UNIVERSITATEA BUCUREŞTI / UNIVERSITÄT BUKAREST

FACULTATEA DE LIMBI STRĂINE / FAKULTÄT FÜR FREMDSPRACHEN

 CATEDRA DE GERMANISTICĂ / INSTITUT FÜR GERMANISTIK

Str. Pitar Moş 7-13            RO-010451 Bucureşti    

Tel. 0040-21-318.15.79; 0040-21-252.15.51;

Tel.+Fax: 0040-21-252.59.72

E-mail: gutugeorge@yahoo.de

www.unibuc.ro/ro/catd_lscllg_ro

 

în colaborare cu / in Zusammenarbeit mit

 

 

 INSTITUT FÜR DEUTSCHE KULTUR UND GESCHICHTE SÜDOSTEUROPAS (IKGS) AN DER LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN

LEHRSTUHL FÜR SPRACHWISSENSCHAFT, LINGUISTISCHE KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENFORSCHUNG, KULTURWISSENSCHAFTLICHE FAKULTÄT DER EUROPA-UNIVERSITÄT VIADRINA FRANKFURT (ODER)

FACHBEREICH II GERMANISTIK DER UNIVERSITÄT TRIER

INSTITUTT FOR FREMMED SPRÅK - GERMANISTIK ved Det humanistiske fakultet DER UNIVERSITETET I BERGEN

[Siehe auch: http://www.fremmedsprak.uib.no/ost-west-begegnungen/index.htm]

Dipartimento di Studi Romanzi, FACOLTÁ DI SCIENZE UMANISTICHE DER UNIVERSITÄT "LA SAPIENZA" ROM

Dipartimento di civiltà classiche e moderne, Facoltá di LINGUE E LETTERATURE STRANIERE DER UNIVERSITÁ DELLA TUSCIA VITERBO

Departamento de Estudos Germanísticos, Instituto de Letras e Ciências Humanas DER UNIVERSIDADE DO MINHO BRAGA

DIPARTIMENTO DI STUDI LETTERARI E LINGUISTICI DELL'EUROPA UND DIPARTIMENTO DI STUDI COMPARATI, Facoltà di Lingue e Letterature Straniere, Università degli Studi di Napoli "l'Orientale"

 

Exzellenz- und Forschungszentrum "Paul Celan"

Centrul de Cercetare şi Excelenţă "Paul Celan"

 

+ CURS DE MASTERAT / MAGISTERLEHRGANG 2007-2009 :

Strategii comunicaţionale interculturale în regiunea plurietnică EUROPA (Prezentarea programului)

Interkulturelle Kommunikationsstrategien in der pluriethnischen Region EUROPA (Vorstellung des Programms)

 

 ↓  Zielsetzung, Themen für Hausarbeiten/Referate,

      bibliographische Hinweise (I. Semester 2007-2008)

Per Anklick gewünschte Lehrveranstaltung wählen:

+ Orientare în traducerea textului literar (Lekt. Dr. Horaţiu Decuble)

+ Cultură şi civilizaţie germanofonă (Lekt. Dd. Daniela Ionescu)

+ Limbă străină de profil (Assist. Dd. Carmen Cristache)

+ Varietăţi diastratice (Lekt. Dd. Hermine Ioana Fierbinţeanu)

+ Cultură şi civilizaţie germană din România (Lekt. Dr. Marianne Koch)

+ Interculturalitate în literatura de limba germană modernă (Doz. Dr. Karin-Iulia Patrut; Univ. Trier)

+ Bucovina - spaţiu de interculturalitate (Curs special) (Prof. Dr. George Guţu)

 

 

+ Orientare în traducerea textului literar (Einführung in die Theorie und Praxis literarischer Übersetzung; Vorlesung und Seminar) - Lekt. Dr.  Horaţiu Decuble

Zielsetzung: Vertiefung und Festigung der theoretischen Kenntnisse sowie Ausbau der praktischen Fähigkeiten der Kursteilnehmer im Bereich der literarischen Übersetzung; ihre Orientierung in der heutigen Arbeitswelt

Inhalt: Im theoretischen Teil der Lehrveranstaltung werden zunächst die Begriffe von Literatur und Literarizität eruiert, um die Aufgabe des Übersetzers im Einklang mit den verschiedensten Auffassungen des literarischen Textes definieren zu können – als Kunst/Techne; Hermeneutik; Kulturmittlung usw. Dabei wird die spezifische Problematik hervorgehoben, die bei den meisten Theoretikern rekurrent ist: der Kunstgriff der Mittlersprache (mit konkretem Hinweis auf Französisch und Englisch); die Frage nach dem Wohin des Übersetzens und die Texte-à-texte-Übersetzung als Identifizierung eines Architextes; die Varianz-Phänomene als innerliterarische Imponderabilien (Diachronie und Diatopie des literarischen Stoffs); die Übersetzung als interkultureller Tausch; der Übersetzer als eminenter Leser usw.    

Im angewandten Teil der Veranstaltung werden ausgehend von veröffentlichten rumänischen Übersetzungen aus Meisterwerken der deutschen Literatur spezifische (Wortschatz-, Syntax-, Wortstel-lungs-) Probleme angegangen, um typische Tücken und Fallen des literarischen Übersetzens ausmachen zu können. Anschließend werden die Teilnehmer ins Arbeitsgebiet der Literaturübersetzung eingeführt, wobei das deutsche und das rumänische Verlagswesen sowie die heutigen Karriere-Opportunitäten vorgestellt werden.

 

Vorschläge für Referate / Hausarbeiten:

  • “Sprachenmittlung und Sprachvermittlung” - J. R. Ladmiral und die Übersetzung als interkulturelle Komunikation

  • Literaturübersetzung positivistisch beurteilen (Jiri Levi)

  • Das Fatum des Übersetzens und die Nostalgie der Ursprache (G. Steiner)

  • Übersetzungstheoretische Überlegungen ausgehend von der Bibelübersetzung (Hieronymus, Augustinus, Luther)

  • Übersetzung als emanzipatorisches Kulturprogramm (A. Berman)

  • Übersetzung als Leistung der Hermeneutik (insbesondere F. Schleiermacher und H-G. Gadamer)

  • W. Benjamins “Aufgabe des Übersetzers” (der Übersetzer zwischen “Mimesis” und “Eingedenken”)

  • E. Coseriu und die Voraussetzungen der deliberativen Übersetzungsmethode

  • Auf der Spur des Architextes (G. Genette, N. Frye)

  • Der Übersetzer als impliziter… und eminenter Leser (R. Ingarden, W. Iser, H.-R. Jauß)

  • Sprachliche Leistung und Übersetzung des Unterbewussten (S. Freud, J. Lacan)

  • Kognition und Übersetzen (W. Wilss)

  • Rumänische Faust-Fassungen, konstrativ gelesen (Blaga, Doinaş, Nemeş)

  • Begriffsbildung in den rumänischen Heidegger-Übersetzungen

Literatur zur Übersetzungstheorie:

  • J. Albrecht, Literarische Übersetzung. Geschichte, Theorie, kulturelle Wirkung, Darmstadt 1998.

