Umschlag im pdf-Format

Zur Inhaltsübersicht

 

Iunia Martin:

Grenzerfahrung und Reterritorialisierung
Festschrift für Stefan Sienerth im Paideia Verlag erschienen

Eine Festschrift zum 60. Geburtstag von Hon.-Prof. Dr. Stefan Sienerth mit der Überschrift „Minderheitenliteraturen - Grenzerfahrung und Reterritorialisierung“ ist im Bukarester Paideia-Verlag erschienen. Die Herausgeber George Guţu (Bukarest), Ioana Crăciun (Bukarest) und Iulia Patrut (Trier) haben die wissenschaftlichen Beiträge, die dem Jubilar als „Freundesgaben“ angeboten werden, in die Minderheitenproblematik anvisierende Themenkomplexe wie „Interkultureller Meridian: Bukowina“, „Grenzenloser Wortreichtum: Siebenbürgen“, „Von der Peripherie zum Zentrum: Richard Wagner“, „Minderheit und Fremde“ und „Ein Blick über Grenzen“ eingeteilt. Ein sachlich-einfühlsames Porträt des Jubilars wird von Hon.-Prof. Dr. Peter Motzan (München) gezeichnet.

Zum Bezugsort „Bukowina“ erläutert Jürgen Lehmann (Nürnberg-Erlangen) Aspekte des Dialo- gischen anhand von Paul Celans Bremer Literaturpreisrede, Iulia Patrut zeigt europäische Asymmetrien in Celans Briefen auf, George Guţu liefert Hintergrundinformationen über Alfred Margul-Sperbers unveröffentlichte Bukowina-Anthologie „Die Buche“, Sissel Laegreid (Bergen) problematisiert die Ästhetik der Deterritorialisierung und Martin Hainz (Wien) stellt seine Überlegungen zum Begriff „Provinz“ am Beispiel von Czernowitz vor.

Die Beschäftigung mit siebenbürgischen Autoren reicht vom Vormärz, durch Horst Schuller (Hermannstadt/Sibiu), der Briefzeugnisse aus dem Nachlass von Josef Marlin vorstellt, bis zur Avantgarde, durch Grazziella Predoiu (Temeswar/Timişoara), die sich mit dem unkonventionellen Werk von Oskar Pastior befasst. Der Schriftsteller Hans Bergel (München) berichtet über seine frühen Begegnungen mit der rumänischen Literatur, Raluca Rãdulescu (Bukarest) beleuchtet das Phänomen der Interkulturalität in rumänischen, deutschsprachigen Erzählungen und Daniela Ionescu (Bukarest) stellt mit Dieter Schlesaks Roman „Capesius, der Auschwitzapotheker“ ein Kapitel rumäniendeutscher Vergangenheitsbewältigung vor.

Markus Fischer (Heidelberg), Roxana Nubert (Temeswar) und Ulrich van Loyen (München) beschäftigen sich mit dem Werk von Richard Wagner vom Gesichtpunkt der Ethnologie der Identität, des Großstadt-Bildes, bzw. des Abschieds von der postkommunistischen Moderne. Ioana Crãciun analysiert die Gestalt des Vaters in den Romanen von Aglaja Veteranyi und Cătălin Dorian Florescu.

Einen Blick über Grenzen werfen Andrei Corbea-Hoişie (Jassy/Iaşi), der sich mit dem Verhältnis der deutschsprachigen Literatur Rumäniens zur binnendeutschen Literatur befasst, Mira Miladinović Zalaznik (Ljubljana), die das Erfolgsrezept des slowenischen Journalisten und Bestsellerautors Igor Sentjurk zu entziffern versucht, und Sigurd Paul Scheichl (Innsbruck), der die Ortsgebundenheit von Werken Südtiroler Autoren in Frage stellt.

Dr. Stefan Sienerth wurde 1948 in Durles/Dârlos geboren, studierte Germanistik und Rumänistik an der Universität in Klausenburg/Cluj-Napoca und war als Hochschulassistent am Pädagogischen Institut in NeumarktTârgu Mures, als Dozent für Neuere deutsche Literatur an der Universität in Hermannstadt und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Sozial- und Geisteswissenschaften ebenfalls in Hermannstadt tätig.

1990 siedelte Stefan Sienerth in die Bundesrepublik Deutschland aus. Als Verfasser zahlreicher Publikationen, u.a . zur Geschichte der deutschen Regionalliteraturen Ostmittel- und Südosteuropas und zur siebenbürgisch-sächsischen Mundartlexikografie wurde Stefan Sienerth 2002 zum Honorarprofessor an die Universität Bukarest berufen und ist seit 2005 Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Guţu George, Crăciun Ioana, Patrut Iulia (Hrsg.) (2008): „Minderheitenliteraturen – Grenzerfahrung und Reterritorialisierung. Festschrift für Stefan Sienerth.“ GGR-Beiträge zur Germanistik 19. Paideia, Bucureşti/Bukarest. (336 Seiten)

[Quelle: http://www.adz.ro/kultur.htm#2]

G

 

www.e-scoala.ro

Imagine Romania!

Lernen Sie Deutsch - Kliken Sie hier