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PAUL CELAN UND KEIN ENDE...

Das maschinenschriftliche Konvult von frühen Gedichten Paul Celans

im Bukarester Alfred-Margul-Sperber-Nachlaß

Von George Guţu

 

(In: "Stundenwechsel". Neue Perspektiven zu

Alfred Margul-Sperber, Rose Ausländer, Paul Celan, Immanuel Weissglas

Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie, George Guţu, Martin A. Hainz

Editura Paideia, Bucureşti / Editura Universităţii "Al. I. Cuza" Iaşi / Verlag Hartung & Gore, Konstanz, 2002, S. 246-268.

GGR-Beiträge zur Germanistik 9 / Jassyer Beiträge zur Germanistik 9)

 

Angesichts der Bedeutung der Frühgedichte Paul Celans und seiner frühen Lebenserfahrungen innerhalb seines Gesamtwerkes und seiner Biografie[1], aber auch angesichts der verwirrenden Existenz mehrerer „Konvolute“[2], die – mit Celans Erstling, dem“Sand aus den Urnen“, oder miteinander verglichen – oft gleiche Texte beinhalten, hielten wir es bereits 1991 zunächst für unerlässlich, einmal Klarheit über den gesamten Bestand der Frühgedichte Celans im Nachlass von Alfred Margul-Sperber[3] zu verschaffen. Als editorische Prämisse erwies sich ein klarer Überblick über die im Bukarester Nachlass befindlichen Gedichte, den wir wie nachstehend zu bieten versucht haben, als absolut notwendig.

Die nachstehenden Ausführungen erweisen sich durch die Richtigkeit der Aufarbeitung und durch die klare und objektive Übersicht auch heute noch als Forschungsergebnisse, die einerseits einen zeitlich genau festgehaltenen Bestand dieser Typoskripte vermitteln und zweitens eine Vergleichsgrundlage mit anderen Erhebungen ähnlicher Art darstellen. Nicht zuletzt sollen unsere Recherchen als Zeitdokument einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht werden, denn obwohl sie – unseres Wissens – bislang als einzige Darstellung dieser Art und diesen Ausmaßes veröffentlicht wurden[4], blieben sie dennoch weniger bekannt, da die “Zeitschrift der Germanisten Rumäniens” im deutschsprachigen Raum gering vertrieben wurde. Ernst zu nehmende Fachleute haben unsere Befunde selbstverständlich herangezogen und in ihre eigenen Erhebungen und Recherchen mit einbezogen[5]. Unter schwierigen Arbeitsbedingungen zustande gekommen, erweisen sich unsere Feststellungen und die an ihrem Rande angestellten Beobachtungen auch heute noch als brauchbare Prämissen einer jeglichen Diskussion über die Bukarester Vorlagen von frühen Gedichten Paul Celans. Sie sind ein immer noch aktueller Beleg der in Rumänien erfolgten Celan-Quellenforschung[6] und sollen hier als solcher auch verstanden werden. Bei der erneuten Durchsicht des Archivmaterials und des gedruckten Berichts aus dem Jahre 1992 konnten wir geringfügige Druckfehler entdecken, die in der hier angeführten Vorlage richtiggestellt wurden. In notwendigen Fällen wurden aus heutiger Sicht notwendig gewordene, knappe Ergänzungen bzw. Erläuterungen hinzugefügt.

*

Bevor notwendige Feststellungen gemacht und Schlussfolgerungen gezogen werden, zeigen wir im Folgenden die genaue Anordnung der im Sperber-Nachlass-Konvolut vorhandenen maschinenschriftlichen Gedichte[7]. Wo eindeutig Celans handschriftliche Korrekturen festgestellt werden konnten, wird darauf jeweils aufmerksam gemacht. Vermerkt wird ebenfalls, ob es sich um ein maschinengeschriebenes Originalblatt (O) oder um eine Kopie (= Durchschlag) davon (K) handelt. Titellos vorkommende Gedichte werden mit *** gekennzeichnet. Bei jedem Gedicht wird die erste (bei kürzeren Anfangszeilen manchmal auch die zweite, manchmal auch die dritte) Textzeile angeführt.

Angegeben werden dabei die offiziell registrierte Nummer des Blattes in Courir-Schrift und die innerhalb des vorliegenden Überblicks verzeichnete Anordnungsnummer der vorkommenden Gedichte in unserer durchlaufenden Nummerierung in Arial-Schrift. Unsere Numerierung zählt die textlosen Blätter freilich nicht mit. Schließlich weist eine dritte Zahl auf die Reihenfolge von Texten (bzw. Exemplaren) mit gleichlautendem Titel oder (bei titellos vorkommenden Gedichten) mit gleichlautender Anfangszeile hin. (Zu beachten: Inventurnummer und die Nummer unserer Durchzählung fallen nicht immer zusammen, sei es, weil im Konvolut das eine oder andere Blatt fehlt, sei es, weil auf einem Blatt zwei Texte stehen, die durchnummeriert werden mussten, sei es weil textfreie Blätter manchmal nicht ins Gewicht fielen – obwohl wir rigoros alle vorhandenen Blätter registriert haben.

Im Hinblick auf spätere prosodische Beobachtungen schien es uns nicht uninteressant zu sein, die Präsenz des Reimes (R) oder die Reimlosigkeit (RL) des jeweiligen Gedichtes ebenfalls kenntlich zu machen. Letzteres wurde ans Ende der Angaben gesetzt, um schneller ausfindig gemacht zu werden.

Die Recherchen bezogen alle 1991 im Sperber-Nachlass vorhandenen, als eindeutig Celan zuzuschreibenden Gedichttexte mit ein. Freilich wird konsequent – wie bereits erwähnt – auch ihre Inventurnummer angegeben, um sie schneller zu identifizieren.

Da wir über keinerlei archivistische Ausbildung verfügen, führten wir keine Untersuchungen oder Beobachtungen in Bezug auf Papierzusammensetzung und -sorte und dergleichen durch. Empirische Beobachtungen führten uns dennoch zu der Feststellung, dass maschinenschriftlich mehrmals Kopien angefertigt wurden, die nicht selten willkürlich zusammengestellt wurden[8] zu Konvoluten, die (meist von Sperber selbst, jedoch auch von Kittner und anderen) sei es Personen im Land, sei es Personen oder Redaktionen/Verlagen im Ausland (Österreich, Schweiz) zugesandt worden sind.[9]

Ziel unserer Erhebung aus dem Jahre 1991 war es, Anregungen zum Überdenken von Datierungsfragen und -hypothesen sowie von editorischen Vorhaben aufgrund Celanscher Vorstellungen zu vermitteln.

Im Inhaltsverzeichnis (25006/1, Blätter 273 und 274; 25006/6, Blätter 4 und 5) eines von Celan zusammengestellten Bandes mit dem Titel „Der Pfeil der Artemis” wird hinter den jeweiligen Gedichten angegeben, wie oft sie im Sperber-Nachlass vorkommen (= Anzahl der 1991, also zum Zeitpunkt unserer Recherchen im Sperber-Nachlass-Konvolut vorhandenen Exemplare). Die meisten sind in 3- und 4facher, selten auch in 5facher Anfertigung, andere kommen jedoch nur einmal oder zweimal, einige sogar überhaupt nicht vor, was den Schluss nahelegt, dass die im Inhaltsverzeichnis eingetragenen, jedoch im Sperber-Nachlass nicht (mehr?) vorhandenen Exemplare in anderen “Konvoluten” enthalten sein dürfte.

Nehmen wir zum besseren Verständnis der Arbeitsweise mit den nachstehenden tabellarischen Angaben einige Beispiele:

Beispiel 1:

O 88/ 89)       2 *** (R) /Die Zeit wird die Rute aus Weichselholz/

O bedeutet, es handelt sich bei diesem Blatt um ein maschinenschriftliches Originalblatt; 88 ist die offizielle Inventurnummer im (anfangs angegebenen) Konvolutbündel 25006/1; 89 stellt die Zahl unserer durchlaufenden Blattnummerierung dar; 2 bedeutet, dass dieses Blatt einen Text enthält, der vorher schon einmal vorgekommen ist, also dass es sich hier um ein zweites Exemplar desselben Textes handelt. *** – diese drei Sternchen stehen dort, wo die Texte keine Überschrift vorweisen;  (R) zeigt an, dass betreffender Text die Reimführung einhält; /Die Zeit wird die Rute aus Weichselholz/ führt die Anfangszeile des Textes an, die wegen Titellosigkeit des Textes zwischen Schrägstriche gesetzt wurde und zur Erkennungsmarke des Textes geworden ist.

Beispiel 2:

K 149/ 150)   3 Aschenkraut /Zugvogel Speer, die Mauer ist längst überflogen/ (RL)

K deutet darauf hin, dass man mit einem maschinenschriftlichen Durchschlag (Kohlepapierkopie) zu tun hat; 149 ist die offiziellen Nummer im (anfangs angegebenen) Konvolutbündel 25006/1; 150 stellt die Zahl unserer durchlaufenden Blattnummerierung dar; 3 signalisiert das Vorhandensein des nun schon 3. Exemplars vom gleichen Text im Konvolut; Aschenkraut ist der Titel des Textes; /Zugvogel Speer, die Mauer ist längst überflogen/ – so lautet der erste Vers des Gedichts; (RL) ist der Hinweis auf die Reimlosigkeit.

Beispiel 4:

K 273      10) Regennacht    4

Auf dem Blatt K 273   von 25006 steht der Text Regennacht auf Platz 10 im Inhaltsverzeichnis, das die Überschrift “Der Pfeil der Artemis” trägt; 4 zeigt an, dass dieser Text, also Regennacht, im Konvolut viermal, also in 4 Exemplaren vorkommt.

Beispiel 5:

K 12/ 288)     3 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/; andere Schreibmaschine

3 weist darauf hin, dass sich im Bündel 25006/6 bereits die dritte maschinenschriftliche Kopie, sprich Durchschlag des Textes mit dem Titel Ein Lied in der Wüste befindet; die zwischen Schrägstriche gesetzte Anfangszeile lautet: /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/; zusätzlich wird präzisiert, daß dieser Durchschlag auf einer anderen Schreibmaschine angefertigt wurde.

