Guţu, sowie Prof. Dr. Speranţa Stănescu haben auf die sinkende Sprachkompetenz der Germanistikstudenten in den letzten Jahren und besonders in diesem Jahr aufmerksam gemacht. Der Unterricht des Deutschen als Fremdsprache solle in den kommenden Jahren die neue Zielsetzung der rumänischen Universitäten sein.

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    >  Prof. Dr.  Petru  F o r n a  gestorben  (siehe hier!)

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MITTEILUNGEN DER "GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS"

Teil IV [Stand: März 2006]

I. In Bukarest fand die IV. Landeskonferenz der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens statt

Wie schon lange vorher angekündigt, fand am 24. September 2005 die IV. Landeskonferenz der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens statt. Die Landeskonferenz ist das höchste Organ der GGR, das für die wichtigsten Organisatorischen Fragen der des germanistischen Fachverbandes in Rumäniens zuständig ist. Es nimmt den Rechenschaftsbericht des amtierenden Landeskomitees und des Präsidenten der GGR entgegen, berät über die bisherige sowie über die weitere Tätigkeit der GGR im Hinblick auf die Bündelung der einheimischen auslandsgermanistischen Potenzen des Landes für die Inangriffnahme und Durchführung von landesweit bedeutenden germanistischen Aktivitäten sowie für die internationale Zusammenarbeit der GGR im Kontext Europas und der Welt und nimmt schließlich die Wahl in die neuen leitenden Ämter der GGR für die nächsten  vier Jahre vor.

Nach Bukarest kamen Vertreter von 10 GGR-Zweigstellen des Landes. Die Zweigstelle Alba Iulia – Karlsburg entsandte keine Vertreter und bestätigte somit die bereits vorher sich abzeichnende Perspektive der Auflösung dieser Zweigstelle aufgrund der fehlenden Kräfte und Aktivitäten in den letzten Jahren. Die Zahl der zur Landeskonferenz entsandten bzw. für die Konferenz schriftlich bevollmächtigten Vertreter belief sich auf 26 und bewirkte die Beschlußfähigkeit der Landeskonferenz.

Der Präsident der GGR, Prof. Dr. George Gu]u bot eine beeindruckende Darstellung der von der GGR seit der letzten Landeskonferenz im Jahre 2000 durchgeführten vielseitigen Aktivitäten, die sich im „Archiv“ der GGR, in der neu gestalteten und stets aktualisierten Homepage der GGR www.ggr.ro einprägsam widerspiegele.

Er unterstrich die Bemühungen aller GGR-Zweigstellen und der Germanistiklehrstühle des Landes um die Festigung der Fachsolidarität aller GermanistInnen in Rumänien, um die Durchführung echter Höhepunkte auslandesgermanistischer Veranstaltungen, die im Endeffekt zur ständigen Zunahme des Ansehens der GGR innerhalb der Auslands- und Inlandsgermanistiken: Es waren dies die bedeutenden Kongresse der Germanisten Rumäniens in Jassy (2000) und in Hermannstadt (2003), deren Vorträge in mehrere Bände der izwischen auf 18 Bände angewachsenen „Zeitschrift der Germanisten Rumäniens“ sowie in das neu geschaffene, von der GGR in Zusammenarbeit mit dem DAAD herausgegebene Fachorgan „transcarpathica germanistisches jahrbuch rumänien“ Aufnahme gefunden haben. Dadurch wurde auch die publizistische Landschaft in Rumänien weiterhin diversifiziert, bereichert.

Besonders hervorgehoben wurden die von der GGR initiierten und in Zusammenarbeit mit dem Bukarester Germanistiklehrstuhl, mit dem DAAD oder mit anderen Fachverbänden in Europa durchgeführten Fachtagungen über die sich aus dem Bologna-Prozeß ergebenden vielfältigen Herausforderungen, über die kontinuierlichen Bemühungen um die Einführung der Bologna-Vorgaben im Rahmen des sich gegenwärtig konstituierenden Europäischen Hochschulrahmens. Zugleich wurde einige der wichtigsten künftigen Aktivitäten der GGR ins Auge gefaßt.

Der Tätigkeitsbericht wurde von den Delegierten der IV. Landeskonferenz der GGR einstimmig angenommen.

Diesen Ausführungen schloß sich ein ausführlicher und mit Belegen untermauerter Bericht über die Finanzlage der GGR, über in dem Zeitraum seit 2000 getätigten Einnahmen und Ausgaben, über die gegenwärtige gute Finanzlage der GGR. Vorgeschlagen wurde die Teilfinanzierung wichtiger Veranstaltungen in Bukarest (100. Jubiläum des Germanistiklehrstuhls; 2005) sowie in Temeswar (50. Jubiläum des Germanistiklehrstuhls sowie VII. Kongreß der Germanisten Rumäniens; 2006), nachdem bereits wissenschaftliche Tagungen in Klausenburg und Temeswar von der GGR finanziell mit getragen wurden. Die von der Vizepräsidentin der GGR, Prof. Dr. Doina Sandu, und vom Schatzmeister der GGR, Doz. Dr. Ioan L`z`rescu, eingesehenen und mit unterzeichneten Belege standen den Delegierten zur Einsicht zur Verfügung. Nach den Wortmeldungen der Delegierten (Temeswar, Kronstadt, Constan]a, Pite[ti, Bukarest) wurde über den Finanzbericht abgestimmt: Einstimmig wurde der Bericht angenommen. Das bisherige Landeskomitee und der Präsident der GGR wurden hiermit entlastet.

Der nächste Tagesordungspunkt sah die Wahl des neuen Landeskomitees der GGR vor. Nachdem die statutmäßigen Vorgaben im Zusammenhang mit der Wahl vorgelesen und erläutert wurden, wurden Vorschläge für das Amt des Präsidenten der GGR sowie für die Ämter der Vizepräsidenten und des Sekretärs der GGR unterbreitet. Im Namen mehrerer GGR-Zweistellen wurde Prof. Dr. George Gu]u erneut vorgeschlagen, in das Amt des Präsidenten der GGR gewählt zu werden.

