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Stiftungslehrstuhl der Bundesrepublik Deutschland Deutsche Literatur im südöstlichen Mitteleuropa

an der „Babeş-Bolyai“-Universität Cluj-Napoca / Klausenburg (Rumänien)

Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS), München

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens

Lehrstuhl für Germanistik der „Babeş-Bolyai“-Universität Cluj-Napoca / Klausenburg

 

Internationale literaturwissenschaftliche Tagung

9.–13. Oktober 2005, Cluj-Napoca /Klausenburg (Rumänien)

 

Der Stiftungslehrstuhl der Bundesrepublik Deutschland Deutsche Literatur im südöstlichen Mitteleuropa an der „Babeş-Bolyai“-Universität Klausenburg/Cluj-Napoca (Rumänien) veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS), München, der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und dem Lehrstuhl für Germanistik der „Babeş-Bolyai“-Universität Klausenburg eine literaturwissenschaftliche Tagung mit dem Rahmenthema:

Wahrnehmung der deutschen Literatur(geschichte) im südöstlichen Mitteleuropa – ein Paradigmenwechsel?

Forschungsberichte, Methodenreflexionen, Fallbeispiele.

Die „Wahrnehmung“ der deutschsprachigen Literatur im südöstlichen Mitteleuropa (Ostmittel- und Südosteuropa) hat sich in den letzten drei Jahrzehnten deutlich gewandelt, ist zweifellos kontur- und tiefenschärfer geworden. Ein vergessener Kontinent taucht wieder auf und beginnt sich mit Namen und Texten zu füllen, wird in seiner unverwechselbaren Vielfalt – im Mit- und Nebeneinander der Ethnien, Mentalitäten, Kulturen und Idiome – entdeckt. Nicht nur an Universitäten Ostmittel- und Südosteuropas werden Lehrveranstaltungen angeboten sowie Magister- und Doktorarbeiten über Autoren und Werke, Entwicklungsphasen und Problemaspekte dieser „Regional-“ und „Minderheitenliteraturen“ geschrieben, sondern zunehmend auch im binnendeutschen Sprachraum. „Es gibt längst“, notierte Karl Schlögel in dem bemerkenswerten Vortrag Das neue Europa und der Deutsche Osten – ein Anachronismus? (2004), „eine neue Zuwendung und lebendige Vergegenwärtigung, die sich frei gemacht hat, von Rechthaberei und Revisionswünschen“.

Die erste Tagung des von der Bundesrepublik Deutschland finanzierten Stiftungslehrstuhls Deutsche Literatur im südöstlichen Mitteleuropa, dessen Aktivitäten das Münchner Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) begleitet und unterstützt und das als Mitveranstalter des Symposiums dieser Rolle gerecht zu werden versucht, setzt sich – soweit das im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz möglich ist – mehrere Ziele:

1.    Rückblick und Ausschau. Eine Bilanzierung und kritische Befragung vorliegender Forschungsergebnisse, die Präsentation laufender Forschungsprojekte, das Aufzeigen von Defiziten und Desiderata. Der Austausch von Informationen über die jeweiligen Tätigkeitsfelder und Interessengebiete der germanistischen Lehrstühle und wissenschaftlichen Einrichtungen im Bereich Deutsche Literatur im südöstlichen Mitteleuropa sollte dahin wirken, grenzüberschreitend den Forschungsstand zu dokumentieren, Einblick und Überblick zu ermöglichen, die Arbeitsabläufe aufeinander abzustimmen und gemeinsame Anliegen zu koordinieren.

2.     Eine Erörterung und Präsentation neuerer Methoden der Literaturwissenschaft – im Hinblick auf deren Umsetzungsmöglichkeiten aus dem „Allgemeinen“ ins „Besondere“ und auf deren Verwend- und Anwendbarkeit bei Beschreibung, Analyse und Interpretation der deutschsprachigen Literaturregionen im südöstlichen Mitteleuropa. Entstehungs- und Entfaltungsspielräume dieser Literaturen bieten sich als „Exerzierfelder“ für interdisziplinäre Verfahrens- und interkulturelle Betrachtungsweisen geradezu an.

3.    Exemplarische Analysen von Texten, entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhängen und spezifischen Ausprägungen der Deutschen Literatur im südöstlichen Mitteleuropa, die das produktive Potenzial neuer methodischer Ansätze und Zugänge nutzen, Annäherungsversuche, die – anhand von Fallbeispielen – herkömmliche Beschreibungsmuster durchbrechen und neue Lesarten vorschlagen. Das gilt selbstverständlich auch für Autoren, die sich durch den Austritt aus den „Regionalliteraturen“ in die „gesamtdeutsche“ Literatur hineingeschrieben haben.

Referenten und Referentinnen

Deutschland

  • Prof. Dr. Jürgen Lehmann (Erlangen-Nürnberg): Region – Metropole; Bukowina – Paris. Raumentwürfe in der Dichtung Paul Celans

  • PD Dr. Waldemar Fromm (München): „Im Lichte der U-topie“. Die Bukowina als Ort der Dichtung Paul Celans.