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Das maschinenschriftliche Konvolut von Gedichten Paul Celans im Bukarester Sperber-Nachlass, das das „Muzeul Literaturii Române” (das Museum der Rumänischen Literatur) verwahrt, sah 1991 also wie folgt aus:

25006/1

 

Blatt 1/           Paul Anzsel (von fremder Hand mit Bleistift geschrieben)

O 2/ 1)            1 Sindbad (R) /Der Frühling dunkelt meinen unsichtbaren/

O 3/ 2)            1 Die Gärten (R) /Vom Kreuz des Südens, das ich herverbannt/ (mit Celans Korrekturen)

O 4/ 3)            1 Schlafendes Lieb (R) /Es wachsen die Dämmergewebe: schlaf!/

O 5/ 4)            1 Beim Wein (R) /Possen von Gauklern und leichten Gesellen/

O 6/ 5)            1 Drüben (R) /Erst jenseits der Kastanien ist die Welt/

O 7/ 6)            1 Die Märchenfluren (R) /Das Zeichen ist heut Nacht der gelbe Mais/

O 8/ 7)            1 Traumbesitz (R) /So leg das Laub zusammen mit den Seelen/

O 9/ 8)            1 Ein Krieger (R) /Hörst du: ich rede zu dir, wenn schwül sie das Sterben vermehren/

O 10/ 9)          1 Der Ölbaum (R) /Die Hörner der Hölle, im Ölbaum verklungen/

O 11/ 10)       1 Bergfrühling (R) /In den Körben blau den Rauch der Fernen/

O 12/ 11)       1 Seidelbast (R) /Von diesen Stauden mit dem rötlich-weißen/

O 12/ 12)       1 Rosenschimmer (R) /Die wilden Rosen wissen um uns beide/ (auf demselben Blatt mit dem vorangegangenen)

O 13/ 13)       1 Mohn (R) /Die Nacht mit fremden Federn zu versehen/

O 14/ 14)       1 Windröschen (R) /Die Buschwindröschen, die von Abend zittern/

O 14/ 15)       1 Tulpen (R) /Tulpen, ein stummes Gestirn/ (leicht veränderte Fassung unter der Nr. 108!; auf demselben Blatt mit dem vorangegangenen Gedicht)

O 15/ 16)       1 *** /Die Zeit tritt ehern in ihr letztes Alter/ (R)

O 15/ 17)       2 Ein Krieger (R) /Hörst du: ich rede zu dir, wenn schwül sie das Sterben vermehren/ (auf demselben Blatt mit dem vorangegangenen Gedicht)

O 16/ 18)       1 *** (R) /Es trommelt der Specht an den Ast die barmherzige Zeit/

O 17/              (Titel eines Zyklus): Das Fenster im Südturm

O 18/ 19)       1 Winter (R) /Es fällt nun, Mutter, Schnee in der Ukraine/

O 19/ 20)       1 *** /Espenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel/ (RL); (mit Korrekturen Celans)

K 20/ 21)       1 *** /Es schwebt auch dein Haar überm Meer mit dem goldnen Wachholder/ (RL)

O 21/ 22)       1 Der Sand aus den Urnen /Schimmelgrün ist das Haus des Vergessens/ (RL)

K 22/ 23)       1 Am Brunnen (R) /Wie heb ich, sag, auf brüchigen Gelenken/

K 23/ 24)       1 Regennacht (R) /Sieh, wie die Nacht mit schwankenden Skabiosen/

K 24/ 25)       1 Nähe der Gräber (R) /Kennt noch das Wasser des südlichen Bug/

K 25/ 26)       1 Schöner Oktober (R) /Den Fähnlein der Sterbenden dämmert ein goldener Funken/

K 26/ 27)       2 Traumbesitz (R) /So leg das Laub zusammen mit den Seelen/

K 27/ 28)       2 Rosenschimmer (R) /Die wilden Rosen wissen um uns beide/

K 28/ 29)       1 Wald (R) /Im Efeu, im Immergrün/

K 29/ 30)       1 Das Fenster im Südturm (R) /Dir sinkt die Schwinge vor dem Niederschlag/

K 30/ 31)       1 Abendlied (R) /Die Rufe, die zum Bleiben überreden/

K 31/ 32)       1 Herbst /Ängstlich/ sinkt mit dem Laub der Esche/ (RL)

K 32/ 33)       1 Gesang der fremden Brüder /Wir Finstern. Für uns/ (RL)

K 33/ 34)       1 Gemurmel der Toten (R) /Unsre Augenhöhlen sind klar/

K 34/ 35)       1 Unterwegs (R) /Mit unsern Ketten hebt uns nicht/

K 35/ 36)       1 Finsternis /Die Urnen der Stille sind leer/ (RL)

K 36/ 37)       1 Les Adieux /Halblauter Falter der Sehnsucht/ (RL)

K 37/ 38)       1 Einsamkeit (R) /Ich lebe untern tausend weißen Steinen/

K 38/ 39)       1 Sonnenwende (R) /Die Nacht blüht blau: für wen? für wen?/

K 39/ 40)       1 Schlaflied /I/ (R) /Über die Ferne der finsteren Fluren/

K 40/ 41)       2 Schlafendes Lieb (R) /Es wachsen die Dämmergewebe: schlaf!)

K 41/ 42)       1 Sternenlied (R) /Nichts kann, das sich im Mondschein noch begibt/

K 42/ 43)       1 Schlummermännlein /Den Heiligtümern aus Holz/ (RL)

K 43/ 44)       2 *** (R) /Die Zeit tritt ehern in ihr letztes Alter/

K 44/ 45)       2 Sindbad (R) /Der Frühling dunkelt meinen unsichtbaren/

K 45/ 46)       2 Drüben (R) /Erst jenseits der Kastanien ist die Welt/

K 46/ 47)       2 Am Brunnen (R) /Wie heb ich, sag, auf brüchigen Gelenken/

K 47/ 48)       1 *** (R) /Es regnet, Schwester: die Erinnerungen/

K 48/ 49)       1 Taglied (R) /Unendlich grün wächst Efeu an den Wangen/

K 49/ 50)       2 Bergfrühling (R) /In den Körben blau den Rauch der Fernen/

K 50/ 51)       2 Der Ölbaum (R) /Die Hörner der Hölle, im Ölbaum verklungen/

K 51/ 52)       1 Abschied (R) /Den Zweigen, gesenkt in dein Herz ohne Augen/

K 52/ 53)       1 *** (R) /Die Zeit wird die Rute aus Wachselholz/

K 53/ 54)       2 Regennacht (R) /Sieh, wie die Nacht mit schwankenden Skabiosen/

K 54/ 55)       3 Ein Krieger (R) /Hörst du: ich rede zu dir, wenn schwül sie das Sterben vermehren/

K 55/ 56)       1 Russischer Frühling (R) /Gestürzt ist der Helm voller Blut: welche Blume soll blühen?/

K 56/ 57)       2 Schöner Oktober (R) /Den Fähnlein der Sterbenden dämmert ein goldener Funken/

K 57/ 58)       1 Der Jäger (R) /Im Auge, dem der Orion erlosch/

K 58/ 59)       2 *** (R) /Es trommelt der Specht an den Ast die barmherzige Zeit/

K 59/ 60)       2 Nähe der Gräber (R) /Kennt noch das Wasser des südlichen Bug/

K 60/ 61)       1 *** /Schnee ist gefallen, lichtlos. Ein Mond/ (RL)

K 61/ 62)       1 *** (R) /Nachts ist dein Leib von Gottes Fieber braun/

K 62/ 63)       1 Der Einsame (R) /Mehr als die Taube und den Maulbeerbaum/

K 63/ 64)       1 Schlaflosigkeit (R) /Über die Stoppelfelder der Nacht/

K 64/ 65)       1 *** (R) /Kämmerlein Tod hat sein Fenster verhängt mit blauen Gardinen/

K 65/ 66)       1 Spätsommer (R) /Glänzt nun (und wer ist gefeit?) von den Augenblicken/

K 66/ 67)       1 Flügelrauschen (R) /Die Taube aber säumt in Avalun/

K 67/ 68)       1 Der nächste Frühling (R) /Gott kam einen Schatz zu bergen hier im Tal/

K 68/ 69)       1 Finale (R) /Herbst hab ich in Gottes Herz gesponnen/

K 69/ 70)       1 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/

K 70/ 71)       2 Der Sand aus den Urnen /Schimmelgrün ist das Haus des Vergessens/ (RL)

K 71/ 72)       1 Talglicht /Die Mönche mit haarigen Fingern schlugen das Buch auf: September/ (RL)

K 72/ 73)       1 Die Wiese im Wald /Die grüne Fahne gehißt hat der Abend: mein Herz hat geträumt/ (RL)

K 73/ 74)       1 Dornenkranz /Laß von dem Purpur.//Die Nacht/ (RL)

K 74/ 75)       1 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL)

K 75/ 76)       1 Die Schwelle des Traumes (R) /Mit schwieligen Händen liest du mir auf die Körner der Stille/

K 76/ 77)       1 Nachtmusik /Ein rauschendes Wasser stürzt aus den Höhlen der Himmel/ (RL)

K 77/ 78)       1 *** /Umsonst malst du Herzen ins Fenster: der Herzog der Stille/ (RL)

K 78/ 79)       1 Auf nächtlicher Flur (R) /So bücktest du dich, als du eiltest zu mir, zwischen rötlichen Raden/

K 79/ 80)       1 *** /Ins Dunkel getaucht sind die Kirschen der Liebe/ (RL)

K 80/ 81)       1 Harmonika /Der Eiswind hängt über die Steppe das Galgenlicht deiner Wimpern/ (RL)

K 81/ 82)       2 *** /Es schwebt auch dein Haar überm Meer mit dem goldnen Wachholder/ (RL)

O 82/ 83)       1 Das Geheimnis der Farne /Im Gewölbe der Schwerter besieht dich der Schatten laubgrünes Herz/ (RL); (mit Celans Korrekturen)

O 83/ 84)       1 Das Gastmahl /Geleert sei die Nacht aus den Flaschen im hohen Gebälk der Versuchung/ (RL)

O 84/ 85)       2 Das Gastmahl /Geleert sei die Nacht aus den Flaschen im hohen Gebälk der Versuchung/ (RL); (andere Schreibmaschine)

O 85/ 86)       1 Aschenkraut /Zugvogel Speer, die Mauer ist längst überflogen/ (RL) (Auf der Rückseite von Celans Hand geschrieben: Der Sand aus den Urnen; Titel des  Gedichts ebenfalls von Celans Hand geschrieben)

O 86/ 87)       1 Aequinoctium (R) /Und in den Nächten, süß vom Herbstgestirn/

O 87/ 88)       1 Die Geisterstunde (R) /Die Stille keucht. Macht Südwind so viel Müh?/

O 88/ 89)       2 *** (R) /Die Zeit wird die Rute aus Weichselholz/

O 89/ 90)       1 Wandlung (R) /Nicht mehr wie einst und ehe/

O 90/ 91)       1 Wunsch /Es krümmen sich Wuzeln:/ darunter/ (RL)

O 91/ 92)       1 *** (R) /Welt in deinen Blick zu bannen/

O 92/ 93)       1 Hieroglyphe (R) /Alle die Hände: die sind, die versanken/

O 93/ 94)       1 *** (R) /Die Frühlingsschönen sind es nie, die Licht/

O 94/ 95)       1 Ferne (R) /Der schwarze Brunnen und nicht mehr dein Auge/

O 95/ 96)       1 *** (R) /Ich weiß vom Fels, in den ich mich nicht traue/

O 96/ 97)       2 Windröschen /Die Buschwindröschen, die von Abend zittern/

O 97/ 98)       1 Steppenlied (R) /Wo ist dein Blick wie der Abende Wink/

O 98/ 99)       2 Einsamkeit (R) /Ich lebe untern tausend weißen Steinen/

O 99/ 100)     2 Wald (R) /Im Efeu, im Immergrün/

O 100/ 101)   2 Sonnenwende (R) /Die Nacht blüht blau: für wen? für wen?/

O 101/ 102)   1 *** (R) /Aus jenem Blick, den du mir oft verwehrst/

O 102/ 103)   1 Im Regen (R) /Du mit der bröckelnden Stimme der Nacht/

O 103/ 104)   1 Schlaflied /II/ (R) /Mit den Faltern, mit der Nacht/

O 104/ 105)   1 Vor Mitternacht /Mein heller Sturm:/ hinaus/ aufs Meer/ (RL)

O 105/ 106)   1 Stundenwechsel (R) /Im Glas des Herzens seltsam grünen Schweiß/

O 106/ 107)   1 Die Schneekönigin (R) /Die Königinnen mildeste im Schnee hier/

O 107/ 108)   2 Tulpen (R) /Tulpen, ein leuchtend Gestirn/ (siehe Nr.15!)