Die Wahl der leitenden Kräfte der GGR und des gesamten Landeskomitees ergab folgendes Ergebnis: Prof. Guţu wurde einstimmig in das Amt des Präsidenten wieder gewählt. Als Vizepräsidentinnen wurden Prof. Dr. Elena Viorel (Klausenburg) und Prof. Dr. Doina Sandu (Bukarest) und als Sekretärin der GGR wurde Prof. Dr. Speranţa Stănescu gewählt. Doz. Dr. Ioan L`z`rescu wurde erneut ins Amt des Schatzmeisters der GGR gewählt. Dem Landeskomitee gehören außerdem die Leiter der GGR-Zweigstellen an, die ebenfalls gewählt wurde. Die Wahl erfolgte in geheimer schriftlicher Abstimmung. Für die Wahl bestimmten die Delegierten eine Arbeitsgruppe, die die ordnungsgemäße Zählung der Stimmen durchführte und das Wahlergebnis bekannt gab:

1.       Univ.-Prof. Dr. George Guţu, Bukarest/Bucureşti - Präsident

2.       Univ.-Prof. Dr. Elena Viorel, Klausenburg/Cluj-Napoca - Vizepräsidentin

3.       Univ.-Prof. Dr. Doina Sandu, Bukarest/Bucureşti - Vizepräsidentin

4.       Univ.-Prof. Dr. Speranţa Stănescu, Bukarest/Bucureşti - Sekretärin

5.       Univ.-Doz. Dr. Cornelia Cujbă, Jassy/Iaşi - Mitglied

6.       Univ.-Doz. Dr. Ioana Crăciun-Fischer, Bukarest/Bucureşti - Mitglied

7.       Univ.-Doz. Dr. Angelika Ionaş, Temeswar/Timişoara - Mitglied

8.       Univ.-Lekt. Carmen Elisabeth Puchianu, Kronstadt/Braşov - Mitglied

9.       Univ.-Assist. Oana Nora Căpăţână, Hermannstadt/Sibiu - Mitglied

10.   Univ.-Assist. Maria Muscan, Constanţa - Mitglied

11.   Deutschlehrerin I. Grades Ana Stan, Piteşti - Mitglied

12.   Deutschlehrer I. Grades Gheorghe Cerăceanu, Craiova - Mitglied

13.   Univ.-Lekt. Dd. Orlando Gelu Balaş, Großwardein/Oradea - Mitglied

14.   Univ.-Doz. Dr. Ioan Lăzărescu, Bukarest/Bucureşti, Schatzmeister

 

Dadurch, daß Prof. Viorel zugleich Leiterin der Klausenburger GGR-Zweigstelle ist, erschient sie hier nur als Vizepräsidentin der GGR, die zugleich auch als Leiterin stimmberechtigt ist.

Wir wünschen dem Landeskomitee Schaffenskraft und Ideenreichtum bei der Gestaltung der zukünftigen Aktivitäten der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens als einer der bedeutenden Auslandsgermanistiken unserer Zeit.

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II. Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest an den Schriftsteller Dieter Schlesak verliehen

Den festlichen Abschluss der Jubiläumsveranstaltungen aus Anlass des 100. Gründungstages des Bukarester Germanistiklehrstuhls (5.-7. November 2005) bildete – wie schon anfangs berichtet - die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest an den Schriftsteller, Essayisten und Publizisten Dieter Schlesak im Senatssaal der Universität Bukarest. Die Laudatio hielt Prof. Dr. George Gu]u, der Leben und Werk des Geehrten vorstellte und dabei Fragen zu Begriffen wie Heimat, Grenze, Auswanderung und Ortlosigkeit aufwarf. Dieter Schlesak bedankte sich mit einem Vortrag, der den von ihm geprägten Begriff der „Zwischenschaft“ in den Mittelpunkt stellte und den er definierte als „dieses Nicht-Dazugehören, dieses zwischen alle Stühle Gefallen-Sein“. Der Rektor der Universität Bukarest Prof. Dr. Ioan Pânzaru sowie der vormalige Rektor und jetzige Präsident des Verwaltungsrates der Universität Bukarest Prof. Dr. Ioan Mih`ilescu antworteten darauf mit kurzen Ansprachen, die auf das Problem der Grenze in einer zusehends sich globalisierenden Welt eingingen: indem beide darin inhaltlich und über das Höfliche und Konventionelle hinaus auf die in der Rede von Dieter Schlesak geäußerten Bemerkungen eingingen, machten sie deutlich, wie sehr das Werk des Bukarester Ehrendoktors aktuelle Fragen unserer zeitgenössischen Gegenwart berührt. Neben Hans Bergel ist Dieter Schlesak ein weiterer Siebenbürger Sachse, der von der Bukarester Alma Mater mit der Ehrendoktorwürde geehrt wurde.

Nachstehend geben wir den Wortlaut der Laudatio sowie jenen der Ansprache des hohen Gastes wieder:

 

George Guţu

Auf der Suche nach der Heimkehr

Laudatio auf Dieter Schlesak zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest (7. November 2005)

Meine Damen und Herren,

eines der Phänomene, die die gegenwärtige Welt seit einiger Zeit prägt, ist jenes des Exils und der Migration. Dies bedeutet, eine vertraute Umgebung notgedrungen zu verlassen und zugleich den Versuch zu unternehmen, sich in einer fremden, oft feindlich gesinnten Umgebung einzurichten. Das 20. Jahrhundert steht von Anbeginn, in höherem Maße seit den 30-er Jahren, in der langen Zeit der Machtergreifung und der Herrschaft zweier Diktaturarten, Faschismus und Kommunismus, im Zeichen des unfreiwilligen Verlassens der eigenen Heimat in dem Versuch, das eigene Recht auf ein freies, würdevolles Leben zu retten. Unser Gast, der Schriftsteller, Essayist und Publizist Dieter Schlesak war im Zuge seines Schicksals einer von den vielen, die die Emigrationswelle mitgerissen hat, zugleich jedoch einer der nicht allzu vielen, die das Drama der Auswanderung bewußt erlebt, darüber Auskunft gegeben und über jene Momente der Qual, des inneren Bruchs, des Sich-wieder-Aufrichtens nachgedacht hat. Dabei legte er darüber in dauerhaften literarischen Werken, in tiefsinnigen Essays, in pragmatischen Stellungnahmen Zeugnis ab. Schlesak war ein Ausgewanderter, der über sein Schicksal sinniert, sich seines Grenzgängertums, seines Freiheitsdrangs, seiner Ent-Wurzelung, Entfremdung, seines Bruchs und seiner enttäuschenden Bodenlosigkeit bewußt ist. Er sieht sich im unendlichen, eiskalten Weltraum schweben wie ein Kosmonaut, der notgedrungen sein Raumschiff verlassen mußte und nun durch den eisigen Abgrund des unendlichen Alls herum irrt, den allein die Erinnerungen an die früheren Erlebnisse am Leben halten und der sich nun in den endlosen Raum des Geistes flüchtet, in die Polysemantik der Sprache, in die ätherische Sprache der Kunst. 