  • F. Apel/A. Kopetzki, Literarische Übersetzung, (=Sammlung Metzler, Bd. 206), Stuttgart/Weimar 2003.

  • A. Berman, L’épreuve de l´étranger. Culture et traduction dans l’Allemagne romantique, Gallimard, Paris 1984 (oder: ders., The Experience of the Foreign. Culture and Translation in Romantic Germany, State University of New York, Albany, 1992)

  • E. Coseriu, Falsche und richtige Fragestellungen in der Übersetzungstheorie, in: W. Wilss (Hg.), Übersetzungswissenschaft, (=Wege der Forschung 535), Darmstadt 1981, S. 27-47.

  • G. Genette, Einführung in den Architext, Stuttgart 1990.

  • N. Greiner, Übersetzung und Literaturwissenschaft, (=Grundlagen der Übersetzungsforschung, Bd. 1), Tübingen 2004.

  • J.-R. Ladmiral, E. M. Lipiansky, Interkulturelle Kommunikation. Zur Dynamik mehrsprachiger Gruppen, Frankfurt a. M. 2000. (=Europäische Bibliothek interkultureller Studien 5)

  • J.-R. Ladmiral, Übersetzung und interkulturelle Kommunikation, Frankfurt a. Main 1998 (=Europäische Bibliothek interkultureller Studien 2)

  • J. Levý, Die literarische Übersetzung. Theorie einer Kunstgattung, Frankfurt a. Main 1969.

  • J. Levý, Übersetzung als Entscheidungsprozess, übers. von W. Wilss, in: W. Wilss (Hg.), Übersetzungswissenschaft, (=Wege der Forschung 535), Darmstadt 1981, S. 219-235.

  • C. L. H. Nibbrig (Hg.): Übersetzen: Walter Benjamin. Frankfurt a. M. 2001 (=edition suhrkamp 2041).

  • K. Reichert, Die unendliche Aufgabe. Zum Übersetzen, München/Wien 2003.

  • F. Schleiermacher, Methoden des Übersetzens (nach einem Vortrag gehalten am 24.6. 1813 in der Königlichen Akademie der Wissenschaften Berlin), in: H. J. Störig (Hg.), Das Problem des Übersetzens, (=Wege der Forschung Bd. VIII), Darmstadt 1963, S. 38-70.

  • G. Steiner, Nach Babel. Aspekte der Sprache und des Übersetzens, Frankfurt a. M. 2004 oder: Ders., După Babel. Aspecte ale limbii şi traducerii, Bucureşti 1993.

  • W. Wilss, Übersetzungswissenschaft, (=Wege der Forschung 535), Darmstadt 1981.

  • Internetbeiträge (untenstehende Adressen anklicken!):

http://www.rainer-kohlmayer.de/downloads/files/was_dasteht.pdf

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4046&ausgabe=200109

http://www.lrz-muenchen.de/~komparatistik_donat/psuebersetzung/palme%20-%20wagner%20levy.html

+ Cultură şi civilizaţie germanofonă (Landeskunde deutschsprachiger Länder; Vorlesung und Seminar): Lekt. Dd. Daniela Ionescu

Zielsetzung:

Ziel der Veranstaltung ist es eine deutsche und europäische Landeskunde zu skizzieren, abgestimmt auf die berufsorientierten Bedürfnisse der Studierenden.

Bewertung: Referat und Take-Home-Exam, Beteiligung bei der Abschlussdiskussion

Beschreibung:

Eine fortlaufende Diskussion der Experten betrifft die Erweiterung des Begriffes Landeskunde auf den europäischen Raum, unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachraums. Angesichts der Aktualität der europäischen Problematik für das junge Mitglied Rumänien und der Ausrichtung des Masterstudienganges, setzt die Veranstaltung beim Begriff Europa an und bietet zuerst eine Vermittlung des Grundwissens zur EU: Grundsätze, 3 Säulen, Funktionen der Institutionen und eine Reflexion, was EU für Rumänien bedeutet. Ein weiterer Schritt führt zum Thema europäische Bewusstseinsbildung: Werte und Kultur im Sinne der modernen Kulturwissenschaften. Begriffe wie Multikulturalität, Mehrsprachigkeit, interkulturelle Kommunikation werden dabei eine tragende Rolle spielen.

In einer dritten Phase der theoretischen Auseinandersetzung mit der Problematik geht es um die Idee Europas in der jüngsten deutschen Geistesgeschichte.

Aufgrund dieser Vorüberlegungen werden dann von den Studierenden kurze Impulsreferate zu Themen der Alltagskultur vorbereitet. Hierbei sollen Debatten, die in den deutschen Medien im vergangenen Jahr eine wichtige Rolle gespielt haben, als Diskussionsgrundlage dienen, für eine inhaltliche Auseinandersetzung in einem gemeinsamen Auswertungstreffen.

Mögliche Themen für die Kurzreferate (es werden jeweils 2 Referate zu jedem Thema gehalten/eingereicht):

  • Die neue Bürgerlichkeit - eine Realität oder Mythos?

  • Wie gegenwärtig ist der Deutsche Herbst heute?

  • Ost-West Beziehungen.

  • Bildungsnotstand in Deutschland.

(Die Liste ist offen. Themen, die den eigenen Interessen und den oben genannten Voraussetzungen entsprechen, können nach Rücksprache auch behandelt werden.)

Bibliographie:

  • Assmann, Aleida: Einführung in die Kulturwissenschaft: Grundbegriffe, Themen, Fragestellungen. Berlin: Erich Schmidt, 2006, 248 S.