O 108/ 109)   2 Beim Wein (R) /Possen von Gauklern und leichten Gesellen/

O 109/ 110)   1 *** (R) /Lautlose, Liebliche, Leichte/

O 110/ 111)   1 Zur Laute (R) /Das Licht der Pfirsichblüte zaudert/

O 111/ 112)   2 Unterwegs (R) /Mit unsern Ketten hebt uns nicht/

O 112/ 113)   2 Finsternis /Die Urnen der Stille sind leer.//In Ästen/ (RL)

O 113/ 114)   2 Gesang der fremden Brüder /Wir Finstern. Für uns/ (RL)

O 114/ 115)   2 Abendlied (R) /Die Rufe, die zum Bleiben überreden/

O 115/ 116)   2 *** (R) /Kämmerlein Tod hat sein Fenster verhängt mit blauen Gardinen/

O 116/ 117)   1 Lebenslied /Die Käfer der Nacht/ kommen./ (RL)

O 117/ 118)   2 *** (R) /Es fällt nun, Mutter, Schnee in der Ukraine/ (das Gedicht trägt unter der Nr. 19 den Titel „Winter)

O 118/ 119)   1 Aus dem Dunkel /Krieger/ stießen den Speer in den Mond/ (RL)

O 119/ 120)   2 Das Geheimnis der Farne /Im Gewölbe der Schwerter besieht dich der Schatten laubgrünes Herz (RL)

O 120/ 121)   3 Das Gastmahl /Geleert sei die Nacht aus den Flaschen im hohen Gebälk der Versuchung/ (RL)

K 121/ 122)   2 Aschenkraut /Zugvogel Speer, die Mauer ist längst überflogen/ (RL)

K 122/ 123)   2 *** /Espenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel/ (RL)

K 123/ 124)   1 Träne /Blaut die Nacht./ Ich blies alle Lichter aus/ (RL)

K 124/ 125)   1 Aus der Tiefe (R) /Wenn nun, mich der Ranunkel zu verbünden/

K 125/ 126)   1 Aubade (R) /Im Dunkel nur bekenn ich mich zu dir/

K 126/ 127)   2 Der Jäger (R) /Im Auge, dem der Orion erlosch/

K 127/ 128)   2 Finale (R) /Herbst hab ich in Gottes Herz gesponnen/

K 128/ 129)   2 *** /Schnee ist gefallen, lichtlos. Ein Mond/ (RL)

K 129/ 130)   2 Gemurmel der Toten (R) /Unsre Augenhöhlen sind klar/

K 130/ 131)   3 Rosenschimmer (R) /Die wilden Rosen wissen um uns beide/

K 131/ 132)   2 Abschied (R) /Den Zweigen, gesenkt in dein Herz ohne Augen/

K 132/ 133)   1 Festland (R) /Schwester im Dunkel, reiche die Arznei/

K 133/ 134)   3 Finale (R) /Herbst hab ich in Gottes Herz gesponnen/

K 134/ 135)   3 Schlafendes Lieb (R) /Es wachsen die Dämmergewebe: schlaf!/

K 135/ 136)   3 Am Brunnen (R) /Wie heb ich, sag, auf brüchigen Gelenken/

K 136/ 137)   1 *** (R) /Im Spiegel, dem mein Herz die Wolke war/

K 137/ 138)   2 Spätsommer (R) /Glänzt nun (und wer ist gefeit?) von den Augenblicken/

K 138/ 139)   2 Taglied (R) /Unendlich grün wächst Efeu an den Wangen/

K 139/ 140)   2 *** (R) /Es regnet, Schwester: die Erinnerungen/

K 140/ 141)   2 Die Wiese im Wald /Die grüne Fahne gehißt hat der Abend: mein Herz hat geträumt/ (RL)

K 141/ 142)   1 *** (R) /Das Licht im Spiegel, leise, und für jene/

K 142/ 143)   1 *** (R) /Weit, wo die Zeit noch im Eschenzweig weilt/

K 143/ 144)   2 Les Adieux /Halblauter Falter der Sehnsucht (RL)

K 144/ 145)   2 Dornenkranz /Laß von dem Purpur. //Die Nacht/ (RL)

K 145/ 146)   2 Träne /Blaut die Nacht./ Ich blies alle Lichter aus/ (RL)

K 146/ 147)   1 *** /Hellgelb der Fernen. An Blättern/ (RL)

K 147/ 148)   2 Herbst/ Ängstlich/ sinkt mit Laub der Esche/ (RL)

K 148/ 149)   2 *** /Ins Dunkel getaucht sind die Kirschen der Liebe/ (RL)

K 149/ 150)   3 Aschenkraut /Zugvogel Speer, die Mauer ist längst überflogen/ (RL)

K 150/ 151)   2 Nachtmusik /Ein rauschendes Wasser stürzt aus den Höhlen der Himmel/ (RL)

K 151/ 152)   3 Regennacht (R) /Sieh, wie die Nacht mit schwankenden Skabiosen/

K 152/ 153)   3 Nähe der Gräber (R) /Kennt noch das Wasser des südlichen Bug/

K 153/            (Titel eines Zyklus): Der Pfeil der Artemis

K 154/ 154)   2 Der Einsame (R) /Mehr als die Taube und den Maulbeerbaum/

K 155/ 155)   2 Flügelrauschen (R) /Die Taube aber säumt in Avalun/

K 156/ 156)   2 Das Fenster im Südturm (R) /Dir sinkt die Schwinge vor dem Niederschlag/

K 157/ 157)   2 Auf nächtlicher Flur (R) /So bücktest du dich, als du eiltest zu mir, zwischen rötlichen Raden/

K 158/            (Titel eines Zyklus): Sindbad

K 159/ 158)   2 Schlummermännlein /Den Heiligtümern aus Holz/ (RL)

K 160/ 159)   2 Aus der Tiefe (R) /Wenn nun, mich der Ranunkel zu verbünden/

K 160/ 160)   1 *** /Ein Knirschen von eisernen Schuhn ist im Kirschbaum/ (RL)

K 162/ 161)   2 Aubade (R) /Im Dunkel nur bekenn ich mich zu dir/

K 163/ 162)   1 Zauberspruch (R) /Blut der Regenmaid wie Wein/

K 164/ 163)   2 Schlaflosigkeit (R) /Über die Stoppelfelder der Nacht/

K 165/ 164)   3 Gemurmel der Toten (R) /Unsre Augenhöhlen sind klar/

K 166/ 165)   1 Schwarze Krone (R) /Mit dem Blut aus den verworrnen/

K 167/ 166)   1 Irrsal (R) /Mondhelles Herz: nun hebt sich der Schleier vom Spiegelbild/

K 168/            (Titel eines Zyklus): Sindbad

K 169/ 167)   1 Seelied (R) /Liebe, über meinem Meer folgt mein Kahn/

K 170/ 168)   1 Hier bei uns (R) /Unter die stürzenden Lasten/

K 171/ 169)   2 Schlaflied /I/ (R) /Über die Ferne der finsteren Fluren/

K 172/ 170)   3 Schlummermännlein /Den Heiligtümern aus Holz/ (RL)

K 173/ 171)   2 *** (R) /Im Spiegel, dem mein Herz die Wolke war/

K 174             (Titel eines Zyklus): Der Pfeil der Artemis

K 175/ 172)   2 *** (R) /Das Licht im Spiegel, leise, und für jene/

K 176/ 173)   2 Irrsal (R) /Mondhelles Herz: nun hebt sich der Schleier vom Spiegelbild/

K 177/ 174)   4 Rosenschimmer (R) Die wilden Rosen wissen um uns beide/

K 178/ 175)   3 Einsamkeit (R) /Ich lebe untern tausend weißen Steinen/

K 179/ 176)   4 Nähe der Gräber (R) /Kennt noch das Wasser des südlichen Bug/

K 180/ 177)   4 Regennacht (R) /Sieh, wie die Nacht mit schwankenden Skabiosen/

K 181/ 178)   3 *** (R) /Es trommelt der Specht an den Ast die barmherzige Zeit/

K 182/ 179)   3 Der Ölbaum (R) /Die Hörner der Hölle, im Ölbaum verklungen/

K 183/ 180)   3 Bergfrühling (R) /In den Körben blau den Rauch der Fernen/

K 184/ 181)   3 *** (R) /Die Zeit tritt ehern in ihr letztes Alter/

K 185/ 182)   3 Schöner Oktober (R) /Den Fähnlein der Sterbenden dämmert ein goldener Funken/

K 186/ 183)   3 Schlaflosigkeit (R) /Über die Stoppelfelder der Nacht/

K 187/ 184)   1 *** (R) /Entsunkene, von meinen Nelken nimm/

K 188/ 185)   3 Spätsommer (R) /Glänzt nun (und wer ist gefeit?) von den Augenblicken/

K 189/ 186)   3 Taglied (R) /Unendlich grün wächst Efeu an den Wangen/

K 190/ 187)   3 *** (R) /Es regnet, Schwester: die Erinnerungen/

K 191/ 188)   4 Am Brunnen (R) /Wie heb ich, sag, auf brüchigen Gelenken/

K 192/ 189)   3 Abschied (R) /Den Zweigen, gesenkt in dein Herz ohne Augen/

K 193/ 190)   2 Mohn (R) /Die Nacht mit fremden Federn zu versehen/

K 194/ 191)   2 Seidelbast (R) /Von Stauden mit dem rötlich-weißen/

K 195/ 192)   3 Drüben (R) /Erst jenseits der Kastanien ist die Welt/

K 196/ 193)   3 Sindbad (R) /Der Frühling dunkelt meinen unsichtbaren/

K 197/ 194)   1 Der Rosengarten (R) /Vom Wasser, das Disteln gewaschen, trank gierig mein Bruder. Allein/

K 198/ 195)   2 Der nächste Frühling (R) /Gott kam einen Schatz zu verbergen hier im Tal/

