VIII. Kongress der Germanisten Rumäniens

Cluj/Klausenburg, 25.-28. Mai 2009


 - Comitetul / Das Komitee -

Str. Pitar Moş 7-13 / RO-010451 Bucureşti

Tel. + Fax.: 0040-21-252.59.72; Tel.: 0040-21-252.15.51; 0040-21-318.15.80 (int. 27)

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 - Das Organisationskomitee für den VIII. Kongress der Germanisten Rumäniens, Cluj/Klausenburg, 25.-28. Mai 2009 -

 

EXPOSÉ/Einladung

Sektion 3:

Zwanzig Jahre danach. Ein Rückblick: Rumäniendeutsche Literatur (1948–1989) im kommunistischen Einparteienstaat. Entstehungsgeschichtliche Rekonstruktion und rezeptionsästhetische Neudeutung (betreut vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas - IKGS an der Ludwig-Maximillians-Universität München, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages)

1. Rundschreiben (Dezember 2008)

Sehr geehrte/r ......

Auf dem VIII. Kongress der Germanisten Rumäniens betreut das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwigs-Maximilians-Universität München (IKGS) traditionsgemäß die Sektion 3 – diesmal in Zusammenarbeit mit dem Forschungs- und Exzellenzzentrum „Paul Celan“ des Instituts für Germanistik der Universität Bukarest, dem Stiftungslehrstuhl der Bundesrepublik Deutschland Deutsche Literatur im südöstlichen Mitteleuropa an der „Babeş-Bolyai“-Universität Klausenburg/Cluj-Napoca (Rumänien) und dem Lehrstuhl für Germanistik der „Babeş-Bolyai“-Universität Klausenburg. Rahmenthema:

Zwanzig Jahre danach. Ein Rückblick: Rumäniendeutsche Literatur (1948–1989) im kommunistischen Einparteienstaat.

Entstehungsgeschichtliche Rekonstruktion und rezeptionsästhetische Neudeutung

Das Interesse für die neuere rumäniendeutsche Literatur, die – seit etwa Mitte der 1980er Jahre – im deutschen Sprachraum eine erstaunliche Resonanz fand, konzentrierte sich vorrangig auf die Verlautbarungen einer als Gruppe wahrgenommener jüngerer Autoren, die, nunmehr befreit von Zensurzwängen, ihre unverwechselbaren und doch auch paradigmatischen Erfahrungen ausbreiteten und literarisch gestalteten. Zwar wurden auch ihre Ausgangsorte in den Blick genommen, doch rund vierzig Jahre rumäniendeutscher Literaturhistorie mit ihren Metamorphosen, Brüchen und Sprüngen blieben – aus heutiger Sicht – eher unterbelichtet, wenn man von einigen durchaus beachtenswerten Dissertationen über gattungsgeschichtliche Entwicklungen und Einzelautoren absieht. Tatsächlich trägt eine Beschäftigung mit dem ‚Gesamtkomplex’ rumäniendeutsche Literatur im kommunistischen Rumänien – rund zwanzig Jahre nach der ‚Wende’ – bereits heute Züge des Musealen. Andererseits bilden die multikulturellen Entstehungs- und Entfaltungsräume dieser staatlich subventionierten und von Kontrollinstanzen überwachten kleinen Minderheiten-, Insel- und Randliteratur ein ‚Exzerzierfeld’ für interdisziplinäre Analyseverfahren, für komparatistische und kultursoziologische Betrachtungsweisen.

Wir bitten daher diesmal um Beiträge, die sich mit der zwischen 1949 und 1989 in der Rumänischen Volksrepublik bzw. (seit 1965) in der Sozialistischen Republik Rumänien gedruckten, verbreiteten und rezipierten Texten ‚einheimischer’ zeitgenössischer deutschsprachiger Autoren, mit Aspekten des literarisch-kulturellen Lebens unter Diktatur und Zensur sowie mit den komplexen und komplizierten Zusammenhängen von Voluntarismus und Determinismus, von Zwängen und Freiräumen, von Vereinnahmung und Selbstbehauptung, Gängelung und Förderung, Verstrickung und Subversivität auseinandersetzen.

