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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR)
Institut für Germanische Sprachen und Literaturen der Universität Bukarest
DAAD-LEKTOREN IN RUMÄNIEN
Protokoll
zum Rundtischgespräch am 8. April 2011 in Râşnov/Rosenau
Moderation: Dr. Roman Luckscheiter Tagungsort: Haus der Stiftung Saxonia in Rosenau/Râşnov
Teilnehmer: Josef Karl, Kulturreferent, Deutsche Botschaft Bukarest Dr. Roman Luckscheiter, DAAD Bonn (Leiter des Referats Auslandsgermanistik und Deutsch als Fremdsprache) Prof. dr. George Guţu (Bukarest, Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens) Dr. Daniela Ionescu-Bonanni (Bukarest) Prof. dr. Maria Sass (Hermannstadt) Dr. Maria Trappen (Hermannstadt) Dr. Dana Dogaru (Hermannstadt) Prof. dr. Roxana Nubert (Temeswar) Conf. dr. Angelika Ionaş (Temeswar) Conf. dr. Lucia Gorgoi (Klausenburg) Drd. Ursula Wittstock (Klausenburg) Dr. Carmen Puchianu (Kronstadt) Dr. Ioana Diaconu (Kronstadt) Dr. Mihaela Parpalea (Kronstadt) Conf. dr. Cornelia Cujbă (Iassy) Dr. Ana Maria Palimariu (Iassy) Dr. Raluca Dimian (Suceava) Dr. Silvia Machein (DAAD-Lektorin Hermannstadt) Dr. Thomas Schares (DAAD-Lektor Bukarest) Dr. Anne Schlömer (DAAD-Lektorin Klausenburg)
Begrüßung: Dr. Roman Luckscheiter lädt als Vertreter des DAAD zum Rundtischgespräch ein. Er spricht bereits mögliche Diskussionsthemen für den Tag an: Einschreibezahlen, heterogene Sprachkenntnisse bzw. Nullanfänger und das neue Bildungsgesetz, Berufsperspektiven der Absolventen und die fehlende Attraktivität des Lehrerberufs. Der DAAD sieht sich als unterstützender Begleiter der internen Entwicklungen in Rumänien. Prof. Dr. George Guţu sieht in dem Rundtischgespräch eine Standortbestimmung und einen Beitrag zur Zukunftssicherung der Germanistik in Rumänien, die als Auslandsgermanistik durch die deutsche Minderheit in Rumänien eine besondere Tradition hat. Er erhofft sich, dass offen über Potenziale und Probleme diskutiert wird. Auf dem nächsten Kongress der GGR, der 2012 in Bukarest stattfinden wird, soll sich eine Sondersektion mit den Perspektiven des Faches befassen. Josef Karl betont die Wichtigkeit der deutsch-rumänischen Kulturbeziehungen, in der die deutsche Sprache und die Germanistik eine Schlüsselrolle haben. Er gibt einen Überblick über die Siedlungsgeschichte der deutschen Minderheit in Rumänien. Er bedauert den zahlenmäßigen Rückgang der Schüler, die Deutsch als Muttersprache haben bzw. entsprechende Schulen besuchen (DaM-Schulen). Deutsch solle nicht als Sprache der Schwierigkeiten, sondern als Sprache der Möglichkeiten gesehen werden und biete Zugang zum Wissenschaftsstandort Deutschland und zum deutschsprachigen Wirtschaftsraum. Es gebe 17.000 rumänische Unternehmen mit deutschem Kapital, Deutschland sei Rumäniens Handelspartner Nr. 1 und drittwichtigster Investor. Er betont, dass die Vernetzung der von Wirtschaft und Wissenschaft, z.B. über die IHK und die Deutschen Wirtschaftsclubs, den DAAD und die ZfA, von großer Wichtigkeit sei. Man müsse den Studierenden trotz des Lohngefälles im öffentlichen Dienst Berufsperspektiven aufzeigen. Weltweit gebe es derzeit 14 Millionen Deutsch-als-Fremdsprache-Lerner. In Rumänien herrsche eine positive Einstellung gegenüber der deutschen Minderheit.