K 199/ 196)   3 Traumbesitz (R) /So leg das Laub zusammen mit den Seelen/

K 200/ 197)   3 Auf nächtlicher Flur (R) /So bücktest du dich, als du eiltest zu mir, zwischen rötlichen Raden/

K 201/ 198)   3 Das Fenster im Südturm (R) /Dir sinkt die Schwinge vor dem Niederschlag/

K 202/ 199)   3 Flügelrauschen (R) /Die Taube aber säumt in Avalun/

K 203/ 200)   3 Der Einsame (R) /Mehr als die Taube und den Maulbeerbaum/

O 204/            (Titel eines Zyklus): Der Pfeil der Artemis (von Celans Hand geschrieben)

K 205/ 201)   4 Ein Krieger (R) /Hörst du: ich rede zu dir, wenn schwül sie das Sterben vermehren/

K 206/ 202)   2 Russischer Frühling (R) /Gestürzt ist der Helm voller Blut: welche Blume soll blühen?/

O 207/            (Titel eines Zyklus): Sindbad (von Celans Hand geschrieben)

K 208/ 203)   3 Herbst (Ängstlich/ sinkt mit dem Laub der Esche/

K 209/ 204)   4 Schlafendes Lieb (R) /Es wachsen die Dämmergewebe: schlaf!/

K 210/ 205)   2 *** (R) /Aus jenem Blick, den du mir oft verwehrst/

K 211/ 206)   2 Zur Laute (R) /Das Licht der Pfirsichblüte zaudert/

K 212/ 207)   2 *** (R) /Die Frühlingsschönen sind es nie, die Licht/

K 213/ 208)   2 *** (R) /Lautlose, Liebliche, Leichte/

K 214/ 209)   2 Wandlung (R) /Nicht mehr wie einst und ehe/

K 215/ 210)   2 *** (R) /Welt in deinen Blick zu bannen/

K 216/ 211)   2 Hieroglyphe (R) /Alle die Hände: die sind, die versanken/

K 217/ 212)   3 Windröschen (R) /Die Buschwindröschen, die von Abend zittern/

K 218/ 213)   3 Beim Wein (R) /Possen von Gauklern und leichten Gesellen/

K 219/ 214)   3 Tulpen (R) /Tulpen, ein leuchtend Gestirn (siehe Nr. 108!)

K 220/ 215)   2 Die Schneekönigin (R) /Die Königinnen mildeste im Schnee hier/

K 221/ 216)   2 Stundenwechsel (R) /Im Glas des Herzens seltsam grünen Schweiß/

K 222/ 217)   2 Ferne (R) /Der schwarze Brunnen und nicht mehr dein Auge/

K 223/ 218)   2 Wunsch /Es krümmen sich Wurzeln:/ darunter/ (RL)

K 224/ 219)   2 Steppenlied (R) /Wo ist dein Blick wie der Abende Wink/

K 225/ 220)   2 Vor Mitternacht /Mein heller Sturm: /hinaus/ aufs Meer/ (RL)

K 226/ 221)   2 Schlaflied II (R) /Mit den Faltern, mit der Nacht/

K 227/ 222)   2 Im Regen (R) /Du mit der bröckelnden Stimme der Nacht/

K 228/ 223)   2 Aus dem Dunkel /Krieger/ stießen den Speer in den Mond/ (RL)

K 229/ 224)   3 Sonnenwende (R) /Die Nacht blüht blau: für wen? für wen?/

K 230/ 225)   4 Einsamkeit (R) /Ich lebe unter tausend weißen Steinen/

K 231/ 226)   2 *** (R) /Ich weiß vom Fels, in den ich mich traue/

K 232/ 227)   3 *** (R) /Kämmerlein Tod hat sein Fenster verhängt mit blauen Gardinen/

K 233/ 228)   3 *** (R) /Es fällt nun, Mutter, Schnee in der Ukraine/ (siehe Blatt 117, Nr. 118)

K 234/ 229)   2 Lebenslied /Die Käfer der Nacht/ kommen/ (RL)

K 235/ 230)   3 Abendlied (R) /Die Rufe, die zum Bleiben überreden/

K 236/ 231)   3 *** (R) /Die Zeit wird die Rute aus Weichselholz/

K 237/ 232)   3 Gesang der fremden Brüder/Wir Finstern. Für uns/ (RL)

K 238/ 233)   3 Finsternis /Die Urnen der Stille sind leer.//In Ästen/ (RL)

K 239/ 234)   3 Unterwegs (R) /Mit unsern Ketten hebt uns nicht/

K 240/ 235)   3 Dornenkranz /Laß von dem Purpur.//Die Nacht/ (RL)

K 241/ 236)   3 Les Adieux /Halblauter Falter der Sehnsucht/ (RL)

K 242/ 237)   2 *** (R) /Weit, wo die Zeit noch im Eschenzweig weilt/

K 243/ 238)   3 Wald (R) /Im Efeu, im Immergrün/

K 244/ 239)   2 *** (R) /Entsunkene, von meinen Nelken nimm/

O 245/ 240)   4 Finsternis /Die Urnen der Stille sind leer//In Ästen/ (RL)

O 246/ 241)   4 Gesang der fremden Brüder /Wir Finstern/ Für uns/ (RL)

O 247/ 242)   3 Die Wiese im Wald /Die grüne Fahne gehißt hat der Abend: mein Herz hat geträumt/ (RL)

O 248/ 243)   2 Die Schwelle des Traumes (R) /Mit schwieligen Händen liest du mir auf die Körner der Stille/

O 249/ 244)   4 Dornenkranz /Laß von dem Purpur.//Die Nacht/ (RL)

O 250/ 245)   5 Nähe der Gräber (R) /Kennt noch das Wasser den südlichen Bug/

O 251/ 246)   4 *** (R) /Es trommelt der Specht an den Ast die barmherzige Zeit/

O 252/ 247)   4 Schlummermännlein /Den Heiligtümern aus Holz (RL)

K 253/ 248)   3 *** /Schnee ist gefallen, lichtlos. Ein Mond/ (RL)

K 254/ 249)   4 Wald (R) /Im Efeu, im Immergrün/

K 255/ 250)   2 *** /Hellgelb der Fernen. An Blättern/ (RL)

K 256/ 251)   4 Die Wiese im Wald /Die grüne Fahne gehißt hat der Abend: mein Herz hat geträumt/ (RL)

K 257/ 252)   2 Schwarze Krone (R) /Mit dem Blut aus der verworrnen/

O 258/ 253)   3 Der Jäger (R) /Im Auge, dem der Orion erlosch/

K 259/ 254)   4 Der Jäger (R) /Im Auge, dem der Orion erlosch/

O 260/ 255)   3 Der Sand aus den Urnen /Schimmelgrün ist das Haus des Vergessens/ (RL)

O 261/ 256)   3 *** /Espenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel/ (RL)

K 262/ 257)   1 *** /Halbe Nacht. Mit den Dolchen des Traumes geheftet in sprühende Augen/ (RL)

K 263/ 258)   4 Abendlied (R) /Die Rufe, die zum Bleiben überreden/

K 265/ 260)   3 Zur Laute (R) /Das Licht der Pfirsichblüte zaudert/

K 266/ 261)   3 *** (R) /Die Frühlingsschönen sind es nie, die Licht/

O 267/ 262)   4 *** (R) /Die Zeit wird die Rute aus Weichselholz/

O 268/ 263)   4 Les Adieux /Halblauter Falter der Sehnsucht/ (RL)
K 269/ 264)   4 *** /Schnee ist gefallen, lichtlos. Ein Mond (RL)

K 270/ 265)   3 Wandlung (R) /Nicht mehr wie einst und ehe/

K 271/ 266)   3 *** (R) /Lautlose, Liebliche, Leichte/

K 272/ 267)   3 *** (R) /Welt in deinen Blick zu bannen/

K 273             (Inhaltsverzeichnis von):

 

Der Pfeil der Artemis

 

 1) Ein Krieger                                                       4

 2) Russischer Frühling                                           2

 3) Schöner Oktober                                               3

 4) Die Zeit tritt ehern                                            4

 5) Bergfrühling                                                     4

 6) Der Ölbaum                                                      3

 7) Der Jäger                                                         4

 8) Es trommelt der Specht                                     4

 9) Schnee ist gefallen                                            4

10) Regennacht                                                     4

11) Nähe der Gräber                                               5

 

Der Sand aus den Urnen

 

12)       (1) Die Schwelle des Traumes                       3

13)       (2) Nachts ist dein Leib                                6

14)       (3) Ein Lied in der Wüste                              6

15)       (4) Umsonst malst du Herzen                       6

16)       (5) Marianne                                               7

17)       (6) Harmonika                                            1

18)       (7) Talglicht                                                1

19)       (8) Halbe Nacht                                           1

20)       (9) Ins Dunkel getaucht                               2

21)       (10) Ein wasserfarnes Wild (im Konvolut

                   ist kein Exemplar davon vorhanden)        -

22)       (11) Nachtmusik                                          2

23)       (12) Ein Knirschen von eisernen Schuhn          1

24)       (13) Es schwebt auch dein Haar                     2

25)       (14) Der Sand aus den Urnen                         3

26)       (15) Das Geheimnis der Farne                       2

27)       (16) Aschenkraut                                        3

28)       (17) Das Gastmahl                                       3

29)       (18) Espenbaum                                          3

 

K 274/ (Fortsetzung des Inhaltsverzeichnisses):

 

Schlummermännlein

 

30)       (1) Herbst                                                    3

31)       (2) Hellgelb der Fernen                                  2

32)       (3) Träne                                                     2

33)       (4) Dornenkranz                                           4

34)       (5) Les Adieux                                              4

35)       (6) Das Licht im Spiegel                                 2

36)       (7) Weit                                                       2

37)       (8) Die Wiese im Wald                                   4

38)       (9) Irrsal                                                      2

39)       (10) Schwarze Krone                                     2

40)       (11) Gemurmel der Toten                               3

41)       (12) Schlaflosigkeit                                       3

42)       (13) Zauberspruch                                        1

43)       (14) Aubade                                                 2

44)       (15) Entsunkene                                           2

45)       (16) Seelied                                                  1

46)       (17) Hier bei uns                                            1

47)       (18) Spätsommer                                          3

48)       (19) Taglied                                                  3

49)       (20) Es regnet, Schwester                              3

50)       (21) Im Spiegel                                             2

51)       (22) Am Brunnen                                           4

52)       (23) Finale                                                    3

53)       (24) Schlafendes Lieb                                     4

54)       (25) Festland                                                 1

55)       (26) Abschied                                                3

56)       (27) Rosenschimmer                                      4

57)       (28) Aus der Tiefe                                          2

58)       (29) Schlummermännlein                                4

 

Sindbad

 

59)       (1) Mohn                                                       2

60)       (2) Seidelbast                                                2

61)       (3) Schlaflied  /I oder II ?/                              2 bzw. 2

62)       (4) Drüben                                                    3

63)       (5) Sindbad                                                   3

64)       (6) Die Gärten                                               1

65)       (7) Die Märchenfluren                                    2

66)       (8) Der Rosengarten                                      1

67)       (9) Sternenlied                                              1

68)       (10) Der nächste Frühling                               2

69)       (11) Traumbesitz                                           3

70)       (12) Auf nächtlicher Flur                                 3

71)       (13) Das Fenster im Südturm                          3

72)       (14) Flügelrauschen                                       3

73)       (15) Der Einsame                                           3

 

K 275/ 268)   3 Hieroglyphe (R) /Alle die Hände: die sind, die versanken/

K 276/ 269)   4 Windröschen (R) /Die Buschwindröschen, die von Abend zittern/

K 277/ 270)   4 Beim Wein (R) /Possen von Gauklern und leichten Gesellen/

K 278/ 271)   3 Wunsch /Es krümmen sich Wurzeln:/ darunter/ (RL)

K 279/ 272)   3 Ferne (R) /Der schwarze Brunnen und nicht mehr dein Auge/

K 280/ 273)   3 Stundenwechsel (R) /Im Glas des Herzens seltsam grünen Schweiß/

K 281/ 274)   2 Die Märchenfluren (R) /Das Zeichen ist heut Nacht der gelbe Mais/

K 282/ 275)   3 Die Schneekönigin (R) /Die Königinnen mildeste im Schnee hier/

K 283/ 276)   4 Tulpen (R) /Tulpen, ein leuchtend Gestirn/ (siehe Nr. 108!)