Diskussionsangebote:

– ‚Lebenswelten’, Arbeitsverhältnisse, Publikationsmöglichkeiten der Schriftsteller im kommunistischen Rumänien

– Tabula rasa. Auswirkungen und Folgen des verordneten Traditionsbruchs in den ersten Jahren der Rumänischen Volksrepublik

– Identifikation mit der egalitären Utopie? Zur Ideologieanfälligkeit rumäniendeutscher Autoren

– Zensur als Koproduzent und Widersacher. Strategien und Techniken der poetischen Camouflage.

Zur Ästhetik verdeckter, doppelbödiger Schreibweisen: Fallbeispiele.

– Einschüchterungs-, Ausgrenzungs- und Verfolgungsmaßnahmen

– Fünfzig Jahre seit dem Prozess der deutschen Schriftstellergruppe (Kronstadt/Braşov 1959)

– Ideologisch-ästhetische und Generationskonflikte in der rumäniendeutschen Literatur

– Ausmaß und Folgen der Überwachung, Unterwanderung, Anwerbung und Bedrohung durch den rumänischen Geheimdienst Securitate

– Anbefohlene Weggenossenschaft und ‚Harmonie’. Zur Eigendynamik der Beziehungen zwischen rumänischen, rumäniendeutschen und rumänienungarischen Autoren

– Auswirkungen der ‚inselsprachlichen’ Gegebenheiten auf die rumäniendeutschen literarischen Diskurse

– Der intertextuelle Dialog als Medium der Selbstvergewisserung und Realitätserkundung

– Die Zeitschrift Banater Schrifttum/Neue Literatur im historischen Wandel

– Kulturbeilagen der deutschsprachigen Tages- und Wochenzeitungen

– Die Verlagsproduktion in deutscher Sprache

– Inszenierungen von Schauspielen rumäniendeutscher Autoren

– Vergessene Autoren und Bücher

– Aus Archiven und Nachlässen

– Forschungsdefizite und -desiderata

Wir laden Sie herzlich ein, sich an dieser Tagung mit einem Referat zu beteiligen, dessen mündlicher Vortrag 25 Minuten keinesfalls überschreiten sollte. Die Reisekosten werden von dem IKGS übernommen.

Über Ihre Zusage würden wir uns sehr freuen! Wir bitten darum, uns Ihre Teilnahmebestätigung (mit genauer Angabe Ihrer Anschrift, „inklusive“: Tel., Fax und E-Mail) sowie den Titel des geplanten Beitrags spätestens bis zum 15.01.2009 entweder auf dem Postweg an folgenden Adresse oder als E-Mail-„Botschaft“ zu übermitteln:

Hon.-Prof. Dr. Peter Motzan

Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas

Halskestr. 15

D-81379 München

E-Mail: Peter.Motzan@ikgs.de

Ich werde dann Ihre Beitrags-Titel an die Hauptveranstalter, namentlich an Prof. Dr. George Guţu, den Vorsitzenden der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, „gesammelt“ weiterleiten. Sollten Sie verhindert sein, in der Sektion 3 ein Referat zu präsentieren, bitte ich desgleichen um kurzen Bescheid.

Weitere Informationen zum VIII. Kongress entnehmen Sie bitte der Homepage der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (http://www.ggr.ro/Cong_8.htm).

Die ReferentInnen, für die das IKGS die Reisekosten übernimmt, werden von mir namentlich eingeladen. Es ist davon auszugehen, dass sich auch weitere Interessenten mit Vorträgen bei den Hauptveranstaltern des Kongresses anmelden, die sich vom Thema her in Sektion 3 ‘integrieren’ lassen. Davon kann das Forschungsfeld Rumäniendeutsche Literatur (1948–1989) nur profitieren, doch kann das IKGS infolge begrenzter Haushaltsmittel für diese ReferentInnen die Reisekosten leider nicht übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Motzan


  

www.e-scoala.ro

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