Am 7. August 1934 in Schäßburg geboren, war unser früherer Landsmann deutscher Herkunft Dieter Schlesak eine Zeit lang Lehrer. Dann kam er nach Bukarest, um fünf Jahre hier Germanistik an der Universität zu studieren, die ihm nun die Ehre erweist, ihm eine hohe Auszeichnung zu verleihen. 1959 wird er Redakteur der Bukarester deutschsprachigen Literaturzeitschrift „Neue Literatur”, geriet ins Visier der Geheimpolizei unter dem Verdacht, Texte eines verbotenen Autors, Mircea Palaghiu, versteckt zu haben. Und spürte am eigenen Leibe, was Paul Goma in einem an ihn gerichteten Schreiben eine häßlichere „Freiheit” nannte als das Leben in einem Gefängnis. Er ist beeindruckt von der rebellischen Geste Ceauşescus vom 21. August 1968 und entdeckt auf dem Hintergrund einer biographischen „Schuld“, unter seinen Verwandten Mitglieder der SS gehabt zu haben, seine linken Überzeugungen. Daher das Taktieren mit dem Marxismus, der damals im Westen grassierte. 1968 bedeutet für ihn auch das Jahr, in dem sein erster Gedichtband „Grenzstreifen” erschienen ist, das Jahr seiner ersten Reise in den Westen zusammen mit Ion Caraion und Veronica Porumbacu – diese Reise wurde zu seiner ersten traumatischen Auseinandersetzung mit dem Westen Europas, den er vorher auf dem Hintergrund der Unterdrückung daheim mit idyllisierenden Zügen versehen hatte. Zeugnis über diese innere Zerrissenheit legt er ab in seinen Reiseeindrücken „Visa Ost West Lektionen” oder in seinem Kardinalwerk, dem Roman „Vaterlandstage”, der 1995 auch ins Rumänische übersetzt wurde: „Wir kamen von einem anderen Planeten, gingen wie auf dem Mond spazieren”, gesteht der Verfasser. „Der Mond” war Luxemburg als Fenster zu einer anderen Welt, zu anderen Planeten. Der nächstliegende Planet, Deutschland, ließ ihn erschauern, er war froh, sich mit der Realität dieses Landes nicht konfrontieren zu müssen, weil Deutschland für ihn, den ethnischen Minderheitler, die „Mitte” einer Kultur-, Zivilisations- und Sprachwelt bedeutete, die er aus der Ferne, von der „Peripherie”, vom Inseldasein einer seit Jahrhunderten fern von Deutschland, im Herzen Rumäniens, in Siebenbürgen lebenden Minderheit aus pietätvoll bewundert hatte... Deshalb reist er nach Paris, wo er Celans Bukarester Freundin Nina Cassian trifft – Celan jedoch nicht, da dieser in einer Nervenklinik eingeliefert worden war. Das Unvermeidliche tritt ein: Der „Schock” des Kontakts mit der damaligen Bundesrepublik, mit den dreimal – durch die Nazis, durch die Bomben des Krieges und schließlich „durch die gräßliche Architektur des ‚Wirtschaftswunders’“ – zerstörten Städten, wie sich der Nobelpreisträger Heinrich Böll geäußert hatte,  sitzt tief: „Auch die Natur künstlich ... Hetze, menschliche Kälte” – das alles sind Eindrücke, die Schlesak in seinem Roman „Vaterlandstage” oder in „Wenn die Dinge aus den Rahmen fallen” (in rumänischer Übersetzung: „Revolta morţilor”) akribisch beschreibt. „Das „ceausistische Zuhause” nimmt sich sofort seiner an  – „innere Zensur, Redaktion, Spitzelatmosphäre, Elend, nicht mehr aushalten”. Schlesak verspürt immer mehr eine innere Leere, schwebt bereits im intergalaktischen Raum des Vaterlandslosen umher, der beide Heimaten, das Herd, das Zuhause, den Schutz, all das, von dem die Existenz eines jeden Menschen abhängt, verloren hat. Er entscheidet sich für das kleinere Übel – für den Westen. Aus seiner Reise nach Frankfurt zusammen mit Nichita Stănescu und Virgil Theodorescu kehrt er nicht mehr zurück.

Illusion:  Das Sich-Wieder-Einrichten in der neuen Heimat kommt nicht zustande. „In Deutschland dachte ich, meine Sinne zu verlieren, sogar das Essen schien mir künstlich” – so  Schlesak in einem Interview. Oder in der Sprache der Dichtung: „Von Westen her täuschend / Ein Licht, gekonnte / Sonnenuntergänge/ Rot / Freizeit Ferienfreude Und / Zweihundertfünfzig Sorten Brot (...) // Schön dieses Mutter / Land // Woher wir kamen / Vor fast tausend Jahren / Dort kommen wieder an. / Mit Grabsteinen im Gepäck.” Innere Zerrissenheit: das Gefühl des „Verrats” an seiner bisherigen Heimat verbindet sich immer deutlicher mit dem Gefühl der historischen „Schuld”. Der Sprachmeister sieht sich genötigt, seine Erinnerungen und Kindheitserinnerungen zu korrigieren, die Selbstgewißheit wird schwächer angesichts handfester Tatsachen: „Fast alle meine männlichen Verwandten waren in der SS gewesen und hatten zu den Wachmannschaften deutscher KZs gehört” – so auch Victor Capesius, ein Verwandter mütterlicherseits. Ein Mega-Thema. Das Ergebnis: 6.000 beschriebene Seiten, aus dem sich der Roman „Vaterlandstage oder die Kunst des Verschwindens” herauskristallisierte – zehn Jahre Arbeit im Schreibprozeß, am Sprachmaterial der Muttersprache, des Deutschen. Ein bekenntnishafter Opus, eine komplexe und komplizierte Textur von Erlebnissen und Reflexionen über das Schreiben, ein unkommerzieller, schwer verdaulicher Roman in einer Welt des Konsumrausches, ein publikumsunwirksamer Roman, keine Spur von Bestseller – die Verlage meiden solche Werke, fallen jedoch leicht in die Falle rezeptgerecht angefertigter Machen nach dem Geschmack naiver, unwissender Leser, die um den Sachverhalt keinerlei Ahnung besitzen um das darin enthaltene, manchmal gravierend verfälschte Zeugnis. Dieter Schelesak ist derart aufrichtig mit sich selbst, daß er oft das Sprach-Messer in der eigenen Wunde dreht, sein poetischer Ausdruck erkundet die historische Wahrheit und die seiner Biographie. Und ist imstande, sich selbst als „Deutschen der dritten Art” zu bezeichnen: Er ist also kein deutscher Deutscher, von der „Mitte”, kein Rumäniendeutscher von der „Peripherie” – er geht sogar weiter und nennt sich gerne, wie Sie gerade auch heute hören werden, einen heimatlosen Deutschen, einen „Zwischenschaftler” – das ist ein Begriff, der schwerlich ins Rumänische übersetzt werden kann und den wir, in gemeinsamer Entscheidung, riskanterweise mit „om aflat în intermediaritate” wiedergeben wollen. Wir halten allerdings fest: Dieter Schlesak nimmt für sich den Zustand eines Ausgewanderten, Exilierten in Anspruch – wir wundern uns (vielleicht entzieht sich das bloß unserer Kenntnis), daß niemand ihn mit Ovid verglichen hat, dem nach Tomis Verbannten. Vieles spricht gegen eine solche Annäherung – und dennoch: Agliano, die Ortschaft, in der Dieter Schlesak seit mehr als 25 Jahren lebt, klingt zauberhaft, der Deutschsprechende mag fasziniert sein, doch wir, die lateinischen Rumänen, aber auch Dieter Schlesak selbst, ein guter Kenner unserer Sprache, spüren den Hauch von „Entfremdung” (lat. „alieno” – der Fremde, Fremde). Dieter Schlesak ist allein in einem echten Paradies... Ovid war ein Fremder im thrakischen Inferno am Pontus Euxinus. Ein vaterlandsloser Fremder, verirrt in einer Sackgasse, Tristan Tzara ähnlich, dem heimatlosen Dichter, den Dieter Schlesak wie folgt darstellte: „Anstatt Selbstmord / beging er / die Fremde / sprachauf / sprachab - // Und fand / keinen Ausgang.”