  • Dies.: Erinnerungsräume: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. München: Beck, 2006, 424 S.

  • Fritzler, Marc/ Günther Unser: Die Europäische Union. Bonn, BpB, 2001, 176 S.

  • Joas, Hans/ Klaus Wiegandt (Hrsg.): Die kulturellen Werte Europas. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verl., 2005, 255 S.

  • Kirchmeyer, Susanne: Blick auf Deutschland: erlesene Landeskunde. Stuttgart: Klett, 2000, 151 S.

  • Maletzke, Gerhard: Interkulturelle Kommunikation: zur Interaktion zwischen Menschen verschiedener Kulturen.. Opladen: Westdt. Verl., 1996, 226 S.

  • Padrós, Alicia / Biechele, Markus: Didaktik der Landeskunde. (Fernstudienprojekt zur Fort- und Weiterbildung im Bereich Germanistik und Deutsch als Fremdsprache - Teilbereich Deutsch als Fremdsprache; Fernstudieneinheit 31) Berlin [u.a.]: Langenscheidt, 2003, 159 S.

  • Stamer, Gerhard: Das Leiden an Europa. Europa im Blick deutscher Denker. Münster: Lit, 2005, 151 S.

+ Limbă străină de profil (Fremdsprachenkompetenz und interkulturelle Kompetenz; Seminar): Asist. Dd. Carmen Cristache

Zielsetzung: Ziel der Veranstaltung ist die Vertiefung und Festigung der Fremdsprachenkompetenz der Studierenden einerseits und ihre Sensibilisierung für die interkulturelle Kompetenz andererseits mit dem Zweck, mögliche Lösungswege aufzuzeigen, um unterschiedliche interkulturell bedingte Konfliktsituationen des Alltags erfolgreich zu managen

Bewertung: Kurzreferate, aktive Beteiligung im Seminar, Hausarbeiten

Beschreibung:

Eine der großen Herausforderungen unserer Zeit besteht in der erfolgreichen Kommunikation, wenn Kulturen aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten aufeinander stoßen. Zwei parallel laufende Prozesse unserer Zeit führen u.a. dazu, dass der Umgang mit Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, die andere Wertvorstellungen und Verhaltensweisen haben, Teil unseres Alltags geworden ist: Zum einen handelt es sich um die Globalisierung, zum anderen um die Erweiterung der Europäischen Union. Im Zuge zunehmender Europäisierung und Globalisierung der Wirtschaft, durch Ein- und Auswanderungen und einen weit verbreiteten Tourismus sind wir viel stärker als früher mit anderen Kulturen und fremden Umgangsformen konfrontiert. Diese Herausforderung soll im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

Zum einen sollen die Studenten durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Texten und Textsorten für den interkulturellen Kontext und die Problematiken, die er mit sich bringt, sensibilisiert werden. Durch Diskussionen (das Sprechen Über) und Debatten soll ein Schritt in Richtung Erwerb interkultureller Kompetenz gewagt werden. Parallel steht der Fokus auch auf die Fremdsprachenkompetenz, auf die Bereiche des Wissens (Wortschatz, Grammatik, Intonation, Orthographie) und Könnens (Hör-, Leseverstehen, schriftliche und mündliche kommunikative Kompetenz).

Zum anderen soll erfolgreiche interkulturelle Kommunikation im Mittelpunkt stehen. Das setzt Wissen voraus: Was heißt Kultur? Welche Dimensionen der Kultur gibt es? Was heißt interkulturelle Kommunikation? Was ist dabei zu beachten? Und schließlich: wie lassen sich interkulturelle Missverständnisse meistern? Anhand von so genannten Szenarien und durch die Methode des Rollenspiels sollen Gründe für misslungene Kommunikationssituationen festgestellt und Strategien erarbeitet werden, um sprachliche und interkulturelle Defizite aufzubrechen und zu überwinden.

Mögliche Themen für die Kurzreferate:

  • Was heißt Kultur?
  • Welche Dimensionen der Kultur gibt es?
  • Was ist interkulturelle Kompetenz? Welche Hindernisse sind zu überwinden?
  • Was heißt interkulturelle Kommunikation?

(Die Liste ist offen. Themen, die den eigenen Interessen und den oben genannten Voraussetzungen entsprechen, können nach Rücksprache auch behandelt werden.)

Bibliographie:

  • Bickes, C. (1988): Konversationsunterricht und interkulturelle Kommunikation. In: Neuner, G. (Hrsg.): Kulturelle Kontraste im DaF-Unterricht. Stuttgart: Metzler, 205-216

  • Beniers, C. (2006): Managerwissen kompakt: Interkulturelle Kommunikation. München, Wien: Carl Hanser

  • Bremer, K./Roberts, C. u.a. (1996): Achieving Understanding in Intercultural Encounters. London, New York: Longman

  • Clyne, M. (1994): Intercultural Communication at Work. Cultural Values in Discourse. Cambridge: Cambridge University Press

  • Hofstede, G./Hofstede, G.J. (2005): Cultures and Organizations: Software of the Mind, Revised and expanded 2nd edition. New York: McGraw-Hill.

  • Dies. (2006): Lokales Denken, globales Handeln. Interkulturelle Zusammenarbeit und globales Management. 3., vollständig überarbeitete Auflage, München: Deutscher Taschenbuchverlag

  • Kumbier, D./Schulz von Thun, F. (Hrsg.) (2006): Interkulturelle Kommunikation: Methoden, Modelle, Beispiele. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

  • Lodewick, K. (2003): DSH & Studienvorbereitung. Vorbereitung auf ein Studium an einer deutschsprachigen Universität. Text- und Übungsbuch. 3. erweiterte Auflage, Fabouda-Verlag, Göttingen

  • Ders. (2004): Gegensätze Neu. Textbuch. Fabouda-Verlag, Göttingen

  • Ders. (2004): Gegensätze Neu. Kursbuch. Fabouda-Verlag, Göttingen

  • Markus., W. (2006): Mit Chinesen arbeiten. Training und Führung von Mitarbeitern in China. Zürich: Orel Füssli

  • Sergey., F. (2003): Internationales Business. Präsentieren, Verhandeln, Business English. München: Rudolf Haufe

  • Schulz von Thun, F. (2005a): Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

  • Ders. (2005b): Miteinander reden 3. Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

  • Trompenaars, F. (1993): Riding the Waves of Culture: Understanding Cultural Diversity in Business. London: Economist Books

  • Willkop, E.-V./ Wiemer, C. u.a. (2003): Auf neuen Wegen. Deutsch als Fremdsprache für die Mittelstufe und Oberstufe. Hueber Verlag, Ismaning

  • Dies. (2004): Auf neuen Wegen. Deutsch als Fremdsprache für die Mittelstufe und Oberstufe. Unterrichtsbegleitung. Hueber Verlag, Ismaning. Dazu Tests und eine CD

  • http://www.ikud.de/

  • www.icunet.ag

  • www.vdivde-it.de/ciwes/pdf

+ Varietăţi diastratice (Diastratische Varietäten; Lekt. Dd.

