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VII. Kongress der Germanisten Rumäniens, Timişoara/Temeswar, 22.-25. Mai 2006

   

- Comitetul de organizare / Das Organisationskomitee -

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 Sektion 6: Interkulturelle Kommunikation und anthropologische sowie kulturell-literarische Interreferentialität

Exposé

 

Interkulturelle Kommunikation visiert vorrangig die in der kulturellen Handlung mit implizite Über-Setzung von Kulturen im Sinne einer heuristischen Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdbildern, wobei es prioritär um die Über-Setzung des Fremden ins Eigene, um die Herausbildung von identitären Bewusstseinsinhalten handelt.

 

Die Kulturen wollen auch als “Gedächtnisraum” (im Sinne von R. Lachmann) verstanden werden. Alienisierung des Alteritären und Alterisierung des Alienen (Tzwetan Todorov, Horst Turk) sind evolutionäre Prozesse, die teils mit der Imagologie, teils mit Transferhandlungen eng verbunden sind, die einander keinesfalls ausgrenzen, sondern eher integrativ ergänzen. Werden die Kulturen gleichzeitig auf die Funktion eines Interpretations- und Wertungsraums (Jürgen Mittelstraß) eingeschränkt, so behalten sie dabei ihre volle Integrität bei. Letztendlich geht es um die kulturell verfrachtete Kommunikation innerhalb der phänomenal und geistig wahrnehmbaren Welt und um deren Transfer ins Ästhetisch-Fiktionale.

 

Im diachronen und diastratischen Prozess der Einwirkung der Kulturen aufeinander sind herausfordernde Interferenzerscheinungen, intertextuelle und interkontextuelle Bezüge zu hinterfragen, die aufgrund struktureller Analogien auftreten können.

Berücksichtigt werden sollte dabei auch der Sonderfall der diachron-anthropologischen und kulturell-literarischen Interreferentialität (George Guţu). Gemeint ist die Überlappung, Durchdringung und Über-Setzbarkeit nicht nur von Kulturen, sondern auch von (sprachlich-literarischen) Traditionen und Felder. Das Fremde erscheint auch als das Vergangene, das vermittelt werden muss. Die neuere und neueste deutschsprachige Literatur kann gerade unter diesem Blickwinkel als Traditionsmittlerin zwischen verschiedenen Feldern und Referenzrahmen betrachtet werden: Wie vereinbart man das Imaginäre einer Epoche mit dem der Gegenwart? Warum werden große Motive der weltliterarischen Klassik zyklisch wieder belebt? Warum schreibt Peter Handke z. B. einen Don Juan? Warum hat der Parzival-Stoff in den 80er−90er Jahren eine sehr rege Rezeptionsphase erlebt? Warum formulierte Rudolf Borchart seine Kritik am Nationalsozialismus mit Hilfe der Jamben der antiken Satire? Wie kam es zu kollektiv/gemeinschaftlich geprägten Bildern, Metaphern, Symbollen? In Form und Inhalt scheint die Vergangenheit und die (Selbst/Fremd)Referentialität für die kulturelle Produktion der Gegenwart unabdingbar zu sein.

 

Die Sektion sollte grundsätzlich literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven angehen und diese sowohl theoretisch als auch text- und kontextbezogen paradigmatisch ins Blickfeld rücken lassen. In den Vordergrund rückt das Verhältnis zwischen den europäischen Literaturen und Kulturen untereinander sowie deren Interdependenz und Interstitialität im Verhältnis zu außereuropäischen literarisch-kulturellen Manifestationen. Fremdkulturelle Wirklichkeit ist nicht nur bei deutschsprachigen Autoren zu beachten.

 

Nachstehend einige gewinnbringend eruierbaren Fragen bzw. Themenbereiche:

  •   Identitäts-  und Alteritätsbilder in der deutschsprachigen Literatur

  •   Literatur und multikulturelle/mehrsprachige Identität

  •   Der Mythos Europa/Mitteleuropa

  •   Asien und Europa in der deutschsprachigen Literatur

  •   Literatur als Brücke zwischen Kulturen und Zeiten

  •   Diachron-anthropologische Interreferentialität

Rückfragen und Anmeldungen sind an folgende Adressen zu richten: <Zaharia Mihaela> mzaharia@rdslink.ro, <Decuble Horaţiu-Gabriel> decuble@hotmail.com, <Guţu George> gutugeorge@yahoo.de  

 

Innerhalb der Sektion 6 werden folgende Foren eingerichtet:

  •  Forum: 'Zigeuner' als Fremde und Arme? Zur Darstellung von 'Zigeunern' in literarischen und ethnographischen Texten (in Zusammenarbeit mit der Universität Trier)

  • Forum: Nicht nur Pulverfass - Der europäische Südosten als agonale Interkulturalitätsarena und kreative Fundgrube (in Zusammenarbeit mit dem Balkanromanistenverband in Deutschland)

www.e-scoala.ro

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