Ein anderer großer Ausgewanderte, der Rumäne Emil Cioran, bestätigte in einem Brief aus Paris nach der Lektüre von „Visa Ost West Lektionen” Schlesaks „unbarmherzige Anklage gegen den Osten und Westen” als „eine verzweifelte Konfession von jemandem, der nicht wählen kann”; Schlesaks Werk hätte den Untertitel „’Geschichte einer Enttäuschung’” tragen können. Wir könnten auch vorschlagen: Der Scharfblick eines kühlen Verstandes.

Als Angehöriger der Sechziger Generation, als Generationskollege von Nichita Stănescu definierte sich Dieter Schlesak als „antiwilhelmeisterlich”, setzte seine Grenzgänge fort in Bereichen der Politik und Literatur, im Bereich der „Transkommunikation” und der Parapsychologie – diese Problematik legte er dar in einem beachteten Band, der 1975 im Rowohlt-Verlag erschienen ist. Darin ging es um das, was er „die wichtigste, die innere (bewachte) Grenze, die innere Zensur” nannte, aber auch um das „Verschwiegene”, das Parapsychologische. Nach Schelask ist die Errichtung einer neuen Welt notwendig, die „der neuen Zeit” entsprechen soll. „Nach Öffnung der äußeren Grenzen geht es nun um die inneren Grenzen und Verhärtungen”, um das Verhältnis zwischen Mensch und Tod als einem der „Erbsünden”, als dem größten „Betrug”, dem „Sold sozusagen unserer ’Blindheit’ und von allen Herrschaften der Welt usurpiert, ihre Grundlage: Zeit, Empirie, geronnen in Macht und Geld.”

In all diesen Abenteuern innerhalb der Gegenwart hat Dieter Schlesak zweierlei Halt: die deutsche Sprache (mit all ihrem geistigen Gehalt) und die rumänische Kultur: „ohne die rumänische Kultur kann ich mein geistiges Dasein nicht vorstellen“ – wie er sich einmal ausdrückte. Er bewegte sich ertragreich zwischen beide Polen, war eigentlich stets zu Hause in beiden Kulturen. Schlesak verwandelt beide in Brückenköpfe dessen, was ich fachliterarisch „Interreferentialität” nenne, einen zweispurigen Kommunikationskanal. Die rumänische Kultur verdankt Schlesak die umfangreichste Anthologie rumänischer Lyrik im deutschsprachigen Raum, ein Riesengeschenk an die rumänische Literatur!

Der Mensch und Dichter Dieter Schlesak – der mehrere Heimaten und zugleich keine besitzt – begab sich schon lange auf geistige Suche nach einer „tieferen Heimat”, der „’geistigen’ Diaspora”. Um eine Hölderlin-Metapher zu verwenden, begab er sich auf die Suche nach den „Vaterlandstagen”. Unter Heranziehung des Titels der erwähnten rumänischen Lyrik-Anthologie begab er sich auf „Gefährliche Serpentinen”. Er sucht nach dem, was Ernst Bloch in seiner berühmten Studie „Das Prinzip Hoffnung” als etwas bezeichnete, „das allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat”.

Dieter Schlesak hat nun durchaus die Chance, eine Heimat wieder zu finden und meridianhaft zum Ausgangspunkt zu gelangen. Was „Meridian“ bedeutet, erklärte uns einmal Paul Celan, ein weiterer aus Rumänien stammender großer Ausgewanderter, in seiner berühmten Rede bei der Entgegennahme des Georg-Büchner-Preises, und zwar anhand seines eigenen, alles andere als glücklichen Weges. In einem Brief von 1962 an seinen Bukarester Förderer, den Schriftsteller Alfred Margul-Sperber, schrieb er: „In einem gewissen Sinne ist mein Weg noch einmal der Ihre, wie der Ihre beginnt er am Fuße unserer heimatlichen Berge und Buchen, er hat mich, den – um es mit einem Scherzwort zu sagen – karpathisch Fixierten – weit ins Transkarpathische hinausgeführt”[1]. Celan selbst kehrte oft in Gedanken und in seiner Lyrik an den karpatischen Raum zurück wie zu einer „tieferen geistigen Heimat” – so wie auch Dieter Schlesak immer wieder zum rumänischen geistigen Raum zurück kehrte und ihn in seinem literarischen, essayistischen und publizistischen Werk in den verschiedensten Hypostasen evozierte, zu einem Raum, der seine Erinnerungen, seine Vergangenheit und die Gegenwart prägte.

Dieter Schlesak weilt wieder unter uns, an der Seite eines anderen doctor honoris causa der Universität Bukarest, des Schriftstellers, Essayisten und Publizisten Hans Bergel, zusammen mit weiteren seiner Landsleuten und unseren ehemaligen Landsleuten, die im Dienst der deutschen Sprache stehen wie die bekannten Schriftsteller Oskar Pastior, ehemaliger Student der Bukarester Universität, Herta Müller und Richard Wagner, Werner Söllner, Klaus Hensel und Ernest Wichner, Übersetzer wie Gerhardt Csejka und Georg Aescht – um nur einige anzuführen. Ohne schriftliche Zeugnisse seitens rumänischer Regierungen weisen sich all diese Persönlichkeiten durch ihre Werke als echte Botschafter der rumänischen Kultur und Literatur aus.

Ebenso wie Dieter Schlesak, unser Laureatus von heute, dem wir uns erlauben – in höchster Aufrichtigkeit und in Dankbarkeit zu sagen: Willkommen aus der „Zwischenschaft”, mindestens für einige Tage, in der Realität einer möglichen tieferen Heimat, in der realen Welt des rumänischen geistigen Lebens!