Ioana Hermine Fierbinţeanu)

Zielsetzung der Veranstaltung ist die Herausarbeitung der Vielfalt des sprachlichen Ausdrucks, die innerhalb der gleichen sprachlichen Gemeinschaft aufgrund der diastratischen und funktional-situativen Eigenschaften auftreten kann.

Inhalt:

Eine natürliche Sprache stellt kein homogenes System dar, sondern ist gekennzeichnet durch eine umfangreiche Variabilität. Sie weist innere Differenzierungen auf,  also verschiedenartige Realisierungsmöglichkeiten. Die Sprecher einer Sprache sind keine homogene Gemeinschaft, sondern sind als Individuen zu betrachten, die unterschiedlichen Makro- und Mikrogruppen angehören, unterschiedliche Anteile der Sprache beherrschen und diese unterschiedlich einsetzen. Es wird also nicht von allen und überall gleich gesprochen. Die Sprache erscheint in unterschiedlichen 'Teilsprachen und Sprechweisen. Die sprachlichen Differenzierungen, ihre Ursachen und Wandlungen werden wesentlich von extralinguistischen Faktoren bestimmt. Sie sind Ausdruck sozialer Bedingungen, spiegeln jedoch soziale oder situative Bedingungen nicht unmittelbar wider; sie modellieren bestimmte Bedingungen der Kommunikation. Vor allem den unterschiedlichen sozialen und situativen Kommunikationsbedürfnissen und Interessen entsprechend bilden sich sprachliche Differenzierungen aus und werden regelhaft verwendet. Dieser Problemkreis, der als wesentlicher Gegenstand der Soziolinguistik angesehen wird, nimmt einen wichtigen Platz im Verhältnis `Sprache und Gesellschaft' ein. Vertiefte empirische Kenntnisse sowie die theoretische Durchdringung sind von Bedeutung für weite Bereiche der Sprachwissenschaft und der Praxis. Es ist daher nicht erstaunlich, daß in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen dazu durchgeführt wurden.

Die innere Differenzierung der Sprache, vor allem in Dialekt, Standard und Umgangssprache1, sowie der Zusammenhang mit regionaler Verbreitung und der Verteilung auf soziale Gruppen wurde von Linguisten schon früh erkannt und im deutschsprachigen Gebiet bereits im 19. Jahrhundert behandelt. Einige Linguisten stellten schon im 19. Jahrhundert auch innere Differenzierungen bei Dialekten und Umgangssprachen sowie deren sozial und situativ bestimmte unterschiedliche Verwendung fest. Die Studierenden werden sich eine Varietät auswählen und kontrastiv deutsch-rumänisch mündlich präsentieren.

Vorschläge für Referate:

  • Idiolektale Varietäten: der Personalstil des Philosophen Heidegger, Goethes Altersstil, Luther-Deutsch, der „dunkle Stil“ Wolframs von Eschenbach.

  • Lokale Varietäten: die Mundart von Oberammergau, das Wienerische, die Prager Kanzleischreibe des 14./15. Jh.

  • Regionale Varietäten (landschaftliche Umgangssprachen, Koine-Dialekte): Rheinisch, Kärntnisch, Obersächsisch, „Meißnisches Deutsch“ (16./17.Jh.).

  • Staatliche Varietäten (im Sinne von „staatsnational“, nicht „kulturnational“): Österreichisches Deutsch, Schweizer-deutsch; dagegen nicht mehr als Varietät des Deutschen einzustufen: Letzebuergesch in Luxemburg als eigene Sprache.

  • Politische Varietäten (Politolekte): z.B. regierungsamtlicher Verlautbarungsstil, Alternativjargon der Grünen, Nazideutsch, Sprache der Arbeiterbewegung. Meist handelt es sich bei politischen Varietäten nicht um geschlossene Systeme, sondern um eine Reihe von Schibboleths (Kennwörtern) und Wortverwendungen, an denen man die politische Ideologie oder Gruppenzugehörigkeit sprachsymptomatisch erkennt, z.B. in den 60-er Jahren die umstrittene westdeutsche Variation Sowjetzone/Ostzone/Zone.

  • Soziolektale Varietäten (Soziolekte): z.B. Bundeswehrjargon, Gastarbeiterdeutsch, Theaterjargon, Preußischer Leutnantston, Waidmannsdeutsch, Höfisches Mittelhochdeutsch; meist nicht geschlossene Systeme, sondern begrenzte Mengen auffälliger gruppentypischer Varianten.

  • Funktionale/situative Varietäten (Funktionalstile, Funktiolekte, Situalekte, Situationsregister, Rollenregister, Fachsprachen): z.B. Plauderton, Schmeichelton, Wahlredestil, Predigtstil, Kasernenhofton, Gouvernantenton, Börsenjargon, Informatik-Terminologie; oft Überschneidung mit Soziolekten (z.B. linker Soziologenjargon). Funktionale Varietäten sind in vielen Fällen als spezielle Textsortenstile konventionalisiert: z.B. Nachrichtenstil, Feuilletonstil, Festredestil, Flugblattstil, Protokollstil, Geschäftsbriefstil, Telegrammstil, Urkundenstil usw.

Bibliographie:

  • Althaus, H. P. / Wiegand, H. E. (1980) (Hrsg.): Lexikon der germanistischen Linguistik, Tübingen.

  • Bartsch, R. (1985): Sprachnormen, Theorie und Praxis, Tübingen.

  • Bölke, K. (1995): „Männer und Frauen sind gleichberechtigt”. Schlüsselwörter in der frauenpolitischen Diskussion seit der Nachkriegszeit. In: Stötzel, G. / Wengeler, M. (1995): 447-516.

