Jubiläum


 22 Jahre  

Gesellschaft

der Germanisten  Rumäniens (GGR)

22.03.1990 - 22.03.2010

Ad multos annos, GGR!

 uADZ

 uFachdienst Germanistik

 

Liebe Fachkolleginnen und -kollegen,

liebe Freunde,

für unsere interne Evaluation der bisherigen Tätigkeit, wären wir jedem dankbar, der sich zu nachstehenden Punkten äußern würde:

 

- Wie und wann erfuhren Sie von der Existenz unseres Fachverbands?

- Welche der Aktivitäten der GGR schätz(t)en Sie am meisten?

- Was müsste die GGR noch tun, um ihre Visibilität im In- und Ausland zu erhöhen?

Senden Sie bitte Ihre Antwort an die E-Mail-Adresse: dinogetian@aol.de

 

 

Æ Die GGR als international anerkannter Partner - aus der Sicht japanischer KollegInnen

 

Im Abstand von 20 Jahren - Standpunkte, Sehweisen:

 

- George Guţu: Am Anfang einer fruchtbaren Tätigkeit: "Die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens". In: Neuer Weg (Bukarest), 19. April 1990, S. 1-2

 

 

- Sorin Gadeanu: 22. März 1990: Gründung der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens – 20 Jahre danach. In: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (Bukarest), 2. April 2010 - Kultur:

Æ Allgemeine Deutsche Zeitung (ADZ)

u Germanisten untereinander vernetzt
Vor 20 Jahren wurde die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens gegründet
Von Doz. Dr. Sorin Gadeanu


Als wir, zahlreiche Germanisten, Vertreter der Jassyer, Hermannstädter, Klausenburger und Temeswarer Germanistiklehrstühle, an einem recht düsteren und kalten Nachmittag des 22. März 1990, dem Ruf unserer Bukarester Kollegen folgend, in einem spärlich beleuchteten Saal im Gebäude der Fremdsprachenfakultät auf der Str. Pitar Mos, dem Sitz der Bukarester Germanistik, die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) gründeten, sahen wir in dieser zunächst einen Ausdruck des berechtigten Protestes gegen die Vernachlässigung und personelle Verwahrlosung unseres Fachs an den rumänischen Universitäten bis 1990.

Ehrlich gesagt: Damals waren wir alle zum einen begeisterte Befürworter eines demokratischen und freien Fachverbandes, der nun endlich die Interessen unserer Berufsgemeinschaft vertreten sollte. Zum anderen waren wir aber auch VKJ- oder parteigeschädigte Vereinsskeptiker, und diese Skepsis saß vielen von uns tief im Nacken. Um mit Goethe zu sprechen: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“, dachten sich einige während dieser Gründungssitzung, hin und her gerissen zwischen ihrer Begeisterung für die Möglichkeiten, welche die GGR eröffnete, und ihrer internalisierten Skepsis gegen alles, was damals, anno 1990, mit Vereinen und Organisationen und Zentralismus zu tun hatte.

Ich kann mich lebhaft an die Narben Bukarests, an die allgegenwärtigen Spuren der Dezemberereignisse 1989 erinnern.

Noch lebhafter kann ich mich aber an die kühle Prägnanz eines Halbsatzes erinnern, der irgendwann während der Gründungssitzung der Gesellschaft gefallen ist: „Heute ist Goethes Todestag“, hieß es plötzlich und augenscheinlich zusammenhanglos mit dem Geschehen. Ich weiß weder, wer diesen Satz ausgesprochen hat, noch wann genau er gefallen ist, kann mich aber sehr wohl der Augenblicke danach entsinnen: Es war, als ob wir im geschäftigen Treiben unserer Germanisten- und Gründungsversammlung für einen Augenblick innegehalten hätten, um Goethe zu gedenken. Es war, als ob unser Tun an diesem trüben und kalten 22. März – noch längst kein Frühling in Aussicht – zumindest für einige Augenblicke eine historische Dimension erhalten hätte. Denn der im Zeichen Goethes aus der Taufe gehobene Fachverband sollte laut einer Aussage des Initiators dieser Neugründung, George Gutu, eine „sinnvolle Tätigkeit” entfalten.