K 284/ 277)   5 *** (R) /Die Zeit wird die Rute aus Weichselholz/

K 285/ 278)   5 Gesang der fremden Brüder/Wir Finstern. Für uns/ (RL)

K 286/ 279)   5 Finsternis /Die Urnen der Stille sind leer// In Ästen/ (RL)

K 287/            (Dasselbe Inhaltsverzeichnis vom Blatt 273)

K 288/            (Dasselbe Inhaltsverzeichnis vom Blatt 274)

 

25006-6       /Auf dem Umschlag von Celans Hand geschrieben/: Ged. handschrift. Einzeln Rum. Ged.

O 1/ 280)        2 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL)

O 2/ 281)        3 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL) (andere Schreibmaschine: darunter: Paul Celan)

O 3/                 (Titel eines Bandes): (Der Pfeil der Artemis)

O 4/                 (Dasselbe Inhaltsverzeichnis von 25006-1, Blatt 273; mit handschriftlicher Hinzufügung von Celan):

 

30)       (19) Todesfuge

31)       (20) Das einzige Licht

32)       (21) Erinnerung an Frankreich

33)       (22) Die Hand voller Stunden

34)       (23) Gesang zur Sonnenwende

35)              (24) Das ganze Leben

 

O 5/                 (Dasselbe Inhaltsverzeichnis von 25006-1, Blatt 274; Celan strich darauf das “Sternenlied” durch und schob “Du webst es” mit Bleistift ein, so dass der Sindbad-Zyklus mit den jeweiligen Nummerierungsverschiebungen folgendermaßen aussieht:)

65)       (1) Mohn

66)       (2) Seidelbast

67)       (3) Schlaflied

68)       (4) Drüben

69)       (5) Sindbad

70)       (6) Die Gärten

77)       (7) Die Märchenfluren

78)       (8) Der Rosengarten

79)       (9) Der nächste Frühling

80)       (10) Auf nächtlicher Flur

82)       (12) Du webst es

83)       (13) Das Fenster im Südturm

84)       (14) Flügelrauschen

85)       (15) Der Einsame

 

O 6/ 282)        2 *** (R) /Nachts ist dein Leib von Gottes Fieber braun/

O 7/ 283)        3 *** (R) /Nachts ist dein Leib von Gottes Fieber braun/; andere Schreibmaschine; darunter: Paul Celan

K 8/ 284)        1 Todesfuge (ursprünglich: Todestango; Celan strich “tango” durch und setzte handschriftlich “fuge” ein) /Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich abends/ (RL); darunter: Paul Celan; Kopie von 25006-6/10.

O 9/ 285)        2 Todesfuge (ursprünglich: Todestango; Celan strich “tango” durch und setzte handschriftlich “fuge” ein) /Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich abends/ (RL); andere Schreibmaschine

O 10/ 286)     3 Todesfuge (ursprünglich: Todestango; Celan strich “tango” durch und setzte handschriftlich “fuge” ein) /Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich abends/ (RL); darunter: Paul Celan; siehe 25006-6/8!

O 11/ 287)     2 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/; darunter: Paul Celan

K 12/ 288)     3 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/; andere Schreibmaschine

O 13/ 289)     4 Bergfrühling (R) /In den Körben blau den Rauch der Fernen/

O 14/ 290)     4 *** (für Alfred Sperber) (R) /Die Zeit tritt ehern in ihr letztes Alter/

O 15/ 291)     3 Die Schwelle des Traumes (R) /Mit schwieligen Händen liest du mir auf die Körner der Stille/

O 16/ 292)     2 *** /Umsonst malst du Herzen ins Fenster: der Herzog der Stille/ RL); darunter: Paul Celan

O 17/ 293)     3 *** /Umsonst malst du Herzen ins Fenster: der Herzog der Stille/ (RL); andere Schreibmaschine

K 18/ 294)     4 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL)

K 19/ 295)     5 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL)

K 20/ 296)     6 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL); darunter: Paul Celan; siehe 25006-6/2!

K 21/ 297)     7 Marianne /Fliederlos ist dein Haar, dein Antlitz aus Spiegelglas/ (RL); andere Schreibmaschine; darunter: Paul Celan

K 22/              (Inhaltsverzeichnis wie auf 25006-6/5)

K 23/              (Inhaltsverzeichnis wie auf 25006-6/4)

K 24/ 298)     4 *** (R) /Nachts ist dein Leib von Gottes Fieber braun/

K 25/ 299)     5 *** (R) /Nachts ist dein Leib von Gottes Fieber braun/; andere Schreibmaschine

O 26/ 300)     6 *** (R) / Nachts ist dein Leib von Gottes Fieber braun/; darunter: Paul Celan

K 27/ 301)     4 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/; darunter: Paul Celan

K 28/ 302)     5 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/

O 29/ 303)     6 Ein Lied in der Wüste (R) /Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra/; darunter: Paul Celan

K 30/ 304)     4 *** /Umsonst malst du Herzen ins Fenster: der Herzog der Stille/ (RL)

K 31/ 305)     5 *** /Umsonst malst du Herzen ins Fenster: der Herzog der Stille/ (RL)

K 32/ 306)     6 *** /Umsonst malst du Herzen ins Fenster: der Herzog der Stille/ (RL); andere Schreibmaschine; darunter: Paul Celan

Im Nachlaß Sperbers befindet sich unter der Nummer 25006-12 eine handschriftliche Liste Celans mit Gedichten:

 

1.                  Ich laß dich

2.                  * Schöner Oktober

3.                  Ø Im Spiegel dem mein Herz

4.                  Die Zeit tritt ehern

5.                  Es fällt nun, Mutter

6.                  Sternenlied

7.                  Ø Ich weiß vom Fels

8.                  Taglied

9.                  Abendlied

10.              Traumbesitz

11.              Schlaflied

12.              Bergfrühling

13.              Aubade

14.              Der Ölbaum

15.              Ø Der Jäger

16.              Gemurmel der Toten Ó

17.              Ø Schnee ist gefallen

18.              Schwarze Krone

19.              Ø Russ, Frühling

20.              Rosenschimmer

21.              Nähe der Gräber

22.              Schlafendes Lieb

23.              Am Brunnen

24.              Das Licht im Spiegel

25.              Es trommelt der Specht

26.              Die Märchenfluren

27.              Regennacht

28.              Spätsommer

29.              Abschied

30.              Ferne

31.              Ø Ein Krieger

32.              Zauberspruch

33.              Schlaflosigkeit

__________________

 

34.              Es regnet, Schwester

35.              Drüben

36.              Das Fenster im Südturm

37.              Sindbad

38.              Entsunkene

39.              Die Gärten

40.              Mohn

41.              Aequinoctium

42.              Finale

43.              Seidelbast

_________________

 

44.              Der nächste Frühl.

45.              Irrsal

46.              * Aus der Tiefe

 

Auf der Rückseite des Blattes stehen noch zwei Titel:

 

47.              * Seelied

48.              * Der Tage Trost

 

Die mit * gekennzeichneten Gedichte kommen hier erstmalig vor (sie sind in den anderen Verzeichnissen also nicht vorhanden). Die sonstigen Zeichen sind von Celan gesetzt; über deren Bedeutung können wir keine Vermutungen anstellen.

In die von Celan zusammengestellten Inhaltsverzeichnisse wurden folgende Gedichte, die im maschinenschriftlichen Konvolut vorhanden sind, nicht mit aufgenommen:

 

            (80)      (1)        Abendlied                                         4

            (81)      (2)        Aequinoctium                                    1

            (82)      (3)        Aus dem Dunkel                                2

            (83)      (4)        /Aus jenem Blick…/                           2

            (84)      (5)        Beim Wein                                        4

            (85)      (6)        /Die Frühlingsschönen sind es…/         3

            (86)      (7)        Die Geisterstunde                              1

            (87)      (8)        Die Schneekönigin                             3

            (88)      (9)        /Die Zeit wird die Rute…/                   5

            (89)      (10)      Einsamkeit                                       4

            (90)      (11)      Ferne                                               3

            (91)      (12)      Finsternis                                         5

            (92)      (13)      Gesang der fremden Brüder                5

            (93)      (14)      Hieroglyphe                                      3

            (94)      (15)      /Ich weiß vom Fels…/                        2

            (95)      (16)      Im Regen                                         2

            (96)      (17)      /Kämmerlein Tod…/                           3

            (97)      (18)      /Lautlose…/                                      3

            (98)      (19)      Lebenslied                                         2

            (99)      (20)      Sonnenwende                                    3

            (100)    (21)      Steppenlied                                       2

            (101)    (22)      Stundenwechsel                                 3

            (102)    (23)      Tulpen                                               4

            (103)    (24)      Unterwegs                                         3

            (104)    (25)      Vor Mitternacht                                  2

            (105)    (26)      Wald                                                 4

            (106)    (27)      Wandlung                                          3

            (107)    (28)      /Welt in deinen Blick zu bannen/           3

            (108)    (29)      Windröschen                                      4

            (109)    (30)      Winter = /Es fällt nun, Mutter…/           3

            (110)    (31)      Wunsch                                              3

            (111)    (32)      Zur Laute                                            3

Von dem im Verzeichnis 25006-1/273 vorkommenden Gedicht “Ein wasserfarnes Wild” gibt es im Konvolut keine Abschrift, und die Gedichte “Das einzige Licht”, “Erinnerung an Frankreich”, “Die Hand voller Stunden” und “Das ganze Leben[10], die im Verzeichnis 25006-6/4 hinzugefügt wurden, sind ebenfalls durch keine Abschrift im Konvolut vertreten.