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Dieter Schlesak

DIE ZWISCHENSCHAFT

Ansprache anlässlich der Verleihung des Dr. honoris causa der Universität Bukarest (7. November 2005)

Meine Damen und Herrn, es ist nicht nur ein großes geistiges „Andenken“, ja Werk- aber auch Gefühlsabenteuer, dass ich heute am 7. November an meiner alten Alma Mater den Ehrendoktor erhalte, nein, es ist wie eine schöne neue Heimkehr aus einer fast vierzigjährigen, sehr lange diktaturbedingten Fremde: 40 Jahre zwischen Sprachen und Ländern, heute nun Heimkehr aus dieser „Zwischenschaft“ zu einer festeren terra cognita einer neuen Zugehörigkeit. Und mein Dank gilt heute dem Rektor der Universität Bukarest, Herrn Prof. Dr. Ioan Pânzaru, Frau Dekan, Prof. Dr. Alexandra Cornilescu, den Vertretern der akademischen Gremien, im besonderen Professor Dr. George Guţu für seine mit mir und meiner zwischenschaftlichen Heimkehr tief mitempfundenen Laudatio, die mit dieser Ehrung mein literarisches Werk mit krönt, zu ihm gehört, weil sie den Bogen schlägt zu meiner alten Uni. Hier nun fast nach einem halben Jahrhundert traumatischer Zeit, die geliebte rumänische Kultur und Sprache immer inmitten, sind in mir noch die Stimmen der Kollegen und Freunde wach; und ich möchte die heutige Ehrung nicht nur auf meine Person bezogen wissen, sondern auch auf meine Kollegen der sechziger Generation, die unter Druck bedeutende geistige Werte hier und in aller Welt geschaffen haben, vor allem auf jene, die in Diktaturzeiten wegen ihres Talentes leiden mussten. Viele Generationskollegen leben nicht mehr; und doch höre ich sie, so höre ich die Stimme meines toten Freundes Nichita Stănescu: „Singurele lucruri reale, singurele lucruri pe care le ducem cu noi până la urmă sunt propriile noastre sentimente, dragostele noastre… Mă-ntreb: noi, la capătul vieţii noastre, ce-am lăsa în afară? nuiesc că putem lăsa nişte sentimente... de dragoste mai ales.“ Ja, eingedenk sein dieser Liebe, die mich in der Fremde geleitet und behütet hat, die Erinnerung, das Land und die Unsterbliche Geliebte, die Kunst, wurden zu einem Leben und Werk. Eine Liebe, die auch ein Raum der Vermittlung zwischen der deutschen und rumänischen Literatur war, ans Zentrum meines Werkes rührt, nun mit dem Glück der Verbindung auch durch den heutigen Tag. Sagen wir es scherzhaft, dass die immer ferne Geliebte Rumänien, dass Ferne und Trennung meine erkennende Liebe gesteigert und wach gehalten hat!

Nun Rückkehr, Wiederkehr. Die Tür aber bleibt, die verschlossene, die offene? Die Angst des Draußen-vor-der-Tür-Stehens? Des Ausgeschlossen-Seins? Mir ist, als wäre ich heute auf ganz besondere Weise wieder eingelassen worden.

Doch lassen Sie mich auch etwas Scherzhaftes zu meiner fast naturgegebenen „Zwischenschaft“ sagen, die ja auch mein bestes Erkenntnismittel ist, dieses Nicht-Dazugehören, dieses zwischen alle Stühle Gefallen-Sein. Schon in Bu­karest, bevor ich Deutschland kannte, bevor ich überhaupt die Grenze meiner Heimat Rumänien überschreiten durfte, wo nur in der Sprache diese Sehnsucht saß, wie ein verhindertes Fluggerät, ein Vogel mit gebundenen Flügeln, ein Mensch, der einen Vogel im Kopf hat, da wurde ich gefragt, es war um 1964: was ich denn eigentlich sei, ein Rumäne doch nicht, du bist ja als Siebenbürger Sachse geboren, aber ein Deutscher bist du doch auch nicht: du warst ja noch nie in Deutschland? Du musst ein Jude sein. Als einem Deutschen mit seinem Schuldgefühl kam das einem kleinen Schock gleich! Weil sich jeder deutsche Autor naturgemäß mit Jüdischem beschäftigen muss, und ich es ein Leben lang auch getan habe, mein jüngstes Buch ist ein Roman über den Auschwitzapotheker Capesius, einem transsylvanischen Landsmann! Doch - Stimmt es etwa nicht, das mit dem Jüdischen? Von Marina Zwetajewa, der russischen Lyrikerin, stammt ein erhellendes Wort: Bce poety jidy - alle Dichter sind Juden, d.h., sie bleiben immer Fremde und sie gehen einem Handwerk nach, das, laut Paul Celan, keinen Goldenen Boden, sondern überhaupt keinen Boden hat. Identität gibt es also für diese „Fremden“ nur punktuell, nämlich im Augenblick der inspirierten Selbstherstellung via Schreiben, denn Sprache ist der einzige feste Boden, die stärkste Kraft dieses verhinderten Vogels, der da Mensch heißt.

Aber nicht nur die Herkunft hat mich zum Zwischenschaftler gemacht, sondern auch die rote Diktatur, sie hat die Verletzlichkeit und die Sprach-Hellhörigkeit in ihren Gefahrenzonen - für ein Gedicht konnte man jahrelang hinter Gitter kommen, wie mein toter Freund Ion Caraion. Sprachangst aber hat den Sprachmut und Sprachsinn enorm geschärft. Ich bin davon überzeugt, und dieses wurde auch nach meiner Herausgabe der vielleicht umfangreichsten deutschen Anthologie (450 Seiten) rumänischer Gegenwartslyrik „Gefährliche Serpentinen“ in Berlin, vielfach analytisch-lobend geschrieben, dass die Weltklasse rumänischer Gegenwarts-Poesie genau auf diesen Erfahrungen und diesem verletzlichen Erleben von Sprache beruhe.