Mit diesen Aussagen machte sich auch eine allgemeine und bedingungslose Begeisterung für die GGR breit, die alle skeptischen Bedenken verschwinden ließ. Ich glaube, das waren die Gründungsworte unserer Gesellschaft.

20 Jahre danach

Heute, 20 Jahre danach, ebenfalls zum Todestag Goethes, nehme ich diese verschwommene Erinnerung zum Anlass für eine kleine germanistische Nabelschau.

Wir wussten damals noch nichts von der Eigendynamik, die unser germanistisches Unternehmen rumänien- und weltweit entwickeln sollte.

Ich erinnere bewusst an unsere damalige Unwissenheit. Denn nur dieses lässt das wahre Ausmaß der Veränderungen erkennen, welche die GGR in unserem Fach in den letzten 20 Jahren bewirkt hat. Heutzutage ist die GGR längst eine nicht mehr wegzudenkende Selbstverständlichkeit. Vielmehr: Sie ist die zentrale Drehscheibe der neuen rumänischen Germanistik. Und ich meine damit nicht nur die Zeitschrift der Germanisten Rumäniens oder die transcarpathica oder die Buchreihe „GGR-Beiträge zur Germanistik“ und schon gar nicht nur die großen internationalen, von der GGR veranstalteten Kongresse.

Nein, ich meine damit die schiere Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit der beruflichen Kommunikation. Denn der wahre Wert und die wahre Bedeutung der GGR ist im Geist ihrer Mitglieder zu erkennen. Die GGR hat Hermannstadt an Bukarest und Temeswar an Jassy nähergebracht. Wir kennen uns nicht wie einst, bloß vom Hörensagen, bestenfalls aus den schwer zugänglichen Publikationen in den Annalen der einzelnen Universitäten, sondern wir erleben uns gegenseitig, unmittelbar und laufend auf Tagungen und in den verschiedenen Publikationsforen der Gesellschaft.

Ich nehme mit Stolz und Begeisterung die Äußerungen einiger Wiener Kollegen zur Kenntnis, welche die Entwicklung unserer Gesellschaft seit ihrer Gründung verfolgen: „Diese ZGR- und GGR-Beiträge werden ja immer besser und interessanter“, heißt es immer wieder in informellen Gesprächen. Dieses genuine fachliche Interesse an unseren Publikationen ist wohl das höchste Kompliment, das uns zuteil werden kann.

Unser europaweit ziemlich Bologna-geschädigtes Fach (eine Wahrheit, der wir noch nicht so richtig ins Auge sehen wollen) erfreut sich gerade in Rumänien, trotz schrumpfender Studierendenzahlen und undurchschaubar-unvorhersehbarer Sparpakete, einer Forschungsdynamik und wissenschaftlichen Entwicklung, die in der Auslandsgermanistik ihresgleichen sucht. Und das ist – mittlerweile wissen es auch die ehemaligen Vereinsskeptiker – größtenteils der GGR (www.ggr.ro) zu verdanken.

Ad multos annos!

ÆFachdienst Germanistik, 05/2010, S. 5:

u20 Jahre GGR

Nach Jahren des Verbots und der behördlichen Gängelung sowie dem Exodus rumäniendeutscher Fachleute hat die Germanistik in Rumänien 1990 einen landesweiten Fachverband gegründet, um zunächst einmal Maßnahmen zur Wiederbelebung der germanistischen Lehre und Forschung im Lande in die Wege zu leiten. Die "Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" (GGR) wurde soeben 20 Jahre alt (www.ggr.ro). 1992 wurde die "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" (ZGR) gegründet, und seit 1994 werden regelmäßig Fachkongresse und internationale Tagungen veranstaltet. Seit 2001 gibt die GGR in Zusammenarbeit mit dem DAAD auch transcarpathica heraus, das Germanistische Jahrbuch Rumänien (www.ggr.ro/jahrbuch.htm). Außerdem initiierte die Gesellschaft die Herausgabe der Buchreihe GGR-Beiträge zur Germanistik, in der bisher 24 Bände erschienen sind.

 

www.e-scoala.ro

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