Vorstellung der einzelnen Germanistik-Institute: Suceava (Raluca Dimian-Hergheligiu) [http://www.litere.usv.ro/Departamentul%20de%20Germana.php]: Deutsch wird nur als Nebenfach (B-Fach) angeboten. 6 Lehrkräfte, BA: 160 Studierende, MA 20 Studierende (insges.) Es besteht ein großes Interesse an der deutschen Sprache, die Nachfrage steigt, das Deutschniveau der Studienanfänger ist gut. Probleme liegen in der regionalen Struktur der ehem. Bukowina. Die Studierenden stammen eher aus armen Familien, Auslandsaufenthalte sind ihnen aus finanziellen Gründen meist nicht möglich. Ca. 60% der Absolventen werden Deutschlehrer.
Kronstadt (Carmen Elisabeth Puchianu) [http://www.unitbv.ro/Default.aspx?alias=www.unitbv.ro/litere]: Deutsch wird nur als Nebenfach (B-Fach) angeboten. LMA und Germanistik. 5 feste, 1 freie Lehrkraft, BA: 150 Studierende, MA: ca. 30 Studierende (insges.) Problemstellen: Gute Schüler gehen ins Ausland oder studierenden eine nicht-philologische Wissenschaft. Geringer Status der Germanistik an der Universität trotz der Kronstädter Tradition, stattdessen Frankophilie. Verbesserungswürdige Zusammenarbeit mit Schulen. Wenige Absolventen gehen in öffentliche Schulen, einige arbeiten in privaten Sprachschulen.
Hermannstadt (Maria Sass) [www.ulbsibiu.ro]: 15 Lehrkräfte + 1 DAAD-Lektor, 1 ÖAD-Lektor. Zwei BA-Sudiengänge (LMA, Philologie), vier MA-Studiengänge. Insgesamt 226 Studierende (BA, MA, A- und B-Fach) 2010/2011 (2007/2008 noch 338) Im WS 2010/2011 drohte die Auflösung des BAs im A-Fach, da mind. 30 Studierende/Jahr eingeschrieben werden müssen. Als Notlösung wurden einige Nullanfänger aufgenommen und werden Vorlesungen und Prüfungen zum Teil in rumänischer Sprache gehalten.
Jassy (Ana-Maria Palimariu) [http://germanistik.uaic.ro/index.php/ro/istoric/): 12 Lehrkräfte + 1 DAAD-Lektor, 1 ÖAD-Lektor, 1 DAAD-Sprachassistent, 7 Doktoranden/Assistenten. Die Lehrkräfte unterrichten im studienbegleitenden Deutschunterricht auch an anderen Fakultäten. BA: 180 Studierende (ca. 1/3 LMA, 1/3 Philologie), MA: 40 Studierende Studienbegleitender Deutschunterricht an anderen Fakultäten: ca. 60 Studierende an jeder der 15 Fakultäten pro Jahr. Das Deutschniveau der Studienanfänger sinkt stetig.
Temeswar (Roxana Nubert) [URL: http://www.litere.uvt.ro/vechi/lb_germ.htm]: 15 Lehrkräfte, 1 ÖAD-Lektor, 1 DAAD-Lektor (Fakultät für Europastudien), 15 Doktoranden. BA: 173 Studierende, MA: 55 Studierende Fak. f. Europastudien: 87 Studierende DaF an allen Fakultäten: 533 Studierende (West-Universität insges. 848 Deutschlerner) Medizinische Hochschule: 250 Studierende (steigend) Agronomie: 206 Studierende Politehnica: 876 Studierende Keine Beförderung der Lehrkräfte in den letzten zwei Jahren möglich gewesen. Man kämpft um das Fortbestehen des Lehrstuhls, es droht evtl. ein Zusammenschluss mit der Anglistik.
Bukarest (Daniela Ionescu) [http://www.unibuc.ro/ro/catd_lscllg_ro]: 27 Lehrkräfte (davon 5 aus dem Ausland), 37 Planstellen (davon 10 frei). BA: A+B-Fach Philologie, Übersetzen/Dolmetschen, LMA, vier MA-Studiengänge Studienbegleitender DaF-Unterricht. BA und MA: 384 Studierende im 1. Jahr (A-Fach 32, B-Fach 169, davon 16 keine Nullanfänger). 860 Deutschlerner insgesamt, davon ca. 250 im studienbegleitenden DaF-Unterricht, ca. 180 mit Deutsch fakultativ). Problemstellen: hohe Abbrecherzahl, Nullanfänger, heterogene Gruppen, Wettbewerbsfähigkeit/Anwerbung neuer Studierender. Intensivkurse für Nullanfänger, teilweise Vorlesungen auf Rumänisch.