  • Braun, P. (1993): Tendenzen in der deutschen Gegenwartssprache. Sprachvarietäten. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz.

  • Löffler, H. (2005) Germanistische Soziolinguistik, 3., überarb. Auflage Berlin: Erich Schmidt Verlag.

  • Stötzel, G./Wengeler, M. (1995) (Hrsg.): Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin, New York

+ Cultură şi civilizaţie germană din România (Landeskunde; Kultur- und Zivilisationsgeschichte der Deutschen Minderheit in Rumänien; Lekt. Dr. Marianne Koch)

 

Zielsetzung: Diese Lehrveranstaltung soll eine Antwort auf die sehr aktuelle Frage/ Problemstellung bieten: „Wie kann ein friedliches Neben- und Miteinander zwischen Menschen verschiedener Kulturen in einem Staat und in ganz Europa gestaltet werden?”

Wie das möglich sein kann, soll am Beispiel des historischen Werdegangs der deutschen Minderheit in Rumänien gezeigt werden.

Im Mittelpunkt steht eine intensive Beschäftigung/Auseinandersetzung mit historischen, sozialen, kulturellen und zivilisatorischen Aspekten dieser Minderheit, die auf dem Gebiete des heutigen Rumäniens auf eine über 800 jährige Geschichte zurückblicken kann.

Ihre besonderen Leistungen, ihr reiches Kulturerbe und ihr Zusammenleben mit Rumänen und anderen Minderheiten sowie ihre gegenseitige Beeinflussung sollen analysiert und reflektiert werden und gleichzeitig zum Nachdenken über eigenkulturelle Prägungen und Identitäten anregen.

Thematik  (Vorschläge für Referate / Hausarbeiten:

  • Interkulturelle Begegnungen: Mehrheiten und Minderheiten früher und heute

  • Herkunft und Ansiedlung der deutschen Bevölkerung in Rumänien. (Sachsen, Schwaben, Zipser, Bukowina Deutsche)

  • Handwerk –goldener Boden-

  • Aus dem bäuerlichen Lebenskreis

  • Aus dem städtischen Lebenskreis

  • Alte Mauern und Türme

  • Alltag: - Ehe und Familie; Kleidung; Küche und Keller;

  • Der strafende Arm der Obrigkeit

  • Sozialschichtung und Verwaltung in Siebenbürgen/

  • Wirtschaftliche und soziale Aspekte

  • Hervorragende Persönlichkeiten

  • Presse, Theater, Literatur und Kunst

  • Sitten, Bräuche und Festlichkeiten

  • Das deutsche Schulwesen in Rumänien

  • Grundzüge des Rumänienbildes im deutschen Sprachraum von späten 18. bis zum früher 20. Jahrhundert.

  • Deutsche Minderheit heute; Exodus und Abschied.

Bibliographische Hinweise:

  • "Rumänisch-deutsche Interferenzen“ aus der Reihe „Studia Romanica 62“, Akten des Bukarester Kolloquiums über Literatur und Geistesbeziehungen zwischen Rumänien und dem deutschen Sprachraum vom 13.-15 Oktober 1983, Heidelberg 1986, Carl Winter, Universitätsverlag

  • „Süddeutsche Vierteljahresblätter“, Verlag Süddeutsches Kulturwerk

  • Barcan, Monika/Millitz, Adalbert (1977) „Die deutsche Nationalität in Rumänien“, Kriterion Verlag Bukarest

  • Bischof, Monika/Kessling, Viola/Krechel, Rüdiger (1999) „Landeskunde und Literaturdidaktik“, Langenscheidt, Berlin

  • Daicoviciu, C./Pascu, St. u.a. (1960) „Din istoria Transilvaniei“, Editura Academiei Republicii Populare Române

  • "Wie Deutsch zur Sprache der Grabsteine wird …“, Köln, Wien, Böhlau

  • Die Literatur der Siebenbürger Sachsen in den Jahren 1849-1918. Beiträge zur Geschichte der rumäniendeutschen Dichtung, Kriterion Verlag Bukarest

  • Festschrift der Buchdruckerei Johann Götts Sohn“ von Hermann Tontsch,

  • Göllner, Carl (1969) „Anno dazumal“, Jugendverlag Bukarest

  • Greffner, Otto (1996) „Das Banat und die Banater Schwaben“, Weil am Rhein - Kronstadt/Brasov/Rumänien

  • Liebhardt, Franz (Hrsg.) (1983) „Geschichten aus der Geschichte“, Politischer Verlag, Bukarest

  • Mendrea, Dinu/Mendrea, Radu (2007) „Brukenthal“, Humanitas, Bucuresti

  • Müller, Friedrich (1986) „Deutsche Sprachdenkmäler aus Siebenbürgen“, Kriterion Verlag Bukarest

  • Nägler, Thomas (1992) „Die Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen“, Kriterion Verlag Bukarest

  • Schuller, Günther (1933) „ Die Honteruspresse in 400 Jahren.

  • Wittstock, Joachim / Göllner, Carl (Hrsg.) (1979)

  • Wittstock, Joachim / Sienerth, Stefan (Hrsg.) (1992) „Die rumäniendeutsche Literatur in den Jahren 1918-1944. Beiträge zur Geschichte der rumäniendeutschen Dichtung!, Kriterion Verlag Bukarest

  • Wolf, Oschlies (1988)  „Rumäniendeutsches Schicksal 1918-1988. Wo

  • Wollmann, Volker (1983) „Briefe zur Geschichte der Siebenbürger Alterskunde“, Kriterion Verlag Bukarest

  • Gündisch, Konrad (1998): Siebenbürgen und die Siebenbürger Sachsen. München.

  • König, Walter, (Hg.), 1996: Beiträge zur siebenbürgischen Schulgeschichte. Köln, Weimar, Wien.