Das Gedicht “Sternenlied” vom Verzeichnis 25006-6/5, das im Konvolut einmal vorkommt, wurde ausgestrichen und durch das – im Konvolut nicht vorhandene – Gedicht “Du webst es” ersetzt. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen kann die Feststellung gemacht werden, dass die Zahl der im Konvolut vorhandenen Gedichte sich auf 106 beläuft.[11]

Die handschriftlichen Ergänzungen Celans beweisen, dass er durchaus darum bemüht war, möglichst viele seiner Frühgedichte in den von ihm geplanten Band aufzunehmen. Das Vorhandensein dieser ausführlichen Inhaltsverzeichnisse im Konvolut lässt eindeutig auf die feste Absicht Celans schließen, einen Band mit eigenen Gedichten zusammenzustellen, was durch spätere Äußerungen des Dichters bekräftigt wird.[12]

Wie die später postum veröffentlichten Frühgedichte unter Beweis gestellt haben, hatte Celan in der Bukowiner und Bukarester Zeit viel mehr Gedichte geschrieben, als er mit nach Wien nehmen konnte. Den zurückgebliebenen wurde ein seltsames Schicksal beschieden. Mit der Zeit wurden auch nach seinem Tode eine Reihe von “Konvoluten” in Umlauf gesetzt, deren Herkunft und Zusammensetzung keine sichere wissenschaftliche Grundlage bieten. Diese “Konvolute” sind unserer Ansicht nach nicht auf die ursprünglichen Celanschen Überlegungen, sondern auf zufällige Umstände zurückzuführen. Deshalb bieten sie dem Forscher keine sicheren Anhaltspunkte für eine genauere Datierung der einzelnen Gedichte. Vermutungen können und müssen freilich angestellt werden. Die Tatsachen sprechen dafür, dass Celan erst in der Bukarester Zeit ernsthaft an die Herausgabe eines eigenen Gedichtbandes gedacht hat, so dass er zu diesem Zweck ausführliche Inhaltsverzeichnisse aufstellte.[13] Seine Anordnung der Gedichte, so wie sie von den hier veröffentlichten Inhaltsverzeichnissen belegt wird, entspricht in keinerlei Weise jener – weit gehend zufälligen – der bislang vorhandenen “Konvolute”.[14]

Als wir 1977 in unserer Dissertation eine beachtliche Anzahl von bis dahin noch unbekannten “frühesten”[15] Gedichten Celans mitberücksichtigen durften, waren wir uns durchaus dessen bewusst, dass es noch viel mehr frühe Gedichte gibt. Deshalb verstanden sich unsere damaligen Untersuchungsergebnisse eben nur als Teilergebnisse[16]. Sperbers Witwe, Jessika Sperber, die uns es zugleich erlaubt hatte, Celans Briefe und Postkarten an Alfred Margul-Sperber einzusehen und zu Forschungszwecken auch zu fotokopieren[17], hatte uns bereits bei einem unserer Besuche in ihrer Wohnung in der Maria-Rosetti-Strasse gesagt, dass manche Abschriften und zum Teil Manuskripte Celanscher Gedichte in die Hände verschiedener Personen geraten seien. Doch die uns damals zur Verfügung stehenden, bis dahin noch unbekannten Gedichte erachteten wir als durchaus ausreichend, um uns der Analyse eines Aspekts anzunehmen, der bis dahin von der Celan-Forschung zwar empirisch geahnt, jedoch nicht eingehend untersucht worden war.[18]

Im großen und ganzen bilden jene Gedichte das, was in der Fachliteratur “Marbacher Konvolut” genannt wird.[19] Es handelt sich um Typoskripte, die auf zwei verschiedenen Schreibmaschinen angefertigt waren und jeweils die Überschrift “Frühe Gedichte” trugen; dies ließ schon damals die Vermutung zu, dass eine fremde Hand, und zwar zu einem späteren Zeitpunkt, am Werk gewesen war, denn Celan hatte in der Bukarester Zeit gewiss noch nicht jenen Abstand zum eigenen Schaffen gewonnen, der ihn dazu hätte bewegen können, schon damals von “frühen Gedichten” zu sprechen. Inzwischen stellten manche Celan-Forscher interessante, z. T. widersprüchliche Überlegungen über Herkunft und Inhalt des (ursprünglich handschriftlichen[20]) Konvoluts an. Was mit Celans Gedichten (Abschriften oder Manuskripten) geschah, lässt sich anhand von Äußerungen der Forscher erahnen: “Zum Sperber-Nachlass gehörten ursprünglich noch 36 deutsche Celan-Gedichte – Autografe –, die in andere Hände kamen”[21]; oder: “Von den 37 Manuskripten (die, da ein Gedicht zweimal vertreten ist, nur 36 Gedichte wiedergeben) stammen nur 25 von der Hand Paul Celans, die restlichen 12 dagegen sind Kopien von Ruth Kraft…”[22]; oder “Über die Herkunft der Manuskripte lassen sich dann freilich Spekulationen anstellen, auf die einzugehen hier nicht der Ort ist.”[23] Über andere Celan-”Konvolute” erlauben wir uns kein Urteil, weil wir sie uns nicht ansehen konnten.[24]

Eines steht indessen fest: Alfred Margul-Sperber hat mit Zustimmung Celans an Redaktionen von Wiener Zeitschriften (“Das Silberboot” und “Plan”) Abschriften von dessen Gedichten geschickt, und zwar noch bevor Celan in Wien eintraf. Davon legen folgende Stellen aus im Sperber-Nachlass befindlichen Briefen eindeutig Zeugnis ab. Zunächst wurde Ernst Schönwiese diesbezüglich befragt, der jedoch gestehen musste: “Am schwierigsten habe ich es – ich darf doch ehrlich sein – mit Paul Celan”, heißt es in seinem Brief an Sperber vom 20. Juli 1947. Das Geständnis fährt in aller Ausführlichkeit fort: “Ich muß da Ihre mich sehr beeindruckende, uneigennützige Begeisterung sehr um Entschuldigung bitten, wenn ich Ihnen sage, daß ich noch keinen Zugang gefunden habe. Natürlich spüre ich die – im besten Sinn verstandenen! – Verwandtschaft mit Trakl. Aber doch auch manches vom Expressionismus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. – Aber vielleicht muß man länger mit den Gedichten leben und öfter, in verschiedenen Stimmungen darin lesen.[25] Lassen Sie mir also noch Zeit – und seien Sie nicht zu sehr enttäuscht von meinem 'Versagen'.- Ich könnte mir denken, daß der 'Plan', herausgegeben von Otto Basil, Erwin-Müller-Verlag,Wien I, Opernring 19, sich für Celan begeistern und gern einsetzen würde.”[26]

An die genannte Adresse schickte Sperber einen ähnlichen Brief wie jenen, der an Max Rychner gerichtet wurde[27], sowie einige Gedichte Celans. Otto Basil ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen: “Was die Gedichte Paul Celans betrifft, so finde ich sie – gleich Ihnen – außerordentlich schön und bedeutend. An eine Buchausgabe ist aber vorläufig hier in Österreich nicht zu denken, man kauft keine Lyrikbücher, nicht einmal von bekannten Dichtern. Nichtsdestoweniger bitte ich Sie, mir das Manuskript (Handschriften oder Typoskripte?; G. G.) einstweilen hier zu lassen. Im ‘Plan’ will ich einige Gedichte bringen, wenn möglich im Heft 6.”[28] Das war eine Entscheidung von weitreichender Bedeutung, denn “im letzten Heft gelang Basil mit dem Abdruck von siebzehn Gedichten Paul Celans… seine spektakulärste Entdeckung”.[29]

Die Bemühungen Sperbers, für die Celanschen Gedichte einen Verleger zu finden, erklären den Umstand, dass es im Sperber-Nachlass mehrere Abschriften von dem einen und gleichen Gedicht gibt, dass von manchen Gedichten anstatt wie ursprünglich 6 oder 7 bloß 2 oder 3 oder gar bloß 1 Abschrift noch vorhanden sind, dass manche von diesen Abschriften aus dem Konvolut des Sperber-Nachlasses zweckentfremdet worden sind und in den Bestand von diesem oder jenem “Konvolut” aufgenommen wurden .

1985 erschienen Frühgedichte Celans, die sich im Besitz von Ruth Kraft befunden haben sollen. Wir haben bereits die Äußerung von Barbara Wiedemann-Wolf angeführt, die die Zuverlässigkeit der Vorlagen Ruth Krafts in Frage stellte, da das “Typoskript 1944” “eine auffallend nachlässige äußere Gestalt” und ein nachlässiges Inhaltsverzeichnis[30] aufweise, was Allemann/Bücher zu der Annahme führte, “daß zumindest ein Teil des Typoskripts nicht von Antschel selbst angefertigt wurde”[31]. Diese Feststellung dürfte eigentlich für alle bisher bekannten “Typoskripte” oder “Konvolute” Celans gelten. Er hat die getippten Exemplare durchgesehen – und gelegentlich, auf Originalblatt oder Durchschlag, Korrekturen oder Änderungen vorgenommen.

Berechtigte Fragen drängen sich auf: wieso stehen in Ruth Krafts Celan-Gedichtband solche Gedichte wie “/Kämmerlein Tod…/” und “Der nächste Frühling” oder “Legende” etc. nicht, obwohl sie in der gleichen Zeitspanne entstanden sein dürften? Kurios zumindest ist auch die Tatsache, dass es noch zu Celans Lebzeiten ein sogenanntes “Typoskript 1957”[32] gegeben hat, das bereits – oder, wie man es nehmen will!, erst – “1970 in den Westen” gelangte (ausgerechnet nach dem Tode Celans!), dafür jedoch – tatsächlich erst – 1985, also ganze 15 Jahre später, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Celan hatte, wie gesagt, schon Anfang der sechziger Jahre seine Bekannten gebeten, ihm seine “frühen und frühesten” Gedichte einzuschicken.

Und obwohl es zumindest seit 1965 eine ganze Reihe von Möglichkeiten gab, Celan in den Besitz dieser Frühgedichte gelangen zu lassen, geschah diesbezüglich absolut nichts. Ist Ruth Krafts Buch eine “autorisierte” editorische Leistung? Ist das die ursprüngliche Form eines etwa von Celan selbst zusammengestellten oder eher von der Herausgeberin eigenmächtig ergänzten “Konvoluts”? Zumal in Bezug auf das “Marbacher Konvolut” das Erinnerungsvermögen der “Kopistin” grundsätzlich versagt: “Bei welcher Gelegenheit die Abschriften entstanden, zu welchem Zweck sie angefertigt wurden, ist der ‘Kopistin’ heute nicht mehr erinnerlich.”[33] Dafür scheint es funktioniert zu haben bei der Aufstellung des 1985 herausgegebenen Bandes[34], der als eine von Celan selbst zusammengestellte “Sammlung” angesehen wird.

