UNIVERSITÄT
BUKAREST
FAKULTÄT FÜR FREMDSPRACHEN/ INSTITUT
FÜR GERMANISTIK
Thematik für die
Lizenziatsprüfung
- Juni 2007; Februar 2008
-
Fachrichtung Deutsch
Nebenfach
(-Fach)
Þ
Endgültige
Fassung
1. Sprachwissenschaft (Dauer der schriftlichen
Arbeit - 90 Minuten):
I. Allgemeine Bewertungskriterien und Prüfungsziele
Der Kandidat / die Kandidatin soll zeigen können,
wie Sprache als Ganzes funktioniert, wie die einzelnen Spracheinheiten
verschiedenster Sprachebenen im Gesamtgefüge eines Textes einerseits
einen systemhaft bestimmbaren Stellenwert erhalten und andererseits ihre
kommunikative Rolle erfüllen. Diese kommunikative Einbettung soll
in all ihren Aspekten erfaßt und beschrieben werden können.
So gesehen, versteht sich die Lizenziatsprüfung als Synthese und anspruchsvollere
Veranschaulichung aller im Laufe des Studiums erworbenen Fähigkeiten
und Kenntnisse im Zusammenhang mit der deutschen Sprache und zugleich als Beweis
dafür,
daß der/die Absolvent/in eine adäquate linguistische Fachsprache
handhaben kann.
II. Die schriftliche Arbeit:
Ausgangspunkt jeder Aufgabenstellung ist
ein
vorgegebener Text. Zu diesem Text werden aus Schwerpunktbereichen der Semiotik
(Syntax, Semantik, Pragmatik) Fragen oder Aufgaben formuliert:
1. Bestimmung von sprachlichen Zeichen im systemhaften
Miteinander und im kommunikativen Zusammenwirken im Text (einschließlich
intonatorische Elemente).
2.
Systematische
Erscheinungen auf lexematischer Ebene
(Wortbildung, syntaktisch-semantische Vorkommen, Wortsemantik, Synchronische und
diachronische Aspekte im Wortschatz, Erkennung und angemessene Verwendung der
lexikografischen Beschreibung von Lexemen).
3.
Die
syntaktisch-semantische Textdimension (Das Prinzip der Wiederaufnahme.
Semantische Textstruktur.)
4. Die
pragmatische Textdimension (Sprechen als Handeln. Einbettung in die
Kommunikationssituation).
5. Textsorten:
Definition und Klassifikationskriterien.
6.
Integrative Textanalyse (Neubewertung und -beschreibung einiger Phänomene
aus der Morfosyntax [Determinativ, Pronomen, Adverb, Verwendung der Verbformen;
Neubestimmung von Temporalität und Modalität]; Satz vs. Äußerung).
III. Bibliographie:
Zu Einzelfragen gelten die Bibliographie der Vorlesungen
zu Phonetik, Lexikologie, Morphosyntax, Textlinguistik, Sprachgeschichte der
deutschen Sprache
2. Literaturwissenschaft und Landeskunde (Dauer der schriftlichen
Arbeit - 90 Minuten):
I. Allgemeine Bewertungskriterien und Prüfungsziele
Geprüft werden sollen die epochenbedingten
und autoren- sowie werkbezogenen Kenntnisse der Kandidaten und ihre
Fähigkeit, literaturgeschichtliche Zusammenhänge nachzuvollziehen
und anhand der zu erläuternden Themen, Autoren und Werke sowie
historisch-kulturelle Zusammenhänge anhand eines vorgegebenen Textfragments sachkundig
zu illustrieren.
Wert wird gelegt auf die entsprechende Gesamtkonzeption
in der Darstellung des jeweiligen Gegenstandes, auf die sinnvolle Gliederung
des in die Analyse einbezogenen Faktenmaterials, auf die kohärente
und einfallsreiche, stets belegbare Deutung von Texten und Kontexten, nicht
zuletzt auf eine begrifflich korrekte und angemessene Ausdrucksweise.
II. Für die schriftliche Arbeit sind folgende
Themen vorzubereiten:
1. Zur jüngeren Geschichte des deutschen Staates: Deutschland vor und nach dem
Zweiten Weltkrieg.
2. Natur und Kultur: ein Verhältnis der gegenseitigen Herausforderung oder der
Harmonie? (Aufklärung und Sturm und Drang)
3. Zentrale Begriffe der Sturm-und-Drang-Literatur (Goethe: Götz
von Berlichingen, Die Leiden des jungen Werthers)
4. Wilhelm
Meisters Weg vom Schein zum Sein.
5. Klassische Werte in Iphigenie auf
Tauris.
6. Der Roman als Inbegriff der romantischen Poesie (Novalis, Adalbert
von Chamisso, E.T.A Hoffmann)
7.
Romantik als Lebens- und Schreibform (z. B. Novalis: Hymnen an die
Nacht, Heinrich von Ofterdingen, Fragmente); Ludwig Tieck, Märchen; Achim
von Arnim / Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn)
8. Entwicklungstendenzen des deutschsprachigen
Romans in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts (z. B. Franz Kafka: Das Schloß; Hermann Hesse: Siddhartha,
Der Steppenwolf; Gustav Meyrink: Der Golem; Ernst Jünger:
Afrikanische Spiele)
III.
Bibliographie:
Verwendbar sind die zu den Vorlesungen und Seminaren aller vier
Studienjahre
empfohlenen Literaturangaben sowie einschlägige Nachschlagewerke.