  • Internetquellen:

http://www.siebenbuergersachsen.de/geschichte/morgen.htm#burg

http://www.siebenbuerger-sachsen-bw.de/buch/sachsen/16.htm

http://www.siebenbuerger-sachsen-bw.de/buch/sachsen/10.htm

http://www.siebenbuerger.de/sbz/landundleute/siebenbuergen.html

http://www.siebenbuerger.de/sbz/landundleute/kirchenburgen_

wehrkirchen_siebenbuergen.html

      http://www.siebenbuerger.de/sbz/landundleute/kirchenburgen_

+ Interculturalitate în literatura de limba germană modernă (Interkulturalität in der neueren deutschsprachigen Literatur; Doz. Dr. Iulia-Karin Patrut - Universitatea din Trier)

I. Teil - im I. Semester (WS 2007-2008)

II. Teil - im III. Semester (WS 2008-2009)

UNIVERSITÄT TRIER

Schwerpunkte:

  • Besonderheiten des deutschen bzw. südosteuropäischen Raums;
  • Literarische Darstellung von Juden und ‚Zigeunern’ als innergesellschaftlichen Fremden im untersuchten Raum

 

Termin: 4. und 5. Januar 2008

Zielsetzung: Die Vorlesung widmet sich der Frage, wie literarische Texte bereits lange Zeit vor der aktuellen Theoriebildung zu dem Begriff ‚Interkulturalität’ die Begegnung mit ‚Fremden’ und mit unvertrauten kulturellen Ordnungssystemen reflektieren. Dabei soll die Literatur Südosteuropas nicht isoliert von der restlichen deutschsprachigen Literatur behandelt werden; vielmehr soll die parallele Untersuchung von Texten des heutigen bundesdeutschen ‚Kanons’ und von Werken aus dem Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie (Prag, Galizien, Banat, Bukowina) es ermöglichen, die jeweiligen Besonderheiten in der Darstellung interkultureller Begegnungen zu analysieren. Ein zentraler Unterschied besteht darin, dass die Gebiete der österreichisch-ungarischen Monarchie im Gegensatz zum heutigen Deutschland pluriethnisch geprägt waren. Einen gemeinsamen Nenner bilden jedoch Juden und ‚Zigeuner’, zwei Gruppen, die überall in Europa ‚Fremde im eigenen Land’ waren. Zum einen werden beide Gruppen als ‚fremde Figuren’ und ‚Figuren des Fremden’ in literarischen Texten untersucht; zum anderen werden anhand von Werken Heines, Kafkas und Celans auch Perspektiven in den Blick genommen, in die (auf jeweils unterschiedliche Weise) ein ‚jüdischer’ Erfahrungshintergrund eingeflossen ist.

Die Frage der Perspektive stellt sich auch für die deutschsprachigen Texte der pluriethnischen Regionen Südosteuropas insgesamt, zumal sie sich selbst als Literaturen ‚von den Rändern’ auffassten, die dem ‚Zentrum’ – symbolisch in Metropolen wie Wien, Berlin oder München verortet – zunächst einmal ‚fremd’ waren (und dies nicht zuletzt aufgrund der interkulturellen Erfahrungen, die sie geprägt haben).

Welche unterschiedlichen Prozesse der Konstruktion und Festschreibung von ‚Fremdheit’ im kollektiven Bewusstsein von Mehrheitsgesellschaften reflektieren und kommentieren also deutschsprachige literarische Texte aus Mittel- und Südosteuropa?

Dieser Problematik wird anhand einer Auswahl deutschsprachiger literarischer Texte ab 1800 nachgegangen, wobei auch zentrale Werke der wichtigsten literarischen Strömungen diskutiert werden. Die ‚Fremden’, um die es in diesen Texten geht, sind je nach Zeit und auch nach den Spezifika der Muster literarischer Repräsentation sehr unterschiedlich: Sie reichen von mythischen Gestalten bis zu Mitgliedern der türkischen Minderheit in Deutschland. Um Unterschiede, aber auch Parallelen und Anknüpfungspunkte zwischen dem Raum Deutschlands und jenem Südosteuropas zu diskutieren, werden auch auf den ersten Blick ‚spezifisch deutsche’ Interkulturalitäts-Probleme behandelt, wie etwa das Gegenbild ‚Frankreich’ während der deutschen Selbstkonstruktion als Nation, die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus (wobei ein von kolonialen Mustern geprägtes Blickregime auf ‚den Balkan’ zu diskutieren wäre) sowie die aktuelle ‚Migrationsliteratur’ in der Bundesrepublik, die es von gegenwärtigen Texten deutschsprachiger Autoren osteuropäischer Herkunft abzugrenzen gilt.

Die Vorlesung bietet also einen systematischen (naturgemäß nicht auf Vollständigkeit angelegten) Überblick der Darstellung von ‚Fremden’ und der Auseinandersetzung mit ‚Fremdem’ in der deutschsprachigen Literatur, wobei historische Spezifika der deutschen bzw. österreichisch-ungarisch/rumänisch/pluriethnisch geprägten Räume herausgestellt werden. Theoretische Akzente werden mit der erhöhten Aufmerksamkeit für die beweglichen und graduell zu bestimmenden Prozesse der Inklusion/Exklusion sowie mit der Frage nach Blickregime und Machtasymmetrien gesetzt.

I. Juden und ‚Zigeuner’

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Repräsentation so genannter ‚innergesellschaftlicher Fremder’, der Juden und ‚Zigeunern’. Anders als beispielsweise in Spanien oder Großbritannien (beides Staaten, deren Kolonialreiche über Jahrhunderte fortbestanden), kommt in Deutschland der ‚Kolonialliteratur’ im engeren Sinne eine verhältnismäßig geringe Rolle zu. Umso intensiver und konstanter ist dafür aber die Auseinandersetzung mit ‚innergesellschaftlichen Fremden’ – Juden und ‚Zigeunern’. Bereits Johann Gottfried Herder bestimmt in seinen Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit diese beiden „Fremden Völker in Europa“ als einzige Fremde zum dauerhaften Verbleib auf dem Kontinent. Die beiden Gruppen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – so etwa verkörperten sie in der Wissensproduktion des 19. Jahrhunderts geradezu idealtypisch den Gegensatz zwischen Oralität und Schriftkultur. Zugleich erfüllten sie aber eine ähnliche Funktion für die deutsche Mehrheitsgesellschaft: Sie dienten als die beiden zentralen Projektionsflächen, die das kollektive Selbstverständnis der Mehrheit hin zur ‚Über-Zivilisation’ bzw. hin zur ‚Natur’ abgrenzten.

An die Texte, die in diesem Zusammenhang besprochen werden, richten sich u.a. folgende Fragen:

- Gibt es Besonderheiten in der jeweiligen Art der literarischen Repräsentation von Juden bzw. ‚Zigeunern’? (Z.B. hinsichtlich der Darstellung als Handlungsträger oder Nebengestalten, als Identifikations- oder Gegenfiguren, als Individuen oder Typen)

- Lassen sich über die Epochen hinweg konstant bleibende Funktionen beider Gruppen für die Selbstkonstruktion der deutschen Mehrheitsgesellschaften ausmachen?