Es gab damals, diese besondere Kunst der Zwischenschaft, eine Art Interlinearversion, Versteckspiel mit der Metapher, um mit der Wahrheit an den Leser zu kommen, ohne von der Zensur ertappt zu werden. Unsere Generation, die sechziger Generation, vor allem ihr Geist lebt auch in meiner Sprache, in meinem Werk, ihr fühle ich mich zugehörig, vor allem dem Geist ihres wichtigsten Repräsentanten, meines zu früh verstorbenen Kollegen und Freundes Nichita St`nescu, dessen Elf Elegien eben in meiner Übersetzung und mit meiner neuen Deutungs-Studie in Deutschland erschienen sind. St`nescu ist meiner Meinung nach als Dichter in finsterer Zeit ein Pendant zu seinem Landsmann Paul Celan; Celan sublimierte das Trauma der Nazizeit zur abgründigen Metapoesie, St`nescu das Trauma der fünfziger und sechziger Jahre roter Diktaturzeit. Was aber die rumänische sechziger Generation und besonders St`nescu dazu befähigte diese abgründige Metasprache der Weltsprache der Poesie zu schenken, ist nun ganz paradox: nämlich diese Polyphonie und das ästhetisch kodierte hermetische Metaphernspiel, das auch als Ort zu sehen ist, wo man sich verstecken, wohin man flüchten und im Versteckspiel mit der Metapher auch der Zensur ein Schnippchen schlagen konnte. Das ist Geschichte. Doch das Resultat bleibt und ist merkwürdigerweise heute aktuell in der Postmoderne: Es waren Interlinearversionen, wenn auch die einer stilistisch hoch entwickelten Sklavensprache während der Diktatur, in der brisante Aussagen an den Leser gebracht wurden, vor allem „Transzendenz als Politikum“ galt damals.

War das für die Diktatur so gefährliche Unsichtbare unser eigentliches Zuhause. Aber dieses Zuhause war und ist immateriell UND irdisch wie die Sprache, wir erinnern uns: es durchkreuzt alle Tropen und trifft sich als Meridian im Pol des Einen, ist also in der puren Körperwelt nicht anzutreffen, und muss auch bei einer versuchten zu direkten, zu konkreten „Heimkehr“ wie meiner jetzt zu einer Enttäuschung werden.

Die tief in uns eingedrungene Herkunft, die wir anscheinend verloren haben, ist nur ein kleiner, aber intensiver Hohl-Spiegel für eine andere, eine verstellte Herkunft und Heimat, die viel tiefer geht und vielleicht unverstellt nur in der Bodenlosigkeit aufleuchten kann!

Es könnte sein, dass auch Constantin Noicas unübersetzbares rumänisches Grenz- und Feld-Wort „întru ceva“ (Zwischen etwas) diese Zwischenräume der Aura und des kaum aussagbaren Zustandes genau trifft; întru ist ein Limit zwischen Innen und Außen und auch beides zugleich ist, ein Dazwischen- und zugleich Inmitten-Sein, ein zu einer rätselhaften Vollendung Aufdemwegsein, das Eine, das uns nicht verlässt, unser Leben auf diese Eine Heimat zuhält, die späte, reifste Heimkehr ist.

Sie sehen, meine Damen und Herrn, wir müssen immer wieder dies umkreisen, immer wieder zum eigentlichen Herkunfts-Problem kommen, das uns in unserem Herkunftsbruch ebenfalls besonders angeht: „Zukunft braucht Herkunft.“

Wenden wir uns noch einmal unserem Begriff „Zwischenschaft“ und auch der Chance des Verlustes zu. ZWISCHENSCHAFT benennt nicht nur das Nirgends-Zuhause-Sein, das zwischen alle Stühle Gefallene, das Bodenlose, sondern inzwischen auch das heute so wichtige Interdisziplinäre, das ja das global Verbindende, ja, Vernetzte ist, sie muss der neuen Immaterialität unserer Wirklichkeit eingedenk sein, um in der wirklichen Gegenwart, in dem, was Historie heute meint, anzukommen. Auch das Handfesteste heute ist davon bestimmt: ich schrieb diese Rede in Italien auf einem PC, ich schickte sie per E-mail in Sekundenschnelle nach Bukarest, damit sie übersetzt, und so von allen hier verstanden werden kann; ich war mir bei komplizierteren Formulierungen nach 40 Jahren Abwesenheit meines geliebten Rumänisch nicht mehr sicher; und das haben viele so im Fremden gehalten, auch von Emile Cioran, erhielt ich viele Briefe, jedoch keinen einzigen rumänischen. Das Fremde ist in uns Heimatfremden zuhause, auch wenn die Geliebte Rumänien heißt. Die Trennung aber wurde von mir jetzt in zwei Stunden mit einer Boeing von Frankfurt nach Bukarest überwunden. Nicht so schnell zwar wie meine Erinnerungen und Gedanken, doch undenkbar schnell. Von unseren lichtgeschwinden „elektronischen Haustieren“, Compu­ter, Radio, Fernsehen ganz zu schweigen. Und diese lichtschnellen Hausgeräte des Alltags heute beruhen auf Formeln, die einmal „Einfälle“ von genialen Menschen waren, ähnliche „Gedankenblitze“ wie in der Poesie? Das Nicht-Materielle, das „Geistige“ bestimmt heute mehr denn je alles, was geschieht, mentale Prozesse machen mit einer durchschlagenden Evidenz Geschichte, Denken wird „objektiv“, lernt sich als mathematische Struktur selbst denken, erfährt sich als Ort, wo Naturgesetze offenbar werden, wird praktisch, beherrscht im Gerät die Natur und die Gesellschaft. Völlig im Gegensatz dazu beherrscht der krasseste Materialismus die Köpfe und das Handeln der Politiker, Ökonomen, Intellektuellen, und auch der Universitäten. Dabei lebt heute im atlantischen Raum niemand mehr in jener alten Körperwelt, heute ist niemand mehr wirklich auf einem festen Boden und nur im geliebten sinnlichen Wahrnehmungs-Raum zu Hause. Nur die arme tägliche Arbeit der Arbeitssklaven vielleicht, doch das Kapital ist immateriell, blitzschnell weltweit aktiv!! Wer meint, es gebe heute noch eine beschränkbare „Heimat“, ist hoffungslos im Gestern befangen. Für mich weiß ich, dass Künstler und Literaten Brückenbauer sein müssen zwischen der alten Sinnenwelt und jener anderen, immateriellen Welt, die geister- und geistnah ist, wo Zeit und Raum aufgehoben sind!

Meine Damen und Herren, ja, diese Grenzgänge, diese auch nach jenem Einen, einer höheren Heimkehr suchende Anamnesis in der Erinnerungsheimat eines grösseren Sinnraumes von Zusammenhängen sind das Zentrum meines Werkes. Das Motto meines Romans „Vaterlandstage und die Kunst des Verschwindens“ stammt aus Hölderlins „Anmerkungen zur Antigonä“, es lautet: „ … dass jedes, als von unendlicher Umkehr ergriffen, und erschüttert, in unendlicher Form sich fühlt, in der es erschüttert ist. Denn vaterländische Umkehr ist die Umkehr aller Vorstellungsarten und Formen.“

Es geht nicht nur um die lichtschnellen Geräte, die Zeit und Raum überwinden, es geht auch und vor allem um unsere Zeit nach Auschwitz, den Gulag und Hiroshima, Hiroshima, das erst durch diese lichtschnellen Geräte möglich wurde.

Wir leben in einer Zeit „unendlicher Umkehr“ durch Schock im radikalen Perpektivwandel zwischem posthumem Leben und sprachlosem Tod.

