NATIONALER AUSSCHUSS FÜR DEUTSCH ALS MODERNE SPRACHE IM RUMÄNISCHEN BILDUNGSMINISTERIUM

GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS

UNIVERSITÄT BUKAREST - INSTITUT FÜR GERMANISTIK

 

Grussbotschaft an die XVII. Internationale Tagung des Deutschlehrerverbandes Rumäniens

Mangalia, 3.-5. Oktober 2008

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Gäste,

ungern tue ich es aus der Ferne, denn unzweifelhaft lieber wäre es mir gewesen, Sie alle auf diesem zur Tradition gewordenen jährlichen Forum der rumänischen Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer von Angesicht zu Angesicht zu begrüßen und zum hervorragend gestalteten Programmangebot der diesejährigen Tagung herzlichst zu beglückwünschen!

Der terminliche Zusammenfall mit dem Beginn des neuen Hochschuljahres mit seinen zahlreichen organisatorischen Problemen sowie dringende persönliche editorische Vorhaben hindern mich daran, an der herbstlich gestimmten Küste des Pontus Euxinus zu weilen, um mit Ihnen an den intensiven Arbeiten Ihres Treffens teilzunehmen.

Doch nur einige Wochen ist es her, da ich und viele von Ihnen am Landestreffen der Deutsch-Schulinspekteuren in Eforie Süd verantwortungsvoll über den Stand und die Perspektiven des Deutschunterrichts in Rumänien debattiert und gemeinsam Beschlüsse gafaßt haben, die bestrebt sind, dem deutlich gewordenen Abbau des Deutschunterrichts in vielen Schulen des Landes Einhalt zu gebieten. Wie immer waren und sind sich die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, in deren Namen ich Sie auch heute begrüßen darf, und der Deutschlehrerverband Rumäniens sowohl in der Einschätzung der gegenwärtigen Lage als auch in Bezug auf die notwendigen Schritte zur Eindämmung des Abbaus und zur Förderung des Deutschunterichts in Rumänien in all seinen Formen (DaF- und DaM-Unterricht) vollkommen einig.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie auch auf Ihrer Tagung die Vorschläge des Treffens in Eforie Süd in einer kurzen Erklärung begrüßen und unterstützen würden. Ein diesbezüglicher Beschluß Ihrer Tagung würde unsere nächsten Schritte dem gemeinsam angestrebten Erfolg ein gutes Stück näher bringen.

In diesen Tagen las ich im 1932 erschienenen zweiten Heft der „Revista Germaniştilor Români“ einen Bericht über den gemeinsamen Protest der damals in der „Societatea Germaniştilor Români“ zusammengeschlossenen Germanisten und Deutschlehrer gegen die für den Deutschuntericht nachteiligen Maßnahmen des Bildungsministers C. Angelescu: Sie hoben „efectul rău produs de greşitul tratament al limbii germane în toate domeniile de activitate“ (die schlimme Auswirkung des falschen Umgangs mit der deutschen Sprache in allen Tätigkeitsbereichen) hervor. Im dritten Heft kann man den vollen Wortlaut eines „Memoriu asupra situaţiei create limbii germane prin nouile legi ale învăţământului secundar şi urmările ei“ (Memorandum über die Situation der deutschen Sprache infolge der jüngsten Gesetze im Sekundarbereich des Bildungswesens sowie über deren Auswirkungen) lesen.

Man kann nur staunen, wie sich manchmal die Geschichte wiederholt! Nach Jahren des deutlichen Aufschwungs nach der Wende ist in den letzten 8 Jahren erneut ein besorgniserregnder Trend in der Situation der deutschen Sprache in Rumänien festzustellen, der – trotz der lobenswerten großen Anstrengungen in der Pflege der Tradition des Deutschunterrichts in den Reihen der noch verbliebenen deutschen Minderheit – leider zu großen Verlusten an Schülern geführt hat, die Deusch als moderne Sprache erlernen. Wer sich darüber hinwegtäuscht und die Augen selbstzufrieden vor diesen Tatsachen schließt, macht sich schuld an diesem unheilvollen Trend.

Nachdem neulich durch unsere Anstrengungen eine wesentlich bessere Finanzierung für den auf deutsch gehaltenen Hochschulunterricht erkämpft wurde, kommt es nun darauf an, einen Regierungsbeschluß zu erwirken, der die Abschaffung der noch vorhandenen Deutschlehrerstellen verbietet.

Daran wird nun in gemeinsamen Anstrengungen von uns allen gearbeitet. Sehr wirksam wäre weiterhin nicht nur das Verständnis der Vertreter der deutschen und österreichischen Botschaft für unser Anliegen, sondern auch ihre tatkräftige Unterstützung, denn in der gemeinsamen Förderung des Deutschunterrichts auf allen Ebenen des Bildungswesens sehen wir die Gewähr für die weitere Pflege der deutschen Sprache, Kultur und Zivilisation in Rumänien. In einem Europa der Vielsprachigkeit und der Interkulturalität dürfen das Deutsche und der von dieser Sprache geborgene Kulturschatz nicht fehlen.

Nicht zueltzt auch aus diesem Grunde begrüße ich das bedeutende Thema Ihrer Tagung sowie Ihr Programm, die zeigen, über welches großartige Potenzial an Lehrern und Schülern, an Studierenden Rumänien im Bereich des Deutschunterrichts infolge seiner jahrhundertelangen Traditionen des Zusammenlebens verschiedener Vökerschaften in unserem gemeinsamen Land verfügt.

Wenn wir nun die historische Chance haben, der europäischen Völkergemeinschaft anzugehören und beim Aufbau des neuen Europa unseren eiegenen Beitrag zu leisten, so bringen wir vor allem diese jahrhundertealte Erfahrung mit in das gemeinsame europäische Denken hinein.

Ihrer Tagung, den Vortragenden und Zuhörenden darf ich gutes Gelingen und vollen Erfolg wünschen.

Es wäre uns eine besondere Ehre und Freude, Sie alle auf dem VIII. Kongress der Germanisten Rumäniens vom 25.-28. Mai 2009 in Cluj/Klausenburg als Vortragende oder Teilnehmende begrüßen zu können. In diesem Sinne darf ich schließen mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen in Klausenburg“!

 

Mit kollegialen Grüßen

 

George Guţu

Präsident des Nationalen Ausschusses für Deusch als moderne Sprache im Bildungsministerium

Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens

Leiter des Instituts für Germanistik der Universität Bukarest

 

Bukarest, den 30.09.2008

 

 

www.e-scoala.ro

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