- Gibt es Unterschiede zwischen dem heutigen Raum Deutschlands, wo es außer Juden und ‚Zigeunern’ kaum ethnische Minderheiten gab, und dem multikulturell geprägten Raum der österreichisch-ungarischen Monarchie (z.B. Galizien)?

Autoren und Werke:

  • Aufklärung: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise
  • Romantik: Clemens Brentano: Die mehreren Wehmüller und ungarischen Nationalgesichter
  • Realismus: Wilhelm Raabe: Holunderblüte; Frau Salome; Die Kinder von Finkenrode
  • Realismus/Literatur aus der österreichisch-ungarischen Monarchie: Galizien: 1) Karl-Emil Franzos: Der Shylock von Barnow; Der Pojaz; 2) Leopold von Sacher-Masoch: Der Judenraphael
  • Klassische Moderne/Prag: Franz Kafka: In unserer Synagoge; Beim Bau der chinesischen Mauer

II. Französische Revolution – deutsche Nation

In der Zeit der deutschen Selbstdefinition als ‚Nation’ – während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – erfolgte eine in mehrheitsgesellschaftlichen Diskursen fast allgegenwärtige Abgrenzung von Frankreich. Am Beispiel eines prominenten Textes von Heinrich Heine soll der literarischen Reflexion und Kommentierung dieser Konstruktion von ‚Deutsch-Eigenem’ und ‚Französisch-Fremdem’ nachgegangen werden.

Autoren und Werke:

  • ‚Vormärz’: Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

Bibliographie:

+ Bucovina - spaţiu de interculturalitate (Curs special) Die Bukowina - Raum der Interkulturalität (Optionalkurs), Prof. Dr. GEORGE GUŢU

In der pluriethnisch geprägten geistigen Landschaft der Bukowina, der ehemaligen „der Geschichtslosigkeit anheimgefallenen Provinz der Habsburgermonarchie” (Paul Celan), entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert eine deutschsprachige Literatur, die sich durch vielfältige geistig-kulturelle Kontakte und Berührungspunkte zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsschichten dieses Landstriches auszeichnet und zu einem Paradebeispiel von weitgehend tolerantem, wenn auch nicht widerspruchsfreiem Zusammenleben und fruchtbaren kulturell-literarischen Austauschprozessen geworden ist.

Nach einem chronologischen Überblick geschichtlicher, sozialer, politischer und ethnischer Entwicklungsmomente wird dem inzwischen unter dem Begriff „Bukowiner Dichterkreis” bekannt gewordenen Phänomen nachgegangen und die individuell-literarische Entwicklung einzelner Vertreter der Bukowiner Lyrik des 20. Jahrhunderts anhand paradigmatischer Texte verfolgt. Besprochen, analysiert und gedeutet werden Texte von Alfred Margul-Sperber, Moses Rosenkranz, Alfred Kittner, Rose Ausländer, Paul Celan, Georg Drozdowski, Gregor von Rezzori. Dabei sollen interreferentielle sowie intertextuelle Aspekte in der Motivik, in der Bilderwelt sowie in der poetischen Ausgestaltung von historisch-biographisch Erlebtem sowie bildungsmäßiger Weltaneignung geortet und gewertet werden. Diskursimmanenz, Spiegelungen, Projektionen und Phantasmen sollen in Bildern und Worten eines epochalen Stil- und Geschichtszwangs strukturgenealogisch und sowie bilder- und motivtypologisch erfaßt und gedeutet werden.

Ein besonderes Augenmerk wird der Erfahrung des Exils und dem sprachlich-bildlichen, u-topischen Beheimatet-Sein gewidmet. Mythisierungsbestrebungen dieser exilierten Lyriklandschaft wird nachgegangen und ihr historisch-soziologisch sowie ästhetisch bedingter Hintergrund freigelegt.

Auswahlbibiographie:

  1. “Gebt unseren Worten nicht euren Sinn”. Rose Ausländer Symposion Düsseldorf 2001. Hrsg. v. Helmut Braun und Walter Engel. Rose Ausländer-Stiftung, Köln 2001

  2. Weil Wörter mir diktieren: Schreib uns.” Literaturwissenschaftliches Jahrbuch. Hrsg. v. Helmut Braun. Rose Ausländer-Stiftung 1999

  3. Hermann Mittelmann: Illustrierter Führer durch die Bukowina. Czernowitz 1907. Neu herausgegeben von Helmut Kusdat. Mandelbaum Verlag, Wien 2002

  4. Alexander Ritter: Deutsche Minderheitenliteraturen. Regionalliterarische und interkulturelle Perspektiven der Kritik. Mit einer Bibliographie zur Forschung 1970-2000. Verlag Südostdeutsches Kulturwerk, München 2001

  5. Alfred Margul-Sperber: Ins Leere gesprochen. Ausgewählte Gedichte. 1914-1966. Hrsg. u. mit einem Nachwort vers. v. Peter Motzan. Rimbaud Verlag, Aachen 2002

  6. Blaueule Leid. Bukowina 1940-1944. Eine Anthologie. Hrsg. u. kommentiert v. Bernhard Albers. Rimbaud Verlag, Aachen 2003

  7. Moses Rosenkranz: Bukowina. Gedichte 1920-1997. Zusammengestellt vom Verfasser. Unter Mitarbeit von Doris Rosenkranz und George Guţu. Rimbaud, Aachen 1998

  8. Moses Rosenkranz: Kindheit. Fragment einer Autobiographie. Hrsg. v. George Guţu unter Mitarbeit von Doris Rosenkranz. Rimbaud, Aachen 2001

  9. Brücken schlagen. Studien zur deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Festschrift für George Guţu. Hrsg. v. Anton Schwob, Stefan Sienerth und Andrei Corbea-Hoisie. IKGS Verlag, München 2004 (s. Inhalt )

  10. Deutsche Regionalliteraturen in Rumänien 1918-1944. Positionsbestimmungen, Forschungswege, Fallstudien. Hrsg. v. Peter Motzan und Stefan Sienerth. Verlag Südostdeutsches Kulturwerk, München 1997