Lassen Sie mich aus meinem jüngsten Buch „Zeugen an der Grenze unserer Vorstellung“, das noch in diesem Jahr in München erscheinen wird, einen Absatz zitieren, er ist dem an der Endstation unserer Zivilisation, in Auschwitz 1944 ermordeten rumänischen Poeten und Denker Fundoianu/ Benjamin Fondane gewidmet, er lautet: „Voller Verachtung und Todesverachtung kam Fondane an jenem infernalen Grenzort an, wo alles, was die Geschichte hervorgebracht hatte, ad absurdum geführt wurde. Auch die Sprache, und gerade sie! (…) Mit seinem Tod erlebte Fondane ihren Tod. In jenem grauenhaften Augenblick, über den er nicht mehr Zeugnis ablegen kann, war alles, was er gedacht und geschrieben hatte, bestätigt worden. Angesichts der Gaskammer gilt kein Glaubens- oder Trostspruch mehr, geschweige denn Literatur. Es war etwas offenbar geworden, was nicht seinesgleichen hatte. Fundoianu hat das, worüber wir nur nachdenken können, erfahren, und dann ganz konsequent mit dem Leben bezahlt.“

Es gibt keinen Vergleich mehr. Unvergleichliches ist auch in den Diktaturen geschehen. Und der neue vielortige zwischenschaftliche Standpunkt ist nur mit einem Blick vom bewusst gewordenen eigenen und historischen Tode her erfassbar.

Sie werden verstehen, warum auch Paul Celan ein Vor-Bild für mich geworden ist, in seinem Gedicht lebte der Tod seiner Mutter an jener Endstation der Zivilisation: Celans Lyrik ist ein metasprachliches, Phänomen, Grenzgang zwischen Leben und Tod. Ein schöner Bogen auch zu unserem Fest hier, wenn ich an rumänische Urgründe, auch die Paul Celans rühre: und an die wahlverwandtschaftliche Gemeinsamkeit in meiner Celan-Forschung mit der Arbeit von George Gu]u denke. Dabei geht es in seiner Arbeit auch um Kontaminationen mit rumänischer Lyrik. Und die wichtigste Einsicht bei diesen Interferenzen ist, dass auch bei Celan die Grenze zwischen Lebenden und Toten aufgehoben ist, wie etwa bei Lucian Blaga - ein fließender, ununterbrochener Dialog mit den Toten entsteht. Dieser Dialog geht über Zeit- und Raumgrenzen hinaus ins Unsichtbare, ein eigener Raum der Begegnung mit den Opfern entsteht. Das Kreative geht voraus: es ist eine Art Teleskop, Fernrohr, Elektronenmikroskop für Orte, die mit freiem Auge oder Nicht-Sprachlichem Erleben gar nicht da und nachvollziehbar sind. Und das Unsichtbare ist mehr denn je die Hirnsyntax der Geschichte. Unser Weltentwurf scheint an eine Grenze gekommen zu sein, wo es auf gewohnte begriffliche oder anschauliche und sinnliche Weise nicht mehr weiter geht. „Die Wissenschaft führt an eine Schwelle von Erfahrung, die sich der Meditation, aber nicht der Reflexion erschließt“, heißt es beim Physikerphilosophen Carl Friedrich von Weizsäcker, „dies ist vernünftig. Das begriffliche Denken kann einsehen, dass es den Grund seiner Möglichkeit nicht begrifflich bezeichnen kann.“

Zu jenem Grund seiner eignen Möglichkeit des Denkens zu kommen: Das ist die Chance des geistigen, metaphorischen, also zwischenschaftlichen Brückenbaus, Chance der Literatur. Und nicht ist zu vergessen, dass das Gedicht im Gegensatz zur Macht und Zerstörung durch die „Hure Historie“, wie sie Cioran nennt, immer Gegenwart, aufgeblühtes Jetzt ist, Zuwendung, Gewährenlassen eines Anderen in uns, der inspirativ, anbindend in uns spricht, Gespräch im Augenblick, im Herzen bewegt, „Innigkeit“, Sprache so nah wie möglich im Einen, mit sich im Reinen, Heimkehr.

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III. Der VII. Kongress der Germanisten Rumäniens. Timişoara/Temeswar, 22.-25. Mai 2006

 

VII. Kongress der Germanisten Rumäniens 

Timişoara/Temeswar, 22.-25. Mai 2006

 - Comitetul / Das Komitee -

Str. Pitar Moş 7-11 / RO-010451 Bucuresti

Tel. + Fax.: 0040-21-252.59.72;

Tel.: 0040-21-252.15.51; 0040-21-211.18.20 (int. 27)

E-mail: ggr01@ggr.ro; gutugeorge@yahoo.de

Homepage:  http://www.ggr.ro    

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 - Das Organisationskomitee für den VII. Kongress der Germanisten Rumäniens,

Timişoara/Temeswar, 22.-25. Mai 2006 -

 

E I N L A D U N G

 

An
Frau/Herrn  .......................................................................................                  .......................................................................................
 

                 Bukarest und Temeswar, den 30.05.2005

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!

Nachdem 2003 der VI. Kongress der Germanisten Rumäniens in Sibiu/Hermannstadt stattfand, veranstaltet die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) vom 22. - 25.  Mai  2006 den VII. Kongress der Germanisten Rumäniens, der sich - wie die bisherigen - als eine niveauvolle wissenschaftliche Tagung versteht, zu der nicht nur rumänische, sondern auch ausländische GermanistInnen und DeutschlehrerInnen eingeladen werden.

Auch dieser Kongress will – ebenso wie die vorangegangenen - den gegenwärtigen Stand der rumänischen germanistischen Forschung, der rumänischen Überlegungen zu Fragen des Deutschunterrichts als Fremd-, Mutter- und Unterrichtssprache, zu Aspekten der kulturellen und geistigen deutsch- bzw. österreichisch-rumänischen  Interferenzen veranschaulichen, diesbezüglich Mängel und Lücken aufweisen und damit die Aufgaben sichtbar werden lassen, die die rumänische Germanistik im Zuge verstärkter grenzübergreifender Zusammenarbeit sowie der europaweiten Umwälzungen im Bildungssystem zu bewältigen hat. Zugleich sollen rumänische GermanistInnen und DeutschlehrerInnen Einblick nehmen in die weltweit relevanten Aspekte der inlands- und auslandsgermanistischen Forschung in den Bereichen, die die Sektionen des Kongresses anvisieren. Nicht zuletzt wird der Kongress den rumänischen GermanistInnen die Möglichkeit bieten, einander auch persönlich kennenzulernen und einen nützlichen Erfahrungsaustausch vorzunehmen sowie mit ihren ausländischen KollegInnen, die freundlicherweise zum Kongreß kommen werden, Kontakte anzuknüpfen.