  • Prof. Dr. Fred Lönker (Freiburg i. Br.): „... ein Blatt aus ukrainischen Halden.“ Zur Entwicklung von Paul Celans Poetik.

  • Prof. em. Dr. Horst Schuller (Hermannstadt/Heidelberg): Faktizität und Fiktionalität in der Prosa von Joachim Wittstock

  • Hon.-Prof. Dr. Stefan Sienerth (München): Das Literaturarchiv des Instituts für deutsche Kultur- und Geschichte Südosteuropas (Arbeitstitel)

  • Hon.-Prof. Dr. Peter Motzan (München): Rumäniendeutsche Literatur im Spiegelbild neuerer Dissertationen (1995–2005) (Arbeitstitel)

Rumänien

  • Prof. Dr. George Guţu (Bukarest): Identitäre Euphorie und periphere Ernüchterung – zur Entmythisierung der bukowinischen deutschsprachigen Literatur.

  • Dr. Grazziella Predoiu (Temeswar): Sinnverweigerung und Sinnwucherung in den Texten Oskar Pastiors. 

  • Dr. Mariana Lazarescu (Bukarest): Die Lektüre der essayistischen Texte Hans Bergels als interkulturelles Phänomen.

  • Dr. h.c. Joachim Wittstock (Hermannstadt): In der Höhenluft der Lehre vom Sein. Ontologie und Kunstbetrachtung in siebenbürgischen Entwürfen des 20. Jahrhunderts.

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Andrei Hoisie (Jassy): Gesellschafsbilder, Identitäten, Regionalliteraturen.

  • Prof. Dr. András Balogh (Klausenburg): – Titel wird nachgereicht.

Österreich

  • Dr. Helga Mitterbauer (Graz): Hybridität – Méttisage – Creolité. Zur Anwendbarkeit aktueller Identitäts- und Kulturkonzepte bei der Erforschung von Minderheitenliteraturen.

Slowenien

  • Prof. Dr. Mira Miladinovic Zalaznik (Ljubljana): Deutsche Literatur im slowenischen Sprachraum. Der Stand der Forschung heute.

Ungarn

  • Dr. Eszter Propszt (Szeged): Der Fall ungarndeutsche Gegenwartsliteratur.

  • Doz. Dr. Zoltán Szendi (Pécs/Fünfkirchen): Regionalität in der ungarndeutschen Literatur. Fallbeispiele aus der Lyrik der „Fünfkirchner Zeitung“

  • Prof. Dr. Ferenc Szász (Budapest): Persönliche und nationale Identität bei deutschsprachigen Schriftstellern aus Ungarn am Anfang des 20 Jahrhunderts

  • Doz. Dr. Péter Varga (Budapest): Titel wird nachgereicht.

  • Dr. Szabolcs Boronkai (Budapest): Vom Nutzen und der regionalen Literaturgeschichtsschreibung.

Tschechische Republik

  • Prof. Dr. Jörg Krappmann (Olomouc/Olmütz): Titel wird nachgereicht.

Autorenlesungen:

10.10.05, 19:00 Uhr–20:30 Uhr, Fakultät für Europäische Studien, Monet Saal, Str. Emil de Martonne 1

  • Franz Hodjak (Usingen), Sándor Kányádi (Cluj/Napoca-Klausenburg), Adrian Popescu (Cluj/Napoca-Klausenburg)

  • Einführung: Prof. Dr. András Balogh, Hon.-Prof. Dr. Peter Motzan.

***** 

Anreise: 9.10.05

Tagung: 10.10.05 – 12.10.05

Abreise: der TeilnehmerInnen aus Rumänien voraussichtlich 12.10.05. nachmittags (oder in Ausnahmefällen: 13.10.05).

Beginn: 10.10.05, 10:00 Uhr

Ende: 12.10.05 (Mittwoch), 13:00 Uhr (Abschluss: Podiumsdiskussion)

Tagungsstätte: Klubraum des Universitätshauses, Str. Emil de Martonne 1

Buchausstellung – Publikationen des IKGS Verlags zu landesüblichen Preisen.

Tagungsbüro: Empfangshalle des Hotels Universitas, 9.10. nachmittags und abends; Klubraum des Universitätshauses, Str. Emil de Martonne 1, 10.10., vormittags.

Unterkunft: Hotel Universitas, Str. Pandurilor 7 mit Frühstück

Hier werden gewöhnlich die Teilnehmer aller Tagungen der Uni Klausenburg beherbergt Gute „Bedingungen“, Einzelzimmer (auf Wunsch: Doppelzimmer) alle mit Bad oder Dusche. Allerdings: Kartentelefon (rumänische Telefonkarten sind preiswert) nur in der Hotelhalle, Mitnahme von Handys (ein recht teurer Spaß für ausländische TeilnehmerInnen) zu empfehlen. Drei Straßenbahn-Haltestellen ca. 10 min., dann noch 10 min. Fußweg bis zur Tagungsstätte. Taxifahrt bis dahin: ca. 2,50 €.

Mahlzeiten (Mittag-, Abendessen):

Gaststätte der Universität. Eine Minute Fußweg von der Tagungsstätte.

www.e-scoala.ro

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