Die Literaturgeschichte hat nun mal von Fall zu Fall mit solchen Äußerungen auszukommen. Eine für die Verfasser einer historisch-kritischen Ausgabe Celanscher Werke fürwahr nicht sehr erfreuliche Tatsache! Deswegen ist eine objektive Faktenermittlung unerlässlich. Und da in der bisherigen Berichterstattung über das Sperber-Nachlass-Konvolut Celanscher Gedichte “auffallende Unstimmigkeiten” festgestellt wurden[35], erwies es sich eben als absolut notwendig, dieses Konvolut in seiner gegenwärtigen[36] Gestalt zu präsentieren.

Als eines der ersten, bedeutenden Ergebnisse unserer Recherchen darf die Feststellung angesehen werden, dass 23 Gedichte lange entweder ganz unbekannt oder bloß wenigen[37] bekannt waren. Sie wurden in der Bukarester Zeitschrift “Neue Literatur” erstmals veröffentlicht[38]. Nach den systematischen Recherchen im Sperber-Nachlass, die unsere tabellarische Übersicht zur Folge hatten, fanden wir heraus, daß weitere 8 Gedichte immer noch unbekannt waren, so daß wir auch diese in eine spätere Publikation aufnahmen.[39] Insgesamt also machten wir 31 unbekannte Frühgedichte Celans dem breiten Leserkreis – unseretwegen auch "nichtautorisiert" – zum ersten Mal zugänglich. Zweitens: Mit den Verzeichnissen des Sperber-Nachlass-Konvoluts, die von den Absichten Celans, einen eigenen Band zu veröffentlichen, handfestes Zeugnis ablegen, gewinnen Aufbaustrukturen im echt Celanschen Sinne deutliche Konturen. Durch die von Celan selbst vorgenommenen Korrekturen und Änderungen wirken diese Inhaltsverzeichnisse echt und wissenschaftlich brauchbar.

Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob die anderen “Konvolute” und “Typoskripte” ebenfalls solche authentischen, von Celan selbst aufgestellten Inhaltsverzeichnisse aufweisen. Dort, wo eines erwähnt ist, wird dem “junge(n) Autor” Nachlässigkeit vorgeworfen, obwohl sonst an gleicher Stelle anerkannt wird, dass derselbe “junge Autor” mit seinem dichterischen Material in höchstem Maße bewusst umgehe. Zugleich werden von "autorisierter" Seite Zweifel an der Echtheit des Typoskripts gemeldet.[40]

Primär soll es also dem Celan-Forscher doch um die Ermittlung und Vermittlung wissenschaftlich gesicherter Texte (Gedichte, Briefe, Übersetzungen etc.) gehen.[41] Denn Wissenschaftler haben längst auf das ambivalente Verhältnis der Autoren zu ihrem Werk hingewiesen: “Schriftsteller und Dichter, die ihre Lebenserfüllung in der schreibenden Aktivierung ihrer Vorstellungskraft finden, vermögen zu den Resultaten des Schreibens in der Regel kaum eindeutig Stellung zu nehmen. Ihr Verhältnis zu ihren Texten ist im Grunde ambivalent."[42] Textgenetische Bemühungen, archivarische Erhebungen sowie text- oder biografiebezogene Interpretationen[43] sollen schließlich dem Leser das Verständnis für das Celansche Werk keineswegs erschweren, sondern eher fördern.


[1] Siehe dazu: Stiehler, Heinrich: Die Zeit der “Todesfuge". Zu den Anfängen Paul Celans, in: “Akzente”, 19/1972, S. 11-40; Solomon, Petre: Celan und Rumänien, in: “Karpatenrundschau” vom 20. 11. 1970, S. 5; Elischer, Hannes: Koordinaten der Lyrik Paul Celans, in: “Neue Literatur”, 11/1970, S. 19-21; Chalfen, Israel: Die Kindheit des Paul Celan, in: “Emuna”, 6/1972, S. 434-442; Guţu, George: Die rumänische Koordinate der Lyrik Paul Celans, Diss., Leipzig, 1977 (1. Signatur in der Deutschen Bücherei Leipzig: Di 1978 B 470; 2. Signatur in der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main: H 78b / 5762); Chalfen, Israel: Paul Celan – Eine Biographie seiner Jugend, Frankfurt/Main, 1979; Schlesak, Dieter: Wort als Widerstand. Paul Celans Herkunft als Schlüssel zu seinem Gedicht (I), in: Rowohlts Literaturmagazin, 10, Reinbeck bei Hamburg, Februar 1979, S. 79-102; Solomon, Petre: Zwanzig Jahre danach. Erinnerungen an Paul Celan, in: “Neue Literatur”, 11/1982, S. 23-24; Texte zum frühen Celan. Bukarester Celan-Kolloquium 1982, in: “Zeitschrift für Kulturaustausch”, 3/1982; Guţu,George: Paul Celan und Tudor Arghezi – Die “leere Transzendenz”, in: “Zeitschrift für Kulturaustausch”, 1/1984, S. 32-34; Wiedemann-Wolf, Barbara: Antschel Paul – Paul Celan. Studien zum Frühwerk, Tübingen, 1985; Solomon, Petre: Paul Celan. Dimensiunea Românească, Bukarest 1987; Wallmann, Jürgen P.: Mangel an philologischer Sorgfalt. Zu: Paul Celan. Das Frühwerk. Hrsg. v. Barbara Wiedemann, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989, in: "Neue Literatur", 9, 1989, S. 55-57; Guţu, George: Die Lyrik Paul Celans und der geistige Raum Rumäniens, Bd. I, TUB, Bukarest 1990; Corbea, Andrei: Zu Paul Celan. Das Frühwerk…, in: Kulturlandschaft Bukowina. Studien zur deutschsprachigen Literatur des Buchenlandes nach 1918, Jassyer Beiträge zur Germanistik V, Iaşi 1990, S. 271 ff; Schlesak, Dieter: Die verborgene Partitur. Herkunft und Frühwerk von Paul Celan als Schlüssel zu seiner Metapoesie, in: Goltschnigg, Dietmar / Schwob, Anton (Hrsg.): Die Bukowina. Studien zu einer versunkenen Literaturlandschaft, Tübingen 1990, S. 333-354; Corbea, Andrei: Celan înainte de Celan, in: "România literară", 19. September 1991; Guţu, George: Die Lyrik Paul Celans und die rumänische Dichtung der Zwischenkriegszeit, Editura Universităţii din Bucureşti, Bukarest 1994; Schlesak, Dieter: Celaniana. 1. "Die nachzustotternde Welt". Paul Celans 'Wahn-Sinn' – Leid und Erkenntnis eines millenaren Zeitbruches; 2. Paul Celans Herkunft als Schlüssel zu seinem Gedicht (II). Beides in: Guţu, George (Hrsg.): Wehn vom Schwarzen Meer… Literaturwissenschaftliche Aufsätze, Paideia, Bucureşti 1998, S. 225-240 bzw. 241-249; Corbea-Hoişie, Andrei: Paul Celan et la langue roumaine, in: Paul Celan. Biographie und Interpretation/Biographie et interprétation, Polirom / Hartung-Gore / Editions Suger, Iaşi / Konstanz / Paris, 2000, S. 98-118.

[2] Genaue Angaben macht dazu Barbara Wiedemann-Wolf, Anm. 1, S. 11-24. Neuerdings genauer: Andreas Lohr – s. seinen Beitrag im vorliegenden Band. (Weiter als Lohr angeführt.)

[3] Zum gesamten Bestand des Nachlasses siehe George Guţu: Eine Oase rumäniendeutscher Literatur. Der Alfred-Margul-Sperber-Nachlass in Bukarest, in: „Wortreiche Landschaft. Deutsche Literatur aus Rumänien – Siebenbürgen, Banat, Bukowina. Ein Überblick vom 12. Jh. bis zur Gegenwart“, Sonderheft Rumänien, BlickPunktBuch, Leipzig 1998, S. 201-205. Die von uns erstmalig veröffentlichten Übersetzungen Celans, die sich im Sperber-Nachlass befinden, sind zugänglich auch in George Guţu: Die Lyrik Paul Celans und die rumänische Dichtung der Zwischenkriegszeit - s. Anm. 1, S. 191-213.

[4] George Guţu: Paul Celan und kein Ende... Das maschinenschriftliche Konvult von frühen Gedichten Paul Celans im Bukarester Alfred-Margul-Sperber-Nachlass, in: “Zeitschrift der Germanisten Rumäniens”, 2, 1992, S. 83-96.

[5] Siehe vor allem Lohr.

[6] Präsumierte, irrige oder entstellende (unnötig irritierte oder kompromisslerisch abgemilderte) Äußerungen zu Beiträgen rumänischer oder aus Rumänien stammender Celan-Exegeten erlauben wir uns schon seit längerem mit Stillschweigen zu quittieren.

[7] Der hier präsentierten Anordnung liegt auf den ersten Blick kein Leitgrundsatz zugrunde. Unsere später artikulierte Annahme, Celan habe noch in Bukarest an der Zusammenstellung eines Bandes gearbeitet, erwies sich als richtig – s. Anm. 12.

[8] Lohr: "An der weit gehend akzidentiellen Abfolge der Blätter kann schon wegen der unmotivierten Lage der Titelblätter kein Zweifel sein…"; oder: "Hat man es mit durcheinander geratenen Resten verschiedener Versuche von Gedichtzusammenstellungen zu tun?"

[9] Bekannt sind die Zusendungen von Alfred Margul-Sperber am Max Rychner, Otto Basil, Ernst Schönwiese oder an die "Tat". Konvoluten unterschiedlichen Umfangs sind wahrscheinlich auch durch Privatpersonen überbracht oder in den Westen mitgenommen worden. Dies geschah auch nach dem Tode von Alfred Margul-Sperber, bevor, aber auch nachdem der gesamte Sperber-Nachlass dem rumänischen Literaturmuseum übergeben wurde.

[10] Alle sind im Band “Der Sand aus den Urnen” enthalten.

[11] Vergleiche: Rosenthal, Bianca: Quellen zum frühen Celan: der Alfred Margul-Sperber-Nachlaß in Bukarest, in: “Zeitschrift für Kulturaustausch”, 3/1982, S. 227-231 (auch in: “Monatshefte für deutschen Unterricht, deutsche Sprache und Literatur” [Madison/Wisconsin], vol. 75, 4/1983, p. 393-404). Spätere Bukarester Nachlass-Recherchen ergaben dasselbe Ergebnis: 106 Gedichte. (Lohr)

[12] Solomon, Petre: Paul Celans Bukarester Aufenthalt, in “Neue Literatur”, 11/1980, S. 57: “… Von ‘Sindbad’ bis zum ‘Sand aus den Urnen’ ist ein weiter Weg, und trotzdem habe ich mich entschlossen, beide Zyklen im selben Band stehen zu lassen; eine ähnliche Auffassung schien mir – trotz so manchem – beiden gemeinsam”.