Der Kongress markiert durch ein Sonderkolloquium den 50. Gründungstag des Temeswarer Germanistiklehrstuhls als bedeutender Lehr- und Forschungseinrichtung der Germanistik in Rumänien.

Wir  laden Sie herzlichst ein, an unserem Kongress teilzunehmen !

M i t v e r a n s t a l t e r2  dieser wissenschaftlichen Tagung sind:

* Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) * Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Universität München * Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf * Deutscher Germanistenverband (DGV) * Österreichische Gesellschaft für Germanistik (ÖGG) * Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse (INST), Wien * Universität Trier * Robert-Bosch-Stiftung * Hans-Seidel-Stiftung * Konrad-Adenauer-Stiftung * Deutscher Balkanromanistenverband * Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien, Temeswar * Goethe-Gesellschaft in Rumänien

T e r m i n22. - 25.  Mai  2006 (24. Mai 2006 - Landeskundliche Tagesexkursion in der Banater Gegend)

T a g u n g s o r t: Timişoara – Temeswar / Banat

S e k t i o n e n: 1) Theoretische und angewandte Linguistik; 2) Literaturwissenschaft; 3) Deutsche Regionalliteraturen in Rumänien. Die Banater deutsche Literatur im interkulturellen Beziehungsgeflecht (in der Betreuung des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Universität München) 4) Didaktik des Deutschunterrichts (DaF, DaM, DaU); 5a) Rumänisch-Deutsche/Österreichische interkulturelle Grenzgänge (in dt. Sprache); 5b) Interculturalitate transfrontalieră româno-germană/austriacă (in rum. Sprache); 6) Interkulturelle Kommunikation und anthropologische Interreferentialität; 7) Sonderkolloquium zum 50. Gründungstag des Germanistiklehrstuhls der West-Universität Timişoara/Temeswar.

F o r e n: F o r e n: 1. Forum: 'Zigeuner' als Fremde und Arme? Zur Darstellung von 'Zigeunern' in literarischen und ethnographischen Texten; 2. Forum: Miteinander im Gespräch - Interkulturelle Kommunikation aus der Perspektive der Pragmalinguistik; 3. Forum: Nicht nur Pulverfass - Der europäische Südosten als agonale Interkulturalitätsarena und kreative Fundgrube (in Zusammenarbeit mit dem Balkanromanistenverband in Deutschland) 4. Forum: Südosteuropäische Germanistik im Zuge des Bologna-Prozesses; 5. Forum studentischer Forschung: Phänomene der Exklusion, Trennungsängste, gefährdete und langwierige Meinungsbildung

Zusätzliche Veranstaltungen:
* L e s u n g e n (deutsche, österreichische, rumäniendeutsche und rumänische Autoren; 22., 23. u. 24. Mai 2006); individuell: Kulturangebot der Stadt Temeswar:  Konzert,  Theateraufführung, Ausstellungen
* Tagesexkursion: Ausflüge in die Banater Region (Timişoara/Temeswar und Sehenswertes in der Umgebung) – am 24. Mai 2006
 

Für die (etwa 110) rumänischen Teilnehmer (Mitglieder der GGR) übernehmen die  Organisatoren: * Fahrt- und Übernachtungskosten * Vollpension
Rumänische Teilnehmer zahlen selbst eine Kongressgebühr: 600.000 ROL bzw. 60.- RON für Mitglieder der GGR, 700.000 ROL bzw. 70.- RON für Sonstige. 

 

WICHTIG: Die ausländischen Gäste werden gebeten, sich mit Einrichtungen und Institutionen, die in ihren Ländern die akademische Forschung fördern, in Verbindung zu setzen, um Möglichkeiten für die Finanzierung ihrer Teilnahme am VII. Kongress der Germanisten Rumäniens ausfindig zu machen. Teilnahme aufgrund von Selbstfinanzierung ist selbstverständlich möglich. 
* Ausländische Teilnehmer zahlen eine Kongressgebühr von 35.- EUR und eine Tagesexkursionsgebühr (einschl. Mittagessen) von 30.- EUR.

 

Der Wunsch auf Teilnahme, der Titel des Vortrags sowie eine kurze (20zeilige) Zusammenfassung (in zweifacher Anfertigung) werden dem Organisationskomitee spätestens bis zum 25. April 2006 schriftlich mitgeteilt. Anmeldungen ohne Zusammenfassung sowie später einlaufende Anmeldungen können leider nicht mehr berücksichtigt werden. Die Dauer der Vorträge: 20’ (mit Diskussion).

Die Tagungsbeiträge werden in den nächsten Heften der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" (ZGR) sowie - in ausgebauter Fassung - in "transcarpathica. germanistisches jahrbuch. Rumänien" (GJR) veröffentlicht. Deshalb empfehlen wir, die zu veröffentlichende Fassung des Vortrags während des Kongresses (möglichst auf Diskette 3,5”, Word unter Windows, höhere Versionen und Ausdruck) abzugeben.

Die Option für die landeskundliche Exkursion muß bis 25. April 2006 dem Organisationskomitee schriftlich und bindend bekanntgemacht werden. (Genauere Angaben bitte unserer Kongress-Web-Seite entnehmen:  http://www.ggr.ro/cong7.htm )

Sonstige persönliche Wünsche im Zusammenhang mit dem Rumänienaufenthalt unserer ausländischen Kollegen (Fahrten, Besuche, Kontakte etc.) können der GGR (ggr01@ggr.ro) ebenfalls bis zum 25.04.2006 mitgeteilt werden. Die GGR wird sich als Vermittlerin bemühen, damit diese Wünsche in Erfüllung gehen.

Weitere, neueste Informationen werden den Interessenten in einem Rundschreiben im März 2006 mitgeteilt. Die GGR und das Organisationskomitee erteilt auf Wunsch nähere Informationen. Sehen Sie sich von Zeit zu Zeit die Web-Seite der GGR www.ggr.ro an!

Mit freundlichen Grüßen,

 

Prof. Dr. George Guţu,

Präsident des

Organisationskomitees,

Präsident der GGR

Prof. Dr. Roxana Nubert,

Leiterin des

Germanistiklehrstuhls

der West-Universität Temeswar

Doz. Dr. Angelika Ionaş,

Leiterin der GGR-Zweigstelle

Temeswar

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Berichterstattung vom VII. Kongress und Vorträge in den Sektionen und Foren im nächsten Heft der „ZGR“ sowie in „transcarpathica germanistisches jahrbuch rumänien“. Siehe auch: www.ggr.ro.cong7.htm !


[1] Brief vom 12.12.1962, in: "Neue Literatur", 7, 1975, S. 59.

[2] Einige unserer Partner haben bereits ihre Zusage erteilt. Mit den anderen stehen wir in Verbindung.

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