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UNIVERSITÄT
BUKAREST
FAKULTÄT FÜR FREMDSPRACHEN
INSTITUT FÜR GERMANISTIK
Thematik für die
Lizenziatsprüfung
- Juni 2004; Februar 2005 -
Fachrichtung Deutsch (A und B)
1.
Sprachwissenschaft (Dauer der schriftlichen Arbeit: 2 Stunden):
I. Allgemeine Bewertungskriterien und Prüfungsziele
Der Kandidat / die Kandidatin soll zeigen können, wie Sprache als
Ganzes funktioniert, wie die einzelnen Spracheinheiten
verschiedenster Sprachebenen im Gesamtgefüge eines Textes einerseits
einen systemhaft bestimmbaren Stellenwert erhalten und andererseits
ihre kommunikative Rolle erfüllen. Diese kommunikative Einbettung
soll in all ihren Aspekten erfaßt und beschrieben werden können. So
gesehen, versteht sich die Lizenziatsprüfung als Synthese und
anspruchsvollere Veranschaulichung aller im Laufe des Studiums
erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse im Zusammenhang mit der
deutschen Sprache und auch als Beweis, daß der/die Absolvent/in eine
entsprechende linguistische Fachsprache handhaben kann.
II. Die schriftliche Arbeit:
Ausgangspunkt jeder Aufgabenstellung ist ein vorgegebener Text. Zu
diesem Text werden aus Schwerpunktbereichen der Semiotik (Syntax,
Semantik, Pragmatik) Fragen oder Aufgaben formuliert:
1. Bestimmung von sprachlichen Zeichen im systemhaften Miteinander
und im kommunikativen Zusammenwirken im Text (einschließlich
intonatorische Elemente).
2. Systematische Erscheinungen auf lexematischer Ebene (Wortbildung,
syntaktisch-semantische Vorkommen, Wortsemantik, Textsemantik,
Synchronische und diachronische Aspekte im Wortschatz).
3. Arten der Themaenentfaltung (deskriptiv, narativ, explikativ,
argumentativ)
4. Sprechakte in ihrer Dynamik. Textsorten.
III. Bibliographie
Zu Einzelfragen gelten die
Bibliographie der Vorlesungen zu Phonetik, Lexikologie,
Morphosyntax, Textlinguistik, Sprachgeschichte der deutschen Sprache
sowie der Band Beiträge zu den Lehrerfortbildungskursen III. Hg. v.
Speranta Stanescu, Editura Universitatii din Bucuresti 1998.
2.
Literaturwissenschaft (Dauer der schriftlichen Arbeit: 2 Stunden):
I. Allgemeine Bewertungskriterien und Prüfungsziele
Geprüft werden sollen die epochenbedingten und autoren- sowie
werkbezogenen Kenntnisse der KandidatInnen sowie ihre Fähigkeit,
literaturgeschichtliche Zusammenhänge nachzuvollziehen und anhand
der zu erläuternden Themen, Autoren und Werke sachkundig zu
illustrieren. Wert wird gelegt auf die entsprechende
Gesamtkonzeption in der Darstellung des jeweiligen Gegenstandes, auf
die sinnvolle Gliederung des in die Analyse einbezogenen
Faktenmaterials, auf die kohärente und einfallsreiche, stets
belegbare Deutung von Texten und Kontexten, nicht zuletzt auf eine
begrifflich korrekte und angemessene Ausdrucksweise.
II. Für die schriftliche Arbeit
sind folgende Themen vorzubereiten:
1. Sebastian Brants “Narrenschiff” als medienübergreifendes
satirisches Werk
2. Erziehung und Emanzipation in Lessings dramatischen Werken
3. Goethes Schaffen im Zeichen von Aufklärung und Sturm und Drang
4. Rolle geschichtlicher Gestalten in Schillers klassischen Dramen
5. Zeitanalyse und Humanitätsideal in der Novelle des 19.
Jahrhunderts (Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche,
Georg Büchner: Lenz, Theodor Storm: Der Schimmelreiter,
Adalbert Stifter: Brigitta, Gottfried Keller: Romeo und
Julia auf dem Dorfe)
6. Historische Begebenheiten und soziale Fragen in Gerhart
Hauptmanns Bühnendichtungen (Die Weber, Die Ratten,
Vor Sonnenaufgang)
7. Die Wiener Moderne (Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal)
8a. Von der Spätmoderne zur Postmoderne: Formen des Erzählens im
deutschsprachigen Roman nach 1945
8b. Lebensgeschichte und Zeitgeschichte in der Erzählliteratur nach
1945
(Zu 8a und 8b gelten folgende Hinweise: Christa Wolf: Der
geteilte Himmel, Alfred Andersch: Sansibar oder Der letzte
Grund, Peter Handke: Der kurze Brief zum langen Abschied,
Patrick Süsskind: Das Parfum, Max Frisch: Homo faber)
9. Zur Entwicklung des deutschsprachigen Romans in der 1. Hälfte
des 20. Jahrhunderts (Gustav Meyrink: Der Golem; Franz Kafka:
Das Schloß; Hermann Hesse: Siddhartha, Das
Glasperlenspiel)
Bibliographie:
Verwendbar sind die zu den Vorlesungen und Seminaren empfohlenen
Literaturangaben sowie einschlägige Nachschlagewerke.
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Allgemeine Bemerkungen:
1. Am Tag der Prüfung werden daraus zwei Themen ermittelt, von denen
nur eine (nach eigener Wahl) behandelt werden muß.
2. Im Falle von Thema 8 ist ein einziges Thema (a oder b)
auszuwählen.
3. Behandelt werden mindestens zwei Autoren mit ihren Werken.
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W I C H T I G:
Beide Bereiche werden am gleichen Tag schriftlich belegt!
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