[13] Aufgrund besserer Dokumentationsmöglichkeiten wurde unsere Feststellung bestätigt: "Kein Zweifel, die Bukarester Verzeichnisse dokumentieren eine andere, womöglich weiter fortgeschrittene Variante desselben Projekts, das im Marbacher Konvolut »Der Sand aus den Urnen (/) Bukarest 1946« heißt." (Lohr)

[14] Lohr hat sie eingesehen, in seine Recherchen mit einbezogen und wie folgt angegeben: "Zwei frühe reinschriftliche, noch in Czernowitz entstandene Gedichtsammlungen Celans sind seit Chalfen (S. 141f) bekannt: das Anfang 1944 in › teamwork‹ verfertigte, philologisch in fast jeder Hinsicht problematische ›Typoskript 1944‹ (Ts 44; eine Kopie mit der Signatur ad AA 4 ist im Deutschen Literaturarchiv, Marbach am Neckar, einzusehen) und das einige Monate später von Celan handgeschriebene und Ruth Kraft überreichte Büchlein (Ms 44/45), das seit 1985 in einer Faksimile-Edition zugänglich ist. […] Das Titelblatt eines im Deutschen Literaturarchiv zugänglichen maschinenschriftlichen Gedicht-Konvoluts (Dss; AA 2.1) gibt den weiter führenden Hinweis: »Paul Celan (/) DER SAND AUS DEN URNEN (/) Bukarest, 1946«. […] Im Nachlass des ›Tat‹-Chefredakteurs Erwin Jaeckle, verwahrt vom Schweizerischen Literaturarchiv, Bern, liegen, von Alfred Sperber 1946 in zwei Sendungen (Oktober und 4. Dezember) zur Begutachtung an den ›Tat‹-Mitarbeiter Max Rychner gesandt (…), zwei weitere zu den Bukarester und Marbacher Papieren passende Konvolute mit Celan-Gedichten (›SLA 1‹ und ›SLA 2‹)."

[15] Brief Paul Celans an Alfred Margul-Sperber vom 30. 7. 1960, in: “Neue Literatur”, 7/1975, S. 56.

[16] Guţu, George: Die rumänische Koordinate…, s. Anm. 1.

[17] Die Briefe wurden zunächst in der Bukarester "Neuen Literatur", 7, 1975, S. 50-63, dann auch in Petre Solomon: Paul Celan. Dimensiunea românească, Kriterion, Bukarest 1987, S. 242-277, veröffentlicht. (Unvollständige, lückenhafte Wiedergabe mit zahlreichen Entstellungen und Druckfehlern sowie mit ebenso  wenig zuverlässigen rumänischen Übersetzungen. Zu unseren Stellungnahmen dazu s. Anm. 41.) Weitere Briefe in: George Guţu: Die rumänische Koordinate, s. Anm. 1; ders.: Die Lyrik Paul Celans und der geistige Raum Rumäniens, s. Anm. 1, S. 243-254; ders.: Die Lyrik Paul Celans und die rumänische Dichtung der Zwischenkriegszeit, s. Anm. 1, S. 169-171.

[18] s. Anm. 6. Über einige prinzipielle, weniger auf Personen bezogene Aspekte der Forschungsrezeption und des Werkverständnisses äußerten wir uns in aller Deutlichkeit in der Bukarester Zeitschrift “Neue Literatur”, 1/1989, S. 64-71 (s. http://www.ggr.ro/wiedemann.htm). Allein der aus der gleichen geistigen Landschaft stammende Lyriker, Schriftsteller und Essayist Dieter Schlesak, der auch ein ausgezeichneter Kenner der rumänischen Lyrik ist, hat unsere Absicht und Leistung in all ihrer Tragweite richtig einzuschätzen vermocht: "Die beiden Bände Guţus über die 'rumänische Koordinate der Lyrik Paul Celans' beruhen auf seine Leipziger Dissertation (1977). Band I (1990) geht auf bisher noch wenig bekannte Aspekte des frühen Celan ein, auf den geistigen Raum der Bukowina, auf die Bukowiner Dichtung (Sperber, Kittner, Rosenkranz u.a. - eine der besten Analysen dieser Dichter, die es gibt!) -, auf den Werdegang Celans sowie auf seinen Bukarester Aufenthalt 1944-1947 und die äußerst fruchtbare Interferenz mit dem rumänischen Surrealismus, die Guţu zum erstenmal erforschte… […] In Band II werden die 'Interferenzen' Celans mit rumänischen Klassikern der Moderne (Philippide, Arghezi Blaga) herausgearbeitet… […] … Guţus Bücher /bleiben/ ein wichtiger Anlaß, das 'Ausgeklammerte' in Celans Herkunft genauer zu sehen! Keiner wird Celans Frühwerk wirklich begreifen und verstehen können, ohne die von Guţu aufgewiesene Komponente gründlich zu kennen…[] Aber wichtiger als diese Komponente (vergleichende Literaturwissenschaft) ist die ursprüngliche Ordnungs- und Kärrnerarbeit Guţus und die 'Ausgrabung' bis 1977 völlig unbekannter Celan-Texte. Ebenso auch diese Hinweise auf die Bedeutung des rumänischen Herkunftsraumes, der von den westdeutschen Germanisten einfach 'vergessen' worden war." In: Paul Celans Herkunft als Schlüssel zu seinem Gedicht (II), S. 246-248 - s. Anm. 1. [Auch in: http://www.geocities.com/transsylvania/celan.html, sowie in: http://www.ggr.ro/schlesakPC.htm.]

[19] Wiedemann-Wolf, Barbara, Antschel Paul - Paul Celan, Anm. 1, S. 13.

[20] Im Archiv der “Neuen Literatur” glaubte man einige Handschriften von Celan-Gedichten entdeckt zu haben. Doch sie erwiesen sich als von Alfred Kittner angefertigte Kopien.

[21] Rosenthal, Bianca, Quellen zum frühen Celan, Anm. 11, S. 230.

[22] Wiedemann-Wolf, Barbara, Antschel Paul - Paul Celan, Anm. 1, S. 13.

[23] Ebd., Anm. 26.

[24] Sollte es uns irgendwann möglich sein, im Marbacher Archiv die dort vorhandenen Manuskripte und Konvolute einzusehen, so wäre es durchaus denkbar, daß sich Schlussfolgerungen ziehen lassen werden, die für die Celan-Forschung nicht unwichtig sind. Denn mit einigen Ausnahmen (Lohr) wurde von unseren Recherchen wenig oder überhaupt nicht Gebrauch gemacht, weshalb auch nicht weiter anzunehmen ist, dass sich sonst noch jemand darüber ernsthaft Gedanken macht, in dieser oder jener Hinsicht Klarheit zu verschaffen. Die leider in Sachen Celan-Forschung schmerzhaft zu empfindenden Gruppeninteressen erwirken im Hinblich auf den einen oder anderen Aspekt eine bedauernswerte egozentrische, zum Teil freilich auch gewinnsüchtige Blindheit. Zaghafte kritische Stimmen werden meist nicht ernst genommen – mögen sie unter Umständen auch sehr diskutabel sein oder nicht: s. Paul Celan in den Händen von Experten. Über die Bonner historisch-kritische Ausgabe, hrsg. v. Bernhard Albers, Rimbaud, Aachen 2000.

[25] Darauf spielt eindeutig auch die rezeptionsgeschichtlich angelegte gründliche Studie von Konyetzny, Ulrich: “Lesen Sie! Immerzu nur lesen, das Verständnis kommt von selbst.” Die Bedeutung von Intention und Rezeption beim Verständnis der Lyrik Paul Celans, Diss., Utrecht 1987, an.

[26] Brief von Ernst Schönwiese an Alfred Margul-Sperber vom 20. Juli 1947, veröffentlicht in: Guţu, George: Linien zu einem Schriftstellerporträt. Zum Briefbestand des Bukarester Sperber-Nachlasses, in: Deutschsprachige Literatur der Bukowina nach 1928, Bd. V der Jassyer Beiträge zur Germanistik, Iaşi, 1991, S. 62-80.

[27] Alfred Margul-Sperber: Notizen, in: “Plan”, 6/1947, 1948.

[28] Brief von Otto Basil an Alfred Margul-Sperber vom 14. 11. 1947, veröffentlicht in: s. Anm. 16!

[29] Die zeitgenössische Literatur Österreichs. Hrsg. von Hilde Spiel, Kindler Verlag, Zürich und München 1976, S. 58.

[30] Wiedemann-Wolf, Barbara, Antschel Paul - Paul Celan, Anm.1, S. 20, Anm. 49.

[31] Alleman, Beda/Bücher, Rolf: Paul Celan. Tălmăciri ale sonetelor lui Shakespeare, in “Manuscriptum”, 3/1982, S. 138, f; 4/1982, S. 173-176. Auch bei Wiedemann-Wolf, a. a. O., S. 14, Anmerkung 32.

[32] Lohr erwähnt dieses Konvolut nicht – möglicherweise deckt es sich mit einem der von ihm angeführten.

[33] Paul Celan: Gedichte 1938-1944. Mit einem Vorwort von Ruth Kraft, Suhrkamp, 1986, S. 135; Wiedemann-Wolf, Antschel Paul - Paul Celan, Anm.1, S. 13.

[34] Zum ersten Mal erschien der Band 1985.

[35] Wiedemann-Wolf, Antschel Paul - Paul Celan, Anm.1, S. 17, Anm. 41.

[36] Unsere Ausführungen halten, wie bereits gesagt, den Stand (Inhalt und äußere Merkmale) des Celanschen Konvoluts im Bukarester Sperber-Nachlass aus dem Jahre 1991 fest.

[37] Einige von ihnen wurden durch unsere Untersuchung von 1977 zum ersten Mal der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

[38] Guţu, George, “Im Spiegel dem mein Herz die Wolke war…” Frühe Gedichte Paul Celans, in: “Neue Literatur”, 10/1988, S. 27-39.

[39] George Guţu, Die Lyrik Paul Celans und die rumänische Dichtung…; s. Anm. 1.

[40] Wiedemann-Wolf, Barbara, Antschel Paul - Paul Celan, Anm.1, S. 14.

[41] Siehe unsere Besprechung des Bandes “Paul Celan. Dimensiunea românească” (Kriterion, Bukarest 1987) von Petre Solomon (1987) in: “Studia universitatis Babeş-Bolyai, Series philologica”, 2/1988; S. 97-101 sowie in “Analele Universităţii din Bucureşti, Seria Limbi şi literaturi străine”, 1988, S. 37-39.

[42] Klaus Hurlebusch: Deutungen literarischer Arbeitsweise. In: “Zeitschrift für deutsche Philologie", 105, 1986, S. 41.

[43] s. Paul Celan. Biographie und Interpretation. Biographie et interprétation…, Anm. 1., sowie Jean Firges, Paul Celan: Die beiden Türen der Welt. Gedichtinterpretationen, Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie, Bd. 3, Sonnenberg Verlag, Annweiler am Trifels 2001.

[Quelle: http://www.ggr.ro/CELARHSP.htm ]

 

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