  11. Die Bukowina. Studien zu einer versunkenen Landschaft. Hrsg. v. Dietmar Goltschnigg und Anton Schwob unter Mitarb. V. Gerhard Fuchs. Francke Verlag, Tübingen 1990

  12. Die verlorene Harfe. Eine anthologie deutschsprachiger Lyrik aus der Bukowina. Zweisprachige Ausgabe deutsch-ukrainisch. Konzept, Übersetzung, Vorwort und biobibliographische Anmerkungen von Petro Rychlo. Verlag Zoloti litavri, Cernivci/Czernowitz 2002

  13. Dieter Kessler: Die deutschsprachigen Literaturen Siebenbürgens, des Banates und des Buchenlandes. Von der Revolution bis zum Ende des ersten Weltkrieges (1848-1918). Böhlau, Wien / Köln 1997

  14. George Guţu: Abriß der Geschichte der rumäniendeutschen Literatur. I. Teil: Von den Anfängen bis 1918 (Spezialvorlesung). Tipografia Universităţii din Bucureşti, Bukarest 1986

  15. Guţu, George (1999): Übersetzen als Brückenschlagen. Vielvölkerland Bukowina und seine Mehrsprachigkeit. In: Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 2000, H. 1-2 (17-18), 377-401. http://www.escoala.ro/germana/wortreiche_landschaft.html

  16. George Guţu: Wortgewandt und Zeitverbunden. Bukowinische Presse in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Platz und Rolle literarischer Beiträge oder Wie eine Zeitung ward und starb. In: Deutschsprachige Zeitungen in Mittel- und Osteuropa. Sprachliche Gestalt, historische Einbettung und kulturelle Traditionen. Hrsg. v. Jörg Riecke u. Britt-Marie Schuster. Weidler Buchverlag, Berlin 2005, S. 425-456

  17. Kakanien revisited. Das Eigene und das Fremde (in) der österreichisch-ungarischen Monarchie. Hrsg. v. Wolfgang Müller-Funk, Peter Plener und Clemens Ruthner. A. Francke Verlag, Tübingen / Basel 2002

  18. Karl Kurt Klein: Literaturgeschichte des Deutschtums im Ausland. Mit einer Bibliographie 1945-1978. Hrsg. v. Alexander Ritter. Hildesheim 1979 (Reprint der Ausgabe 1939)

  19. Hans Bergel: Bukowinwer Spuren. Von Dichtern und bildenden Künstlern. Rimbaud, Aachen 2002

  20. Klaus Werner: Erfahrungsgeschichte und Zeugenschaft. Studien zur deutsch-jüdischen Literatur aus Galizien und der Bukowina. IKGS Verlag, München 2003

  21. Kulturlandschaft Bukowina. Studien zur deutschsprachigen Literatur des Buchenlandes nach 1918. Hrsg. Andrei Corbea und Michael Astner. Editura Universităţii „Al. I. Cuza” Iaşi 1990 (Jassyer Beiträge zur Germanistik 5)

  22. Rose Ausländer: „Der Traum hat offene Augen”. Gedichte / „Vis cu ochii deschişi”. Poeme. Rumänisch und mit einem Nachwort v. George Guţu. Editura Fundaţiei Culturale Române. Bucureşti/Bukarest 2001

  23. Stundenwechsel.” Neue Perspektiven zu Alfred Margul Sperber, Rose Ausländer, Paul Celan, Immanuel Weissglas. Hrsg. v. Andrei Corbea-Hoisie, George Guţu, Martin A. Hainz. Editura Paideia, Editura Universităţii „Al. I. Cuza” Iaşi, Hartung-Gorre Verlag, Bukarest/Jassy/Konstanz 2002 (GGR-Beiträge zur Germanistik 9; Jassyer Beiträge zur Germanistik 9)

  24. Versunkene Dichtung der Bukowina. Eine Anthologie deutschsprachiger Lyrik. Hrsg. v. Amy Colin und Alfred Kittner. Wilhelm Fink Verlag, München 1994

  25. Wehn vom Schwarzen Meer…” Literaturwissenschaftliche Aufsätze. Hrsg. v. George Guţu. Editura Paideia, Bukarest 1998 (GGR-Beiträge zur Germanistik 2)

  26. Möglichkeiten geistesgeschichtlicher Vergegenwärtigungsdiskurse. Fallbeispiel Bukowina. In: TRANS, Zeitschrift für Kulturwissenschaft, Wien, 13, Mai 2002

               http://www.inst.at/trans/13Nr/gutu13.htm

  1. http://www.newbooks.de/pdf/9783933592132_Inhaltsverzeichnis.pdf

  2. http://www.zis.uni-mainz.de/139.php

 

Leistungsnachweis: Hausarbeit zu Themen, Motiven oder diskurstheoretischen und poetologischen Aspekten (s. unten).

Einzelthemen für Hausarbeiten:

  1. Die Bukowina – zur Geschichte einer “der Geschichtslosigkeit anheimgefallenen Provinz” (Paul Celan)

  2. Kulturell-kollektive Identitätsmerkmale im mittel- und südosteuropäischen Raum

  3. Bukowinische Kultur- und Literaturbestrebungen im Vorfeld bedeutender Leistungen des 20. Jahrhunderts

  4. Zu einem literaturgeschichtlich relevanten Briefwechsel und sein historisches Umfeld: Alfred Margul-Sperber – Rose Ausländer

  5. Paul Celans Identitätskrise im Zeichen der “Plagiatsaffäre”

  6. Alfred Margul-Sperbers Lyrik der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts – Epochenzwang und Eigentümlichkeiten

  7. Zum Briefwechsel Paul Celans mit Alfred Margul-Sperber als Zeit- und Kulturdokument

  8. “Bukowiner Dichterkreis” – Hintergründe, Akteure, Literaturproduktion

  9. “Die Buche” – zu einer legendären Anthologie

  10. Rose Ausländers Bukowina-Mythos – wehmütige Rückschau und Modernität

  11. Identitäre Retrospektive. Moses Rosenkranz’ autobiographisches Fragment “Die Kindheit”

  12. Kollektive Symbolik im Umfeld von Paul Celans “Todesfuge” – Immanuel Weissglas.

Directori de program:

George Guţu (Bucureşti), Stefan Sienerth (München)

www.e-scoala.ro

Imagine Romania!

Lernen Sie Deutsch - Kliken Sie hier