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transcarpathica germanistisches jahrbuch rumänien
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Aufruf zur Einsendung von Beiträgen für transcarpathica, Band 7-8, 2008-2009 Verantwortliche Herausgeber: Lucia Gorgoi, Emilia Muncaciu-Codarcea
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Der Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur aus Cluj / Klausenburg wurde beauftragt, den thematischen Schwerpunkt für Band 7 des germanistischen Jahrbuchs transcarpathica zu bestimmen und den Band zusammenzustellen (2008). Gerne haben die Mitglieder des Lehrstuhls diese Aufgabe angenommen. Der thematische Schwerpunkt des Bandes 7 (2008) ist: Literatur und Geschlecht. Gender studies in der Germanistik. Seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts haben sich Gender studies einen festen Platz als Wissenschaftsdisziplin und Forschungsbereich der Kultur- Literatur- und Medienwissenschaften errungen. Bereits 1991 wies Judith Bulter im Buch Das Unbehagen der Geschlechter auf die Trennung von biologischem und sozial konstruiertem Geschlecht hin. Geschlecht wird in diesem Zusammenhang als soziokulturelle Konstruktion verstanden. Die Gender studies entwickelten sich aus den feministischen und post-feministischen Bewegungen der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts; sie haben ein interdisziplinäres Arbeitsfeld eröffnet, das sich immer mehr aufgefächert und ausdifferenziert hat. Trotz der Übersetzungen hat sich der englische Begriff gender als Analysekategorie auch im deutschsprachigen Raum etabliert, weil Begriffe wie ‘Geschlecht’ oder ‘Weiblichkeit’ im Deutschen noch immer biologische Assoziationen hervorrufen. Neben der Analyse der Geschlechterrollen, von männlicher und weiblicher Identität (vgl. Erhart, Walter/ Hermann, Britta [Hg.]: Wann ist der Mann ein Mann? Zur Geschichte der Männlichkeit. Stuttgart 1997; Gnüg, Hiltrud/ Möhrmann, Renate [Hg.]: FrauenLiteraturGeschichte. Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Frankfurt a. M., 1989) ist der Begriff der Hybridität bedeutend geworden, der die Brüche und Diskontinuitäten in Identitätsentwürfen bezeichnen. Diese Vorstellung kann auch auf die Kategorie Geschlecht übertragen werden, besonders dort, wo Phänomene der Bi-, Homo- oder Transsexualität in den Blick kommen, die auch die Vorstellung zweifelhaft machen, dass ein biologisches Geschlecht im Menschenleben unwandelbar festgelegt ist. Die sog. Queer-studies machen sich Überlegungen für eine Rekonzeptualisierung von gender. (Vgl. Foucault, Michel: Über Hermaphrodismus. Der Fall Barbin, Frankfurt a. M. 1998). Durch diese Kanonrevision verändert sich unser Bild der deutschen Literaturgeschichte: Epochen- und Gattungsgrenzen verschieben sich und alte Kategorien bekommen ein ganz neues Gesicht. Illustrationen der Schwerpunkt-Problematik am Beispiel der rumäniendeutschen Literatur sowie des interkulturellen Beziehungsgeflechtes im südosteuropäischen Raum sind besonders anzuempfehlen. Wir schlagen hier einige Themenkreise vor, die bei der Abfassung Ihrer Arbeiten hilfreich sein könnten:
Außerdem sind für etwa die Hälfte des Bandes weitere umfangreiche Beiträge zur Literatur, Linguistik, Didaktik u. a. willkommen. Es sind beliebige germanistische Themen möglich, die keinen Bezug zum Schwerpunktthema aufweisen. Wir freuen uns auch auf Buchbesprechungen und Berichte über Tagungen und andere Veranstaltungen. Sie können Ihre Beiträge bis spätestens 15. Mai 2009 einsenden. Aus technischen Gründen bitten wir Sie um die Einhaltung dieses Termins. Mit kollegialen Grüssen Doz. Dr. Lucia Gorgoi (luciagorgoi@hotmail.com) Prof. Dr. George Guţu (gutugeorge@yahoo.de) Lekt. Reimar Müller (MuellerR@gmx.de) |
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