Klausenburg (Lucia Gorgoi) [http://lett.ubbcluj.ro:5388/index.php/limba-si-literatura-germana]: 10 Lehrkräfte + 1 DAAD-Lektor, 1 ÖAD-Lektor, 1 DAAD-Sprachassistent. LMA-Studiengänge und studienbegleitender Deutschunterricht werden nicht vom Germanistik-Lehrstuhl organisiert. BA: 225 Studierende, MA: 24 Studierende. Werbung wird gemeinsam mit anderen deutschsprachigen Studiengängen organisiert. Ca. 60% der Absolventen werden Lehrer. Probleme: Heterogene Gruppen. Es gibt eine Nachfrage für Nullanfänger.
Zusammenfassung der Herausforderungen und der „Beispiele guter Praxis“ (Roman Luckscheiter): Herausforderungen:
„Gute Beispiele“:
Arbeit in Gruppen: Auf der Grundlage der Herausforderungen und „guten Beispiele“ wurden vier Arbeitsgruppen gebildet. Die AGs erarbeiteten Themenschwerpunkte, aus denen dann im Plenum Aktionspläne abgeleitet wurden.
Themen aus Arbeitsgruppe 1 (Bildungsgesetz):
Aktionsplan aus AG 1:
Verantwortlich: George Gutu, Maria Sass; Termin: Herbst 2011
Themen aus Arbeitsgruppe 2 (Curricula):
Aktionsplan aus AG2:
Verantwortlich: D. Dogaru (Ansprechpartnerin Universitäten), K. Lasch (Ansprechpartnerin für GI)
Themen aus Arbeitsgruppe 3 (Profilbildung):
Aktionsplan AG 3:
Verantwortlicher, verantwortlich für Koordination: D. Ionescu
Themen aus Arbeitsgruppe 4 (Vernetzung):
Aktionsplan aus AG 4:
Überblick von Katja Lasch über ausgewählte DAAD-Förderprogramme: Germanistische Institutspartnerschaften (GIP), Ostpartnerschaften, Studienreisen/-praktika, Doppeldiplomprogramme. Über alle Programme kann man sich über www.daad.ro oder www.daad.de informieren. Frau Lasch wird ihre Präsentation an die Teilnehmer verschicken. Bei der Suche nach wissenschaftlichen Kontakten und Betreuern für Doktorarbeiten kann auf die Seite www.phd-germany.de (im Aufbau) zurückgegriffen werden. Es folgten Erfahrungsberichte der GIPs Hermannstadt-Marburg (läuft in diesem Jahr aus) und Klausenburg-Gießen (besteht seit 2007). In beiden Fällen gibt es/gab es einen regen Austausch an Studierenden und Wissenschaftlern. Neben gemeinsamen Forschungsprojekten liegt der Fokus auf der Nachwuchsförderung. Sowohl in Marburg als auch in Gießen wurden bzw. sollen Doktoranden aus Rumänien betreut werden. Die GIP Klausenburg-Gießen soll mit Temeswar durch einen dritten Kooperationspartner erweitert werden. Feedback: Positiv wurde insbesondere der Erfahrungsaustausch unter den einzelnen Instituten bewertet. Man äußerte den Wunsch, solche Treffen häufiger zu veranstalten. Die konstruktive Atmosphäre habe zu einem offenen Austausch geführt. Bemängelt wurde, dass wenige Repräsentanten der kleineren Lehrstühle anwesend waren. Das Protokoll des Treffens soll daher ins Netz gestellt und auch an die kleineren Germanistik-Lehrstühle in Rumänien verschickt werden. Es wurde außerdem angeregt, vergleichbare Veranstaltungen in Zukunft thematisch aufzufächern. E-Mail Adressen der Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Protokollantin: Anne Schlömer Klausenburg, den 30.